Ukraine gewinnt den ESC 2016 mit einem Klagelied. Die deutsche Kandidatin Jamie-Lee landet auf dem letzten Platz.

Stockholm (laut) - Die ganze Welt schaute heute Abend auf Stockholm: Kandidaten aus 26 Ländern kämpften um die ESC-Krone des Vorjahressiegers Måns Zelmerlöw. Mittendrin: Unsere kleine Jamie-Lee mit der Startnummer 10. Am Ende blieb es ein frommer Wunsch, dass sie auch irgendwo mittendrin abschneidet. Stattdessen: Letzter Platz. Eine Thematik, mit der sich das laut.de-Ticker-Gespann Klug und Schuh wiederum bestens auskennt. Was dieser Ticker unzweideutig belegt.

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01:05 Uhr

"Seid ihr Erstlingstäter oder wart ihr schon mal hier?", fragt Barbara Schöneberger Leute aus der ersten Reihe in Hamburg. Die ganz hohe Journalismusschule. Ja, wir waren schon immer hier, Barbara, den ganzen Abend. Und das war wohl die falsche Entscheidung. Aber der Chef wollte es so. Gute Nacht, Jamie-Lee. Gute Nacht, Deutschland. Die Another Day.

01:00 Uhr

Wie so oft ist Deutschland zur Stunde Null geneigt, sich in allerhand Extreme zu stürzen. Sieht zumindest die Twitter-Community so.

00:57 Uhr

Tweet des Abends:

00:54 Uhr

"Ich muss über alles lachen, was Peter Urban sagt." Chapeau, Frau Schöneberger.

00:49 Uhr

"Wir sind erster von hinten", hält Schöneberger in Hamburg die Laune hoch. Nicht dass plötzlich die Partystimmung weg ist. Bringt nix. Fuck, schon wieder Letzter. Wie früher im Schulsport, wenn die Mannschaften gewählt wurden und man als Letzter immer verstohlen auf den Boden stierte. Ich fühle mit dir, Jamie-Lee.

00:47 Uhr

"Jamie-Lee hat einen ganz tollen Job gemacht, wir müssen sie trösten, aber sie muss nicht getröstet werden, denn sie hat einen guten Job gemacht." Ja, Peter Urban, das hat sie. Und nun zu dir ...

00:41 Uhr

Jamala: "I want peace and love for everyone!" Wir glauben's und gönnen's dir. Das war's aus Stockholm. Noch einmal "1944", dann geht's wieder unters Regencape zu Barbara.

00:38 Uhr

Möge der unpolitischste Beitrag gewinnen. Jamala siegt mit "1944", nicht einmal Russland als Sieger des Telefonvotings kann aufholen. Jamie-Lee gibt die Ann Sophie und landet auf dem letzten Platz.

00:36 Uhr

Ganz ehrlich Leute: Ich sah früher auch mal aus wie Michał Szpak. Also ruft (für) mich an. Der Typ ist dank Telefonvoting nämlich gerade um fast zwanzig Plätze hochgerutscht.

00:34 Uhr

Drei Wertungen stehen aus. Peter Urban ist vermutlich besser im Kopfrechnen als wir, aber offenbar ist noch alles drin. Australien kann noch von echten Europäern vom Thron geschubst werden.

00:30 Uhr

#jesuisjamielee

00:28 Uhr

Da sich allmählich eine Tendenz abzeichnet (JA NUR EINE TENDENZ, DIE TELEVOTERS KOMMEN GERADE, WISSEN WIR!!!!), eine kleine Info zu Australien: Für den Fall, dass die Heimat von AC/DC gewinnt, würde der ESC 2017 trotzdem in Europa ausgetragen werden. In welchem Land? Egal, Hauptsache Axl Rose singt alle Beiträge.

00:24 Uhr

Und so schaut's aus. Die Hälfte der Punkte ist vergeben.

  1. Australien
  2. Ukraine
  3. Frankreich
  4. Malta
  5. Russland

Beim Kameraschwenk durch den Green Room ist auf Anhieb keine Jamie-Lee zu entdecken. Vielleicht besser so. Wir drücken die Daumen für die Telefonergebnisse. Es soll ja Zuschauer geben, die kompetenter bewerten als BossHoss und Co.

00:22 Uhr

Meanwhile on Twitter:

Die BBC bekommt übrigens noch Ärger mit uns.

00:17 Uhr

Was soll das eigentlich? Jamie-Lee einen Punkt? Hallo Welt? R U taub? Eher blind, denn Polen hat schließlich 3 Punkte.

00:15 Uhr

Nach frühmorgendlichen Grüßen aus Down Under steht Australien nun auf Platz 1. 80 Punkte dahinter die Ukraine.

