laut.de-Kritik

Floating im Sound-Olymp.

Review von

Ja, Mensch. Dreieinhalb Jahre sind seit "Every Country's Sun" ins Land gezogen. Liebe Mogwai-Fans, Hand aufs Herz: Wie oft lag die Platte seit 2017 bei euch auf dem Teller? Na?

Mit der Ankündigung von "As The Love Continues" habe ich mir geschworen, Studioalbum Nummer zehn einem etwas kritischeren Blick zu unterziehen und zumindest zeitweise an der Fanbrille vorbeizuschielen. Weil es da eben diese etwas zu große Kluft zwischen meiner Punktewertung (vier) und der Anzahl von Vinyl-Spins (geschätzt zwei) gab. Oder, wie man 2017 in der Kommentarsektion so trefflich konkludierte: "Ein schlechtes Mogwai-Album wird es nie geben, das hier landet aber im unteren Drittel der Diskografie."

Nun mag es ja Stimmen geben, die den Post-Rock-Veteranen bereits seit "Mr. Beast" oder "The Hawk Is Howling" kein wirklich starkes Album in den oberen zwei Dritteln mehr bescheinigen würden. Mumpitz, natürlich. Dennoch klingt "As The Love Continues" nach vertrauter Etikette, wie zu erwarten: ruppig, sanft, poppig, heavy, stimmungsvoll – festgehalten in einem organischen Sound, für den die meisten Bands töten würden.

Vielleicht stoßen wir hier schon auf das große Problem, das neueren Mogwai-Alben anhängt: Schon seit Jahren floaten die Schotten produktionstechnisch im absoluten Sound-Olymp umher. Entsprechend dicht schmiegt sich "As The Love Continues" ans Klangbild des Vorgängers. Diese analog-röhrende Verknüpfung von Synthesizern und Gitarren haben sie schon mit "Every Country's Sun" gemeistert.

Satte 61 Minuten lang schichten Mogwai mal vertraute, mal weniger vertraute Melodien übereinander. Der Vorab-Track "Ritchie Sacramento" bleibt standesgemäß der einzige mit non-vocoderisiertem Gesang. Seit dem starken "Teenage Exorcists" (2014) hat sich Gitarrist Stuart Braithwaite vorerst von tief brummenden Flüsterballaden verabschiedet und legt mit der Silver Jews-Hommage "Ritchie Sacramento" eine weitere flotte Indie-Rock-Performance hin. Das sitzt. Vielleicht brauchen wir einfach mal ein vollständiges Mogwai-Album mit Gesang?

Die behutsamen Klaviermotive eines "Dry Fantasy" haben Potenzial für ein neues "Auto Rock", "Midnight Flit" erinnert im Drumming und mit programmiertem String-Outro stark an goldene "2 Rights Make 1 Wrong"-Zeiten, bevor Nine Inch Nails' Atticus Ross den Song in spacigere Gefilde manövriert. Aber was ist das jetzt – more of the same? Langsam ermüdend? Oder sollten wir uns gar einfach zurücklehnen und genießen, dass Mogwai tun, was sie am besten können?

Vielleicht ja letzteres, zumindest solange sie die Zuhörenden noch so schamlos an der Nase herumführen wie hier: Das unaussprechlich tiefgründige Verwirrspiel um Songtitel wie "Fuck Off Money" und "It's What I Want To Do, Mum" hat der geneigte Fan längst verinnerlicht, doch auch musikalisch sitzt Mogwai 2021 noch der Schalk im Nacken: "Ceiling Granny" tarnt sich mit einem erschreckend fetzigen Pop-Punk-Intro, mausert sich dann aber zu einem der atmosphärischsten Gitarren-Tracks des Platte. "Here We, Here We, Here We Go Forever" bleibt seinem augenzwinkernden 8-Bit-Intro hingegen auch im weiteren Verlauf treu. (Hallo, Nintendocore!)

Mit einem beseelten Lächeln auf den Lippen wage ich zu guter Letzt noch einen Blick in meine Notiz-App. Hier habe ich versucht, Argumente zu sammeln, die eine niedrigere Bewertung für "As The Love Continues" rechtfertigen könnten.

"Haben Mogwai den Ausstieg von John Cummings vielleicht doch nicht so gut verkraftet?"

Doch haben sie. Klar, die schiefen Gitarrenläufe eines "Hunted By A Freak" bleiben einmalig, doch auch Braithwaites quirlige Gitarrenarbeit fügt sich nahtlos ins kunterbunte Klangkarussell von Multiinstrumentalist Barry Burns ein. Da hatte "Every Country's Sun" schon mit übleren Dümpel-Momenten zu kämpfen.

