Nach einem überaus erfolgreichen Jahr drohen der Rapperin Loredana nun schwedische Gardinen.

Luzern (laut) - "Wir wollen nur das Geld, Gangsta's Paradise, ey". Diesen Vers ihres Erfolgstracks "Bonnie & Clyde" hat die Schweizer Rapperin und Influencerin Loredana vielleicht allzu wörtlich genommen. Gestern Abend wurde Loredana in ihrer Wohnung von der Kantonspolizei Luzern wegen eines mutmaßlichen Betrugsversuchs festgenommen. Auch eine Hausdurchsuchung soll erfolgt sein.

Dieser Aktion geht eine durchaus abstruse Geschichte voraus. Wie das Schweizer Nachrichtenportal 20 Minuten berichtet, sollen Loredana und ihr Bruder das Schweizer Ehepaar Petra und Hans Z. um über 900.000 Franken erleichtert haben.

Kredit für eine angebliche Operation

Über das Internet lernte Petra Z. dem Bericht zufolge bereits vor mehr als zwei Jahren einen Unbekannten mit Namen "Antonio Cas" kennen, dem sie 87.000 Franken für eine vermeintliche Operation lieh. Cas - in Wahrheit Loredanas Bruder - versprach ihr, das Geld mit zu erwartenden Casinogewinnen wieder zurückzuzahlen. Da es dazu jedoch nie kam, wuchs das Darlehen schnell auf fast 200.000 Franken an.

Laut 20 Minuten gab sich Loredana daraufhin als Anwältin aus, nahm Kontakt mit dem Ehepaar auf und bot an, das Geld gerichtlich zurückzuholen. So soll sie das Ehepaar um weitere 700.000 Franken erleichtert haben. Nachdem Petra Z. zufällig herausfand, dass sie die ganze Zeit mit einer bekannten Rapperin zu tun hatte, soll Loredana behauptet haben, Musik sei nur ihr Nebenberuf, hauptberuflich vertrete sie Klienten.

Gegenüber 20 Minuten sagte die geprellte Petra Z., die der ganzen Geschichte bis zum Schluss Glauben schenkte: "Loredana und ihr Bruder haben uns alles genommen. Unser Geld, unsere Eigentumswohnung. Ihretwegen wollte ich mir das Leben nehmen".

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laut.de-Porträt Loredana

Loredana Zefi wächst als Kind albanischer Eltern in der Schweiz auf. In Luzern lebt sie bis 2017 ein ganz normales Leben. Ihr berühmter Freund Mozzik …

10 Kommentare mit 14 Antworten

  • Vor 18 Tagen

    Mehr Gangster als 90% der männlichen Rapper. Das nenne ich mal Emanzipation.

    • Vor 18 Tagen

      dafür sollte es den ehren echo für street credibility geben

    • Vor 18 Tagen

      Zumindest für einen Darwin-Award könnte es reichen...

    • Vor 18 Tagen

      Du hast zwar recht, DarkO, aber es eben gibt "coole" bzw. vermarktbare Verbrechen und solche, die einfach nur deprimierend und bestürzend sind. ;)

    • Vor 18 Tagen

      Die Frage ist ja, was hier nun bestürzender ist: das Verbrechen oder die Dummheit der Geschädigten.

      Aber generell finde ich Gangsterrap nicht unbedingt glorifizierbar. Imagerapper sind Ottos, die "Real Gs" Assis.

      Gucke man auch mal auf Schwesta Ewa: am schlimmsten finde ich, dass ihre Verbrechen in der Szene keinen wirklich zu stören scheinen. Die müsste eigentlich unten durch sei bei allen und jedem. Ein Bushido der sich mit Clans einlässt ebenso. Oder ein Xatar...was für Vorbilder sollen das denn sein?

      Aber ich schweife ab. Loredana ist natürlich ne Ehrenfrau. ;)

    • Vor 18 Tagen

      Dass alte Leute oft leichtgläubig und geeignete Opfer für Trickbetrüger sind, ist ja nichts Neues. Vielleicht melden sich ja sogar weitere Opfer Loredanas.

      Stimme dir auch zu, was Image-Rapper und richtige Gangster betrifft, aber ich habe eigentlich eh immer mehr auf die Musik geachtet als auf das Drumherum. Ich bin allerdings auch kein Teenager, dem es an männlichen Vorbildern fehlt. Ich schaue nicht mal besonders gerne Musik-Videos, wenn es darin nur im Gepose und Geprolle ohne irgendein Konzept geht. Deshalb konnte ich den frühen Kollegah- und Bushido-Alben auch einiges abgewinnen und Xatars vorletztem Album ("Baba aller Babas") auch, ohne mich vor mir selbst und anderen rechtfertigen zu müssen, ob der Realitätsgehalt oder die Person fragwürdig sind. Bei Xatar könnte man ja auch argumentieren, dass er seine Strafe abgesessen hat und Support seiner Musik seine Resozialisierung unterstützt. ;) Schwesta Ewas "große" Zeit ist wohl eh vorbei, wenn auch nicht deshalb, weil sie aus moralischen Gründen ausgegrenzt wurde.

    • Vor 18 Tagen

      Wobei ich gerade sehe, dass das Opfer-Ehepaar erst Anfang 50 ist. Manchmal fragt man sich ja schon, wo Leichtgläubigkeit aufhört und geistige Behinderung anfängt.

  • Vor 18 Tagen

    "... das Geld mit zu erwartenden Casinogewinnen wieder zurückzuzahlen." :lol:

  • Vor 18 Tagen

    Die ganze Sache macht mir echt Hoffnung, dass diese laufende Augenbraue direkt weggesperrt wird und wir über Jahre von ihrer Müllmusik verschont bleiben.