00:11 Uhr

Was denkt die Welt eigentlich über Deutschland, wenn Barbara Schöneberger da stellvertretend für unsere 80 Millionen rumhampelt? Wie auch immer, unsereins vergibt 12 Punkte an Israel. Die uns übrigens mit 0 Punkten bedacht haben. 0 + 0 + 0 + 0 + 0 + 1 = 1 Punkt für Jamie-Lee.

00:09 Uhr

Weiter geht's mit der zweiten Hälfte der Jurypunkte. Israel am Zug und vergibt ebenfalls 12 Punkte an die Ukraine. Zuvor gab es Leitungsprobleme, Intervention durch Roger Waters nicht ausgeschlossen.

00:07 Uhr

Australien mit 127 Punkten vor Ukraine mit 76 Punkten. Dann Russland mit 71 Punkten. Aber wie wir wissen hat das alles noch nix zu sagen, weil das nur die Jurywertung ist. Wo Leute drin sitzen wie The BossHoss. Haha, was für ein wahnwitziges Spektakel. Egal. Die wahren Entscheider sind wir, die Zuschauer. Denn wir haben ja alle angerufen. Haben wir doch, oder?

00:02 Uhr

Schweiz vergibt 12 Punkte an Australien. Dänemark favorisiert die Ukraine und sie bleiben nicht die einzigen. Und Jamie-Lee? Leider unter ferner liefen. Aber mit einem Punkt mehr als Ann-Sophie 2015.

23:59 Uhr

Iveta Mukuchyans Gymnastikstunden haben sich gelohnt: Armenien erhält 12 Punkte aus Schweden.

23:57 Uhr

Zack. Georgien und Bosnien-Herzegowina beide für Ukraine.

23:55 Uhr

Schweden und Belgien jetzt auch unter den 12-Punktlern. Keiner kriegt doppelt, keiner für Jamie-Lee.

23:53 Uhr

Die Krimkrise live im Ersten: Die ersten 12 Punkte gehen an Australien, Niederland, Russland und Ukraine.

23:47 Uhr

Falls irgendeiner unserer Leser wirklich seine Prepaid-Karte für den ESC abtelefoniert hat – die Leitungen wären dann jetzt geschlossen. Zelmerlöw singt noch mal "Heroes". Wer aufs Klo muss, bitte jetzt.

23:40 Uhr

Comedy passt in der Regel ebenso schlecht zum ESC wie Andreas Kümmert. Zelmerlöw und Sidekick Petra Mede sorgen aber für ein ziemliches Hoch, indem sie augenzwinkernd den perfekten ESC-Song darbieten. Die Lyrics sind dabei das Rezept zum Sieg: "Love love peace peace and a burning fake piano." Schon jetzt aufrichtiger als "If Love Was A Crime."

Zelmerlöw: "Man kann auch einen Song über Krieg singen. Das ist aber nicht zu empfehlen."

23:36 Uhr

Um ehrlich zu sein, säßen wir ja alle lieber im ESC-Social-Media-Team als hier vor der 12''-Glotze. Die töten ihre Langeweile nämlich mit so gehaltenvollen Tätigkeiten wie dem menschlischen Jo-Jo ab.

23:34 Uhr

Äh Mist, das habe ich eben wohl grade verpasst. Verdammte Blase.

23:30 Uhr

Was haben Stars früher gerne gemacht, wenn sie bei "Wetten, dass..?" aufgetreten sind? Sie spielten ein Medley, damit auch jeder TV-Zuschauer mindestens zwei bekannte Songs entdeckt. Der ESC ist mit 200 Millionen Zuschauern im Gegensatz zu "Wetten, dass..?" nicht totzukriegen. Und Justin Timberlake als Special Guest läuft zu "Rock Your Body" in T-Shirt und dunklem Sacko so lässig ein, als wollte er nur mal eben ne Pulle Bier ausm Kühlschrank holen. Lässiger Typ. Dabei schwitzt er allerdings deutlich mehr als ich. Trotzdem routinierter Auftritt. Dürfte in Zukunft einige Nachahmer finden. Die Telefonleitungen sind übrigens immer noch offen. Jeder darf anrufen. "Tun Sie es bitte. Unbedingt", findet Peter Urban.

23:23 Uhr

ABBA, Europe, Neneh Cherry, Army Of Lovers, Ace Of Base, Eagle Eye Cherry, The Cardigans, Clawfinger, Hellacopters, The Hives, Mando Diao, Icona Pop und leider eben auch Avicii – Schweden gibt hier gerade ein bisschen an. Die Lehrstunde der nordischen Musik versetzt Kollege Klug nicht nur in Erstaunen darüber, dass Dr. Alban ebenfalls aus dem Land des Gastgebers stammt, sondern verzückt ihn sogleich mit der Inklusion von bösen Metalbuben wie Opeth und Ghost. Ey Schweden, ihr seid schon süß.