Was Mogwai fehlt, ist kein weiterer Mann an der Gitarre, sondern vielmehr eine kleine Soundrevolution. Minimale Umschichtungen in Mix, Master und Rauschegrad waren es nämlich, die den bisherigen neun Alben ihren unverwechselbaren Charakter gaben – und natürlich die Rückbesinnung auf analoge Synthesizer 2014.

"Nur zwei Hits pro Platte, der Rest ist Überschuss."

Auch die nächste geistreiche Notiz kann ich so nicht stehen lassen. Denn im Grunde lassen sich in der Regel lediglich zwei Überhits pro Platte beziffern. Das macht den Rest ja noch nicht schwach. Die haarsträubend fantastische 2015er-Best-of "Central Belters" erstreckt sich ja nicht ohne Grund über sechs LPs.

Trotzdem klingen Alben wie "Young Team", "
Rock Action" aber eben auch die jüngeren "Rave Tapes" in der Retrospektive kompakter und enger.

(Hey, Mogwai, bitte lasst euch dafür kritisieren, dass ihr euch soundtechnisch breiter aufgestellt habt als sonst. Pah!)

Wie hetero- oder homogen "As The Love Continues" nun aber klingt, ist am Ende des Tages natürlich völlig wumpe, solange die Hits auch klar als solche zu erkennen sind. Neben "Richie Sacramento" drängt sich da insbesondere ein "Fuck Off Money" auf. Der Track arbeitet sich vom gewohnt erhabenen Hypno-Robot-Part (Mogwai drittbeste Vocoder-Band nach Kraftwerk und Daft Punk) über verzerrtes Laid-Back-Drumming in ein klassisches Crescendo mit reichlich Stereo-Schweinereien. Ja, das ist genau die Rock Action, die wir brauchen.

Solche Momente sind der Grund, warum wir uns "As The Love Continues" alle (zu Recht) kaufen werden. Verzückt mit der Hand über die Folie fahren. Mit Freuden den Hype-Sticker abpiddeln und auf unseren eigenen Sleeves anbringen. Die Platte auflegen. Sie ins Regal stellen. Und sie womöglich nie wieder hervorholen. Wie dumm. Wie unglaublich dumm.

Kennt eigentlich noch jemand den "Atomic"-Soundtrack? Den habe ich die Tage auch noch einmal ausgegraben. Geiles Zeug, schön unaufgeblasen. Was sagt uns das? Dass wir uns alle viel zu selten diese seligen Kopfhörer-Stunden gönnen, die ein Mogwai-Album von uns verlangt. Ist nämlich eine Menge los da drin.

Trackliste

  1. 1. To The Bin My Friend, Tonight We Vacate The Earth
  2. 2. Here We, Here We, Here We Go
  3. 3. Dry Fantasy
  4. 4. Ritchie Sacramento
  5. 5. Drive The Nail
  6. 6. Fuck Off Money
  7. 7. Ceiling Granny
  8. 8. Midnight Flit
  9. 9. Pat Stains
  10. 10. Supposedly, We Were Nightmares
  11. 11. It's What I Want To Do, Mum

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13 Kommentare mit 34 Antworten

  • Vor 7 Monaten

    So oft lief das letzte Album hier tatsächlich nicht. Liegt aber vor allem am absolut herausragenden Konzertmitschnitt vom Ancienne Belgique, weil gegen die dort gespielten Versionen der Songs das Album bei aller Klasse abstinkt.

  • Vor 6 Monaten

    Haben Mogwai hier womöglich ihr bisher bestes Album abgeliefert? Nach all den Jahren, etlichen Alben und Soundtracks?

    Hier passiert so verdammt viel... Wo anfangen? Einfach 'n paar alberne rhetorische Fragen in den Raum werfen? Lass sein.

    Nur soviel: Endlich wieder vermehrt ausufernde Tracks. Kein Warum So Beschissen Kurz? Hexon Bogon. Trotzdem keine ellenlangen Soundscapes/Drones/Noisewände als Füllmaterial. Beim ersten Mal ganz lustig, danach meist langweilig bis anstrengend, This Will Destroy You. Egal. Alles subjektiv und so...

    Tracks hervorzuheben, bei Post Wasauchimmer-Alben, eher dumm. Trotzdem: Midnight Flit. Hier hatte unter anderem auch Atticus Ross seine Finger mit im Spiel. Unglaublicher Song...

    Wie auch immer. Großartiges Album. Vielleicht sogar mein Favorit. Wird die Zeit zeigen. 5/5

  • Vor 6 Monaten

    Also bei mir hat sich der Vorgänger eigentlich sogar fleißiger gedreht, als ich es im Voraus für möglich gehalten hätte und zumindest Party In The Dark und Don’t Believe The Fife spiele ich immer noch regelmäßig an.

    Hier bin ich noch nicht zu gekommen, aber das liest sich ja alles mal wieder äußerst vielversprechend.