23:13 Uhr

JUSTIIIIIIIIIIIIN ♥

Mr. Timberlake ist in da house und haut erst mal feinste Lobpreisungen von der Stange raus. Wie viele Leute hier zusehen, hat er vergessen. Gut drauf isser aber.

23:11 Uhr

Jeweils zwanzig Sekunden dauern die Ausschnitte im ESC-Schnelldurchlauf übrigens. Das ist ja dann quasi der halbe Song noch mal. Hat das eigentlich mal jemand bei DSDS gemessen?

23:05 Uhr

Und noch mal der ganze Spaß im Schnelldurchlauf. Habe ich gerade den bulgarischen Beitrag mitgepfiffen? Hach, Jamie-Lee wieder. Könnte schon was werden mit den Top 5. Entgegen all den Buchmacher-Wichtigtuern, die uns keinerlei Chancen eingeräumt haben. Dafür diesem australischen Beitrag von Dami Im, der Südkoreanerin, die man aus der australischen Version von X-Factor kennt. An Russland vorbei zu kommen, dürfte für alle zu einer großen Herausforderung werden.

23:00 Uhr

Armenien: Iveta Mukuchyan - "Love Wave"

Der ESC geht zu Ende, wie man ihn seit 1950 in Erinnerung behalten hat. Mit Windmaschinen-Horror. Und Oktavengedöns. Aber die Show zählt ja auch und dazu hatte sich Iveta Mukuchyan offensichtlich auch ein paar Gedanken gemacht.

22:57 Uhr

Großbritannien: Joe and Jake - "You're Not Alone"

Hätte Kollege Kabelitz das mal vorher gewusst: Für den Auftritt von Joe and Jake konnte man Selfies einsenden, die jetzt im Hintergrund über die Leinwand flimmern.

Die Kollegen von der britischen The-Voice-Resterampe wissen allerdings nicht nur wie man sich Stimmen kauft, sondern beherrschen darüber hinaus mindestens so gute Gitarren-Posen wie einst Dieter Bohlen. Auch sie überzeugen mit dem Talent, immer dann drauf los zu klimpern, wenn die Synthesizer alles andere überlagern. Urban hört da eher Coldplay "ohne die Ausstrahlung eines Chris Martin". Wenn's das noch wäre...

22:56 Uhr:

Österreich: Zoë - "Loin d'ici"

Blonder Engel singt perfekt französisch. Süßlicher Lolita-Pop, wie ihn früher Alizée machte. Sehr sehr süß. Reicht das? Steht Europa auf mehr Süße, gerade jetzt "wo die Grenzen wieder hochgezogen werden", woran uns das Wort zum Sonntag ja auch noch erinnert hat? Ja schon, aber ein bisschen zu unspektakulär wars dann halt auch.

22:49 Uhr:

Georgien: Young Georgian Lolitaz - "Midnight Gold"

Oha, Georgien dreht auf, ordentlicher Gitarren-Bratz, Riff-Stakkato, der Drummer jongliert mit seinen Sticks, der Sänger trägt das Haupthaar wie einst Jack White. Ist das noch der ESC oder ein Vorspielen für den Supportslot des nächsten Black Keys-Auftritts in Tiflis? In der Endabrechnung reichts trotzdem nur für einen Platz 12, im besten Fall.

22:45 Uhr

Malta: Ira Losco - "Walk On Water"

Mein Lieblingskommentar der letzten Tage: "Dieser einstmals stolze Wettbewerb ist zum Schaulaufen für Homosexuelle und sexuell Andersartige geworden."

Als wäre das nicht genug für den Durchschnitts-Burschenschaftler von morgen, wird jetzt auch noch am traditionellen Geschlechterbild geknabbert. Ira Losco bringt auf der Bühne einen Tänzer zum Knien, lässt ihn sich geradezu unterwürfig am Boden räkeln. Schlimm sowas. Aber immer noch spannender als der musikalische Gehalt des lauwarmen Beitrags.

22:41 Uhr

Ukraine: Jamala - "1944"

Skandal! Leider nicht im Sperrbezirk, sondern in Stockholm. Dort verarbeitet die Krimtatarin Jamala angeblich gerade hochpolitischen Stoff. Entsprechend früh betätigte Russland den Feuermelder. Vielleicht aber auch nur aus Furcht, Jamala könne den wandelnden Anabolika-Shake, den die Sowjets Kandidaten nennen, musikalisch in die Knie zwingen. Mit ihrem emotionalen Klagelied hat sie alle Male das Zeug dazu.

22:37 Uhr

Lettland: Justs - "Heartbeat"

Huii, der junge Den Harrow. Löcherjeans, Tolle, Lederjacke, völlig übertriebene Gesten. Der Lette steht allein auf der Bühne, unter ihm pluckert ein sanfter Elektrobeat, er selbst intoniert aber nicht zurückhaltend kühl, sondern eher rauh-soulig. Komische Mischung. Gegen Ende kreischt er regelrecht, als hörte nur er selbst einen ganz anderen Song. Nee Lettland, so wird das nix.

22:34 Uhr

Spanien: Barei - "Say Yay!"

Der erste Spanien-Beitrag in der Geschichte des ESC auf englisch. So schmeckt Globalisierung. Huch, Barei sieht live ja ganz anders aus als im Einspieler. Spontan gealtert. Auch das ist der ESC. Mitten in "Say Yay!" fällt sie plötzlich hin, die Arme, ach nee, gehört zur Show. Cool. Barei macht hier ordentlich Party, daran besteht mal keinen Zweifel. Die Hütte brennt. Confessions on a Dance Floor. Die Rechnung mit dem Spanisch weglassen könnte am Ende voll aufgehen.

22:32 Uhr

Russland: Sergey Lazarev - "You Are The Only One"

Ich als Praktikant hab ja eh nicht viel Ahnung von Fußball, aber das werdet ihr im laut.de-EM-Tippspiel ja noch früh genug bemerken. Während Kollege Schuh zuvor Amir als französischen Mats Hummels bezeichnete, nennt Urban den großen Favoriten plötzlich "den russischen Marco Reus". Ich blick hier nicht mehr durch, ich brauch TV-Pause.

Wer oder was den Herrn mit dem digitalen Engelsflügel überhaupt zum prädestinierten Gewinner der ersten Stunde erhob, ist mir allerdings immer noch nicht so ganz klar. Aber hey, vielleicht geht es ja um die zuvor im Wort zum Sonntag gepredigte unpolitische Aussöhnung mit den musikalischen Nachbarn. Mit der lauwarmen Kost werden wir allerdings so schnell keine Freunde.

22:25 Uhr

Kroatien: Nina Kraljic - "Lighthouse"

Und plötzlich offenbart sich das ganze ESC-Elend in einem einzigen Vorspann: ARD-Peterle vertut sich in der Startnummer (Schiebung!) und dann erfahren wir auch noch, dass Nina Kraljic eigentlich kroatische Folk-Songs singt. Für den ESC darf es dann aber auch belangloser Ethno-Pop aus österreichischem Hause sein. Bäh.

Mangelnde Englischkünste der Interpretin und Herkunft des Songs mal beiseite: Mit den bisher schiefsten Tönen des Abends hätte Kraljic sich ja eigentlich ein Plätzchen in Hape Kerkelings Live-Shows verdient. Wie einst zum Beispiel auch Willeke Alberti mit "Waar is de Zon".

22:23 Uhr

Litauen: Donny Montell - "I've Been Waiting For This Night"

"I've been waiting for this night": Ja gut, wieso suchste dir dann nicht wenigstens nen gescheiten Song aus, Donny? Tolle Augenbrauen allein haben meines Wissens noch nie für den Titelgewinn gereicht. Aber was weiß ich schon. Es kommen noch zehn Kandidaten. Ihr seht, die Vorbereitung passt.

22:17 Uhr

Serbien: Zaa Sanja Vučič - "Goodbye (Shelter)"

Domina-Look mit Ärmel- und Bein-Fransen. Kann man machen, wenn man eh schon zufällig auf ner ESC-Bühne steht. Orchestral arrangiertes Bonnie Tyler-Geschrei. Braucht niemand, aber irgendwie müssen die drei Stunden ja gefüllt werden.

22:13

Zypern: Minus One - "Alter Ego"

#nickelback #peinlich #rockband #wassollderscheiß

Na ja, gut, ohne Videoclip-Szenario wirken die bösen Buben aus Zypern optisch ja ohnehin kaum noch wie eine Rockband. Musikalisch lasse ich das Geschehen diesmal einfach unkommentiert.

Minus One im zweiten Halbfinale

22:09

Australien: Dami Im - "Sound Of Silence"

Seit dem Überraschungserfolg im zweiten Halbfinale wird sie plötzlich als Favoritin gehandelt. Dami Im aus Australien – oder halt eigentlich Südkorea. Auf jeden Fall irgendwoher, wo Europa die Leute ebenso wenig juckt wie in Großbritannien. Heuer räkelt sich die zierliche Kandidatin auf einem glitzernden Modell-Wolkenkratzer – eine simple Choreo, die sie in höheren Lagen gerne einmal von den Tönen abzulenken scheint. Na ja, die Jubelstürme geben ihr Recht.