  • Vor 6 Monaten

    Mir gefällts wieder ziemlich gut. Vor allem Ceiling Granny, das mich mit seinem Alles-um-ein-Riff-Aufbau ein bisschen an Rano Pano erinnert, ist ein Brett. Für die vordersten Plätze in der Diskographie reicht es bei mir zwar nicht (auch weil ich Dry Fantasy ein bisschen langweilig finde), aber das ist bei dem Output auch wahrlich keine Schande. Rezi und Wertung passen.

    • Vor 6 Monaten

      Wenn ich früher am Abend in meiner "Rezi der Herzen" nicht so hemmungslos ins Abschweifen gekommen wäre, dann hätte ich darin total ontopic "Here we, here we, here we go forever" beleuchtet.

      Es ist eines der wenigen von grundauf positiv bevibeten Stücke meiner Lieblingsschott*innen, denen Beklemmung, Verzweiflung und Trauerflor doch so viel besser zu stehen scheinen, was mich extrem leicht und schnell mitnahm. Wohl das erste, was von sich aus im Albenkontext bei mir zündete, "Pat Stains" als einziges angechecktes vorab hatte den Pfad ins Album da allerdings schon mächtig ebnen können.

      Vor allem als titelverwandter "alternativer Ansatz" sowie erfolgreichen Perspektiv- und Stimmungswechsel zu ersterschienenem Closer der "Mr. Beast" - "We're no here" - macht "Here we..." in der Diskographie so dermaßen Sinn, imo. Hat mich vor allem deswegen so hintenrum drangekriegt, da "We're no here" in den letzten Jahren als Titel sowie in Form in Lebensgefühl und Perzeption häufig näher an mich traten als von ihnen sonst vielleicht nur noch "travel is dangerous", ebenfalls von "Mr. Beast."

      Und auch davor war "We're no here" bei mir schon über lange Zeit zu einem ihrer Top 3 Tracks überhaupt gereift. Das bessere "28 days later"-Theme als das Original von Dave Murphy dachte ich gleich, nachdem ich "28 days later" zum ersten Mal sah. Anscheinend kein völlig verkehrter Gedanke, immerhin brachten Mogwai selbst es auch Jahre später nochmal als minimal alternative Version im Soundtrack zu "Les Revenants" unter - passend wie teenie-souli-Faust in jeder Nazi-Kauleiste, die sie damals abbekam - aber leider, ohne diese Version auf der OST-Audio CD zu berücksichtigen.

      Was mir jedenfalls damals schon sofort an "We're no here" gefiel? Eigentlich von der Atmo das genaue Gegenteil von dem, was mich dann vor paar Tagen in "Here we..." knacken konnte.

      Es war eines der ersten Male, dass ich so was wie "Oh, hier geht es aber sehr wahrscheinlich am ehesten um jemandes Verzweiflung!" deutlicher und authentischer allein durch die kollektive Gitarrenarbeit spürte, anstatt dass es mir ein random generischer NuMetal- oder Emo-Jauler durch ne aufgesetzt pathetisch gebrachte Line wie "I'm drowning in despair" o.ä. schon im Vorhinein vermasseln konnte mit dem "empathisch sein und so".

      Und trotzdem oder gerade deswegen alle Hüte ab vor lyrischer Arbeit wie im vorher bereits genannten "travel is dangerous".

    • Vor 6 Monaten

      Ah, und "Dry Fantasy" sehe ich eher so als zaghaften grower, wie es - glaubt es oder nicht - "friend of the night" lange für mich war...

      Halt so Sachen wie dir Oceansize auf "Effloresce" mit "Rinsed" oder "Unravel" kredenzt haben, vermutlich um Ersthörer*innen das vorverdauen nach dem unerwartet anstrengenden Schlucken von Brocken wie (nicht nur vom Titel her) "Massive Bereavement" oder der "Something better..."-Suite zu erleichtern...
      Die dir dann irgendwann ganz nebenbei ihr Potential offenbaren, ergo Melodiegespür und Feingeist en masse, für was manche mir bekannte Hobbymusiker*in wohl bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit den aus ihrer Sicht so etwas bremsenden Banddanteil unsichtbar in irgendnen gottverlassenen Aufzugsschacht hinunter gestubbst hätte... :koks: :whiz:

    • Vor 6 Monaten

      Allmächd Souli, das ist in Verbindung mit 2 hier drunter ja selbst für deine Verhältnisse ordentlich ausgeufert :D

      Auf die Idee, "Here We..." "We're No Here" gegenübrzustellen wäre ich ehrlich gesagt jetzt nicht gekommen. Aber du hast schon Recht, gewisse Parallelen im Titel und die emotionale Gegensätzlichkeit sehe ich schon auch. Angesichts des Bandseitig fleißig gepflegten Titel-Dadaismus wird das aber eher Zufall als sonst irgendwas sein, oder? Zumindest kann ich mir eine gewisse diebische Freude an der Verwendung so einer stumpfen Nonsense-Parole für ein Instrumentalstück besser als Motivation bei denen vorstellen. Vielleicht liegt das aber auch daran, dass ich "We're No Here" auf Mr. Beast (die teilen wir uns glaube als Lieblingsalbum) angesichts von Nummern wie Glasgow Mega-Snake, Acid Food oder eben Travel Is Dangerous (❤) nie als Standout wahrgenommen habe. Wissen werden wirs vermutlich nie ¯\_(ツ)_/¯

  • Vor 6 Monaten

    Hier klappte wohl das Vinylmastering nicht richtig.