22:04

Måns Zelmerlöw Attraktivitätsgrad verdoppelt sich gerade. Der Mann singt nicht nur, sondern joggt auch noch. Rüber ist Stockholmer Stadion zum Beispiel, wo ihn inzwischen die ehemaligen Siegerinnen Carola und Loreen flankieren. Ob die in Schweden ähnlich durchwachsenes Ansehen wie Sarah Connor und The BossHoss genießen?

22:00

Polen: Michał Szpak - "Colour Of Your Life"

Den Polen Michal Szpak spricht man Spack aus. Passt.

21:57

Frankreich: Amir - "J'ai cherché"

Oh, Mats Hummels singt. Très charmant. Eingängig genug für die Top 3 ist das auf jeden Fall. Also die Woo-hoo-hoo-hoo-hoo-Chöre im Refrain. Eignet sich sicher auch gut für einen Milky Chance-Remix.

21:54

Deutschland: Jamie-Lee - "Ghost"

"Gebt den Kindern das Kommando, denn sie wissen nicht was sie tun."

So sang es Herbert, jetzt singt aber erst mal Jamie-Lee. Unsere Kleine. Ganz alleine steht sie da auf weiter Flur, verlässt sich weder auf Background-Sänger noch japanische Tänzerlein.

Das legt den Fokus dann aber auch ungemein stark auf ihr übliches Outfit. Mir wären ja richtige Klamotten statt Müllsäcken lieber gewesen, aber "Ghost" und Japan-Touch gibt's eben nur im Doppelpack.

Die Backing Vocals vom Band sind teils deutlich zu hören, insbesondere da Everybody's Lieblingsküken die tieferen Oktaven erfreulicherweise selbst bedient. "Ihr bester Auftritt der letzten Tage", weiß zumindest Peter Orban.

21:48 Uhr

Schweden: Frans - "If I Were Sorry"

Sweden strikes again. Barthaare sind bei Frans seit unserem letzten Kurzcheck zwar keine hinzugekommen, die Handyanbieter verliebter europäischer Tennie-Girls dürfte das im Hinblick auf die nächste Telefonrechnung aber durchaus freuen.

Der 17-Jüngling singt nämlich von der großen Liebe. Ein Schelm, wer den ESC gedanklich jetzt zum Kindercontest degradiert. Schließlich hatte der 17-Jährige schon vor zehn Jahren seinen ersten Nummer-1-Hit. Das gibt's sonst nur bei der Kelly Family.


Frans (singt in Stockholm)


Angelo Kelly (sinkt im Ansehen seiner ehemaligen Groupies)

21:46

Bulgarien: Poli Genova - "If Love Was A Crime"

Albernstes Kostüm bisher. Poli Genova will fluoreszierende Strapsen salonfähig machen. Als Reflektoren auf dem Rad an einem milden Herbstabend - warum nicht? So erfolgreich hat bislang jedenfalls niemand vom eigenen Beitrag abgelenkt.

21:42

Israel: Hovi Star - "Made Of Stars"

Hovi ist ESC-Fan seit er sechs Jahre alt ist. Er trägt den "New Romantic-Look der 80er" hat Urban exzellent recherchiert. Leider klingt er nicht wie Human League, sondern trägt nur das Haar wie Phil Oakey. "Made Of Stars" ist eine Powerballade voller Bombast, Funkenregen und Johnny Logan-Pathos.

21:37

Italien: Francesca Michielin - "No Degree Of Separation"

Ihren Plattenvertrag bei Sony hat Francesca zwar auch nur gewonnen, singen kann sie aber trotzdem. Nur leider zu brav, zu lahm, zu typisch ESC.

21:33

Ungarn: Freddie - "Pioneer"

Noch bemängelt Kollege Schuh vollmundig das belanglos-seichte Radio-Zeug. Den Country-Pop der Niederländer wird er angesichts des zeitnah einsetzenden Plastik-Elektro-Produzentenmeetings aber schon noch schmerzlich genug vermissen.

Freddie aus Ungarn biedert sich da musikalisch schon eher an, überzeugt aber vor allem mit Sex-Appeal und Raufaserorgan. Weiter ins Detail gehe ich nicht, aber warum zur Hölle tickert hier eigentlich keine Frau mit?

21:31 Uhr

Aserbaidschan: Samra Rahimli - "Miracle"

Samra Rahimli aus Aserbaidschan während ihrer letzten Probe (ganz links).

Klang vielleicht besser als eben live. Ob das der ESC 2016, 1998 oder 1981 war, ließe sich mit verbundenen Augen nicht bestimmen. Mit einer Zukunft als Haarkur-Model müsste es für Samra aber klappen. Alles andere wäre ein "Miracle".

21:26 Uhr

Niederlande: Douwe Bob - "Slow Down"

Douwe Bob aus den Niederlanden singen "Slow down brother". Tja. Welch putziger, belanglos-seichter Radio-Pop. Und dann noch ein Henna-Tattoo auf der Kehle - diese verrückten Holländer.

21:16 Uhr

Belgien: Laura Tesoro - "What's The Pressure"

Ich bleibe ja dabei, ein unschuldiges Lächeln kann Wunder bewirken. Laura Tesoro, Verzeihung, Tesora, wie ESC-Veteran Peter Urban die 19-jährige Belgierin hier kurzerhand umtauft, legt da schon mal gut vor.

Mittlerweile hat offenbar auch die ARD erkannt, was ich letzte Woche bereits als weltweit erster anprangerte: Für das Bassriff der Pop-Dance-Nummer stand offenkundig "Another Bites The Dust" Pate. Urban fühlt sich allerdings eher an Raabs "Wadde Hadde Dudde Da" erinnert. Aha, aha, aha.

21:12 Uhr

Shit, Der Postillon hat mich enttarnt. Tja, Kollege Klug, viel Spaß dann allein bis 0 Uhr.

21:03 Uhr

So, Barbara wurde der Saft abgedreht, wir sind jetzt im hohen Norden angekommen.

Kandidateneinlauf. Im Gegensatz zu Kollege Miguel bin ich als Kölner ja an diese Sache mit den bunten Kostümen gewohnt. Ist quasi echt wie daheim: Wohin das Auge blickt nur Pappnasen und der ewig währende Wunsch, sich das Ganze schönzusaufen.

Im Hintergrund läuft Avicii, dessen Karriereende die unermüdliche Playlist-Präsenz seiner Kirmeshits wohl nur noch gesteigert hat. Beerbt der Kerl hier eigentlich gerade ABBA?

21:02 Uhr
"Kommst du mit ihr wie mit mir?
Berührt sie dich so wie ich?
Kommt sie mit dir überall hin?
Machst du's mit ihr so wie wir?
"

Geht's hier jetzt immer noch um Olivia Jones? Whatever, Tourankündigung, Liveauftritte, Lobhudelei – Frau Connor kommt schon jetzt besser weg als jeder deutsche ESC-Kandidat der letzten vier Jahre.

20:59 Uhr

Mit Fanta Vier kam er immerhin bis Österreich und die Schweiz, die Türen zur Deutschen Botschaft in Stockholm öffnete Smudo aber Jamie-Lee.

20:58 Uhr

Das Wort zum Sonntag will "die Grenzen im Kopf überwinden". Und plötzlich steht Travestiestar Olivia Jones im Bild. "Deutschland ist schon sehr tolerant, aber es gibt immer noch Diskriminierung. Zurück zu meiner Freundin Babsi Schöneberger." Die ist "overwhelmed". Kann man so sagen.

20:49 Uhr

Zum Glück folgt das große Sarah Connor-Flashback. "Vor einem Jahr habe ich hier meine erste deutschsprachige Single vorgestellt." "Ja genau, wir standen alle hinter der Bühne und haben geweint." Tjoa, ich muss eigentlich auch heute noch jedes Mal weinen, wenn "Wie Schön Du Bist aus der Kiste dröhnt. Vermutlich aber aus weniger profanen Gründen als Babs und Co.

20:47 Uhr
Na prima. Da haben wir beim Vorentscheid schön Avantasia und alle anderen verbraten und jetzt gibt's die Quittung. Sean Paul "live" in Hamburg.

20:45 Uhr
"Jamie-Lee, wie geht's dir? Was ist heute anders? Bist du nervös? Was geschieht in den nächsten Minuten? Wer ist bei dir? Wie oft hast du geprobt?" Ein Interviewstil, den das Sat.1-Frühstücksfernsehen nicht besser hinbekommen hätte. Real-Talk ohne Kärtchenablesen gibt's hier in Hamburg erst mal nicht.

20:42 Uhr

Ciao Sarah, nächster. Royal Republic, ein Quartett aus - Schweden! Wenn das mal kein Zufall ist. Hymnischer Rock, den man in dieser Form erst so maximal 200 Mal gehört hat. Mit einer Extraportion HIM. Und was sagt Barbara: "Ich würde so gerne mit Adam sprechen, aber wir haben doch keine Zeit." Auch wieder wahr. Ciao Royal. Oha, Jamie-Lee live zugeschaltet. "Ich bin scheiße aufgeregt. Das ist heute DIE Chance für mich, international bekannt zu werden." Genau. Was macht eigentlich Ann Sophie so?

20:30 Uhr

Die Jury ist am Start. Sarah Connor: "Ich hab den ESC noch nie zu Ende geguckt, ich bin immer eingepennt." Danke, danke, danke. Wir wissen, wer nächstes Jahr keine Punkte mehr fürs Öffentlich-Rechtliche vergeben darf.