    Hatte schon lange keine Scheibe mehr, die so komprimiert klang.

  • Vor 6 Monaten

    Ich geb ja gerne zu, dass ich vielleicht in keiner weiteren Facette so sehr lautuser bin wie in der Angewohnheit, hier vollmundig anzukündigen, dass mensch demnächst nochmal ausführlich auf dieses oder jene Platte zu sprechen kommt - und sich dann erst mal eine Dekade lang mit völlig anderer Musik befasst...

    Aber das hier sind fuckin' mogwei who xD.

    Und bei all den lustigen oder doch zu innenseitigen Gags, die als Titel ihre Songperlen schmücken vergisst mensch doch allzu leicht, dass mogweis Albentitel wiederum nur eines sind: feingeschliffene, lupenreine diamantene Wahrheitenweit oberhalb der Preisklasse dieser Glassteinchen, die einem die hier ab und an durch's Dorf getriebene WAHRHEIT! (Ok, "Rock Action" ist da vielleicht der Ausreißer und näher am üblichen Songtitel-Humor...) Und fürwahr: Rechthaberischer und gleichsam wahrhafter wird dieses Jahr in meinen Gehörgängen niemand auf diesem Planeten mehr sein/ihr neues Album benennen können.

    Ach, was hab ich mich gegrämt 2017. Sollte ich wirklich einen Punkt erreicht haben, wo ich nicht mal mehr bei den Schotten noch gefällige Gefühlsunterstriche für den Alltag finde, die mich länger begleiten als die üblichen 3-6 Wochen mehrmals frisch konsumierter und gerade veröffentlichter Stangenware? Wo waren sie denn, die Lieder, die bleiben - weil sie halt anders als die zugeschnittenen Marktprodukte nicht nur klebrig-süß und geschmeidig deine Hirnwindungen zusammenpappen, sondern dich in jeder Sekunde heimsuchen können und zwar in Momenten, die du dafür vorher in deinem Kopfkino nie so für offizielle Vorstellungen gebucht hattest?

    Die Silberrotation, welche dieser abermals so treffend benannte Nachfolger mit gut 25 Durchläufen seit Veröffentlichung überhaupt nicht schwere- aber völlig mühelos in meinem Pandemie-Refugium vollzog - fuck, die hatte ich bis gestern nicht mal für "Every Country's Sun" in den fast 4 Jahren davor abreißen können. Wenn sie eben nicht zum Vergleich zur "As the love continues" gleich noch 10 mal in den letzten 10 Tagen von mir auf den Teller befördert worden wäre...

    Tja, und woran hat's jetzt gelegen? Weiß ja nun jeder und deren gesamte bucklige Verwandtschaft, dass mogwei-Alben nie richtig schlecht sind... Es lag an mir. Der Vorgänger kam zu einer Zeit, in der ich fest davon überzeugt war, den Rest meiner Zeit auf dem Strafplaneten gar nichts mehr lieben zu können (und wollen), sei es Ding oder Lebewesen. Ich bin heute noch längst nicht wieder der Sammler, Kenner, Verteiler und Liebhaber von Musik, der ich früher war und der überhaupt erst des Austauschs wegen erstmals hier strandete. Zwischendrin musste erst mein einziger Bruder wieder in die gleiche Stadt wie ich ziehen und mich über ein Gitarren-Coverduo kleinschrittig in sein neuestes Bandprojekt locken... Bevor ich die Zeit auf dem Strafplaneten wieder vollends schätzen und lieben konnte, musste ich erst wieder zu meiner ersten, größten und langwierigsten Liebe zurückfinden.

    Und erst ganz allmählich mit den Jahren kam die Einsicht, dass pplötzlich wieder mehr hängenbleibt, Ideen kommen und mit denen auch echter Antrieb, aus Bock drauf zum Instrument zu greifen, am eigenen Sound zu tüfteln, bei den Lieblingen und Idolen genauer hinhorchen, an welcher Stelle im Inspirationspool sie gerade herumpaddeln... Einfach nicht mehr den einen einzigen Tipp von Krypta, den du dir unbedingt behalten wolltest (SubRosa), monatelang mit fuckin