20:28 Uhr

"I like it like that" – BossHoss-Bashing ist ja allmählich auch ein alter Hut, aber können die Countryboys sich nicht einfach weiterhin auf ihre BAP-Coverversionen konzentrieren? Hat bei Sing meinen Song zuletzt noch so prima funktioniert.

20:20 Uhr

"Wenn ich hier eines in den letzten Jahren gelernt habe, dann das man auf der Reeperbahn nie ohne Überzieher unterwegs sein sollte."

Jau, Barbara, der sei dir noch vergönnt, die folgenden Ralph Siegel- und Andreas Kümmert-mich-nicht-Disses stapeln sich dann aber schon etwas zu fix aufeinander. Gott sei Dank wird die Resterampen-Spruchparade von Frau Schöneberger jetzt erst mal vom Jamie-Lee-Portrait unterbrochen. Herzchen.

20:15 Uhr:

Los gehts. Auf der Reeperbahn. Mit Mark Forster. "Die Welt ist klein und wir sind groß". Deutsche Pop-Lyrik 2016. Aber es soll heute ja um Show gehen, nicht um Inhalte. Macht er gut mit dem Regen on stage, der Forster, sieht aus wie echt.

19:45 Uhr:

Hier schon mal die Telefonnummern für die Abstimmung nachher: 01371 - 3636 + Startnummer (Ziffern 01 bis 26). Oder per SMS an die Nummer 99599 + Startnummer. eurovision.de betont: "Bitte nur die zweistellige Endziffer, nicht den Namen!" Schade, hätte doch so schön ausgesehen: "99599YoungGeorgianLolitaz".

18:15 Uhr:

BREAKING: "Social Media-Analyse zum ESC: Amir mit größter Fanbase", prescht es in meine Mailbox. Ebenfalls hoch im Kurs in Sachen Follower und Video-Views: Sergey Lazarev (Russland), Dami Im (Australien), Ira Losco (Malta) und Michal Szpak (Polen). Von Jamie-Lee ist leider keine Rede.

17:55 Uhr:

Dass sich manche ESC-Fans während der Abstimmung gelangweilt abwendeten, wenn der Erstplatzierte in Riesenschritten davoneilt, war den Verantwortlichen schon länger ein Dorn im Auge. Nicht dass sich diese Menschen irgendwann noch vom ESC abwenden. Ein neues Reglement musste her. Und so hören wir heute Abend erstmals die Wertungen zu jedem Kandidaten sowohl von der jeweiligen Landes-Jury aus 42 Teilnehmerländern, als auch von den Zuschauern - aber getrennt voneinander.

Bisher erfuhren wir ja nur das kombinierte Ergebnis von Jury- und Zuschauer-Urteil, das jeweils mit 50 Prozent gewertet wurde. Nun erfährt man als Zuschauer zuerst das Jury-Ergebnis, so dass man die vorläufigen Platzierungen per Anruf, SMS oder App noch kippen kann. "L'Allemagne, douze et douze points", könnte es also heißen. Mal rein theoretisch.

17:15 Uhr:

Eilmeldung: Der VfB Stuttgart ist aus der Bundesliga abgestiegen. Zum ersten Mal seit 1975. Ein Mitglied der laut.de-Redaktionsfamilie ist in diesem Augenblick so allein wie Franz Beckenbauer auf dem Rasen 1990. "You Have To Win Zweikampf", heißt es bekanntlich, und da war der VfB leider etwas zu nachlässig. 1975. Was für eine ferne Zahl. Und doch so nah: Der ESC fand damals auch in Stockholm statt. Weil ABBA im Vorjahr den Pott holte. Mit "Waterloo". Sorry, VfB Stuttgart.

16:05 Uhr:

Sanja Vucic, Nina Kraljic, Samra Rahimli: Wird uns einer dieser Namen heute Nacht so lässig von der Zunge schnalzen wie Zelmerlöw? Oder Wurst? Hmm, Wurst.

Die Startreihenfolge im ESC-Finale:

  1. Belgien: Laura Tesoro - "What's The Pressure"
  2. Tschechische Republik: Gabriela Gunciková - "I Stand"
  3. Niederlande: Douwe Bob - "Slow Down"
  4. Aserbaidschan: Samra Rahimli - "Miracle"
  5. Ungarn: Freddie - "Pioneer"
  6. Italien: Francesca Michielin - "No Degree Of Separation"
  7. Israel: Hovi Star - "Made Of Stars"
  8. Bulgarien: Poli Genova - "If Love Was A Crime"
  9. Schweden: Frans - "If I Were Sorry"
  10. Deutschland: Jamie-Lee - "Ghost"
  11. Frankreich: Amir - "J'ai cherché"
  12. Polen: Michał Szpak - "Colour Of Your Life"
  13. Australien: Dami Im - "Sound Of Silence"
  14. Zypern: Minus One - "Alter Ego"
  15. Serbien: Sanja Vucic - "Goodbye (Shelter)"
  16. Litauen: Donny Montell - "I've Been Waiting For This Night"
  17. Kroatien: Nina Kraljic - "Lighthouse"
  18. Russland: Sergey Lazarev - "You Are The Only One"
  19. Spanien: Barei - "Say Yay!"
  20. Lettland: Justs - "Heartbeat"
  21. Ukraine: Jamala - "1944"
  22. Malta: Ira Losco - "Walk On Water"
  23. Georgien: Young Georgian Lolitaz - "Midnight Gold"
  24. Österreich: Zoë - "Loin d'ici"
  25. Großbritannien: Joe and Jake - "You're Not Alone"
  26. Armenien: Iveta Mukuchyan - "Love Wave"

15:20 Uhr:

Wir haben selbstverständlich seit Wochen diesem Abend entgegen gefiebert und uns exzellent vorbereitet. Flaschen wo man hinschaut, innerhalb und außerhalb des Kühlschranks.

15:00 Uhr:

Noch sechs Stunden! Kaum auszuhalten. Was man bis dahin alles machen könnte ... Bettdecke mehr nach links ziehen. Ladekabel suchen. Körper entwässern. Hauptsache Ablenkung.

14:00 Uhr:

Herzlich Willkommen beim ESC-Ticker eures ESC-Fachmagazins laut.de. Einmal im Jahr macht unser Job Sinn und dieser Tag ist nun gekommen. Der Tag des jüngsten Gerichts. Wieso fällt mir gerade jetzt ein Song von Kay One ein? Vielleicht weil er ein Prinz ist? Feiern wir dann heute Nacht unsere Jamie-Lee als Prinzessin von Stockholm? Wunder gibt es immer wieder. Sang Katja Ebstein 1970 beim ESC, wurde aber nur Dritte.

13:00 Uhr:

Wie immer startet die Übertragung bereits um 20:15 Uhr, nennt sich "Countdown für Schweden" und Barbara Schöneberger spielt die Anheizerin. Wahrscheinlich muss sie sich gar nicht großartig vorbereiten, weil sie erstens, diese Gala mittlerweile in- und auswendig kennt, und sie zweitens, die meisten Leute sowieso jedes Jahr bei der Echo-Verleihung abklatscht: Silly, Sarah Connor, The BossHoss, Mark Forster, Max Giesinger, Madeline Juno, Namika, Jay Sean feat. Sean Paul, Michelle, aber auch die Schwedenrocker von Royal Republic stehen auf dem Programm. Schließlich ist der Spaß auf der Hamburger Reeperbahn um 21 Uhr ja nicht vorbei, sondern geht danach ab 0.30 Uhr erst los. Die ARD nennt das "Grand Prix Party". Humor haben sie ja, die Öffentlich-Rechtlichen.

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21 Kommentare mit 269 Antworten

  • Vor 3 Jahren

    Wie gesagt, nächstes Jahr einfach auf ironischen Hipster machen und die asigsten Gammler hinschicken...Die Kassierer, Taktloss, HGich.T, Juelz von den 257ers, irgendwie sowas halt, am besten als Super-Group.

    Christian Steiffen vllt eher nicht, das könnte missverstanden werden. Kein schnöder Hirntot-Schlager/Ballermannrotz, sondern richtig verspastet-avantgarde!

    Darmflöten-Solo, Natursekt-Duschen, Selbstgeißelung, Voodoorituale, Zwerge auf Stelzen...das volle Programm on stage! Ohne clevere Lady Gaga-PR, einfach nur stumpfe Provokation - so stelle ich mir das ungefähr vor.

    Dann klappt's auch wieder mit den Nachbarn, und hier könnte ein vergleichbares Movement entstehen wie in den 60ern mit Andy Warhole und Velvet Underground.

    Gibt's vllt eine Art deutscher GG Allin? :koks:

    • Vor 3 Jahren

      Die Kassierer oder HGich.T gehen mehr als klar, Taktloss will ich dafür nicht verheizen und Juelz erscheint mir zu belanglos... außer er performt einen Song aus der Gemeinschaftsfeder von Stefan Raab und Ralph Siegel. :lol:

    • Vor 3 Jahren

      Wenn nächstes Jahr dann (unpolitisches!) klageweibisches 4/4 Besäuseln von Großelternschicksalen Konjunktur hat, verfügt Deutschland sicher über einen willigen Talentpool.

  • Vor 3 Jahren

    Der Veranstaltung täte es mal wieder gut, wenn jeder in seiner Landessprache singen müsste und eingekaufte schwedische Songwriter einfach mal verboten werden.

  • Vor 2 Monaten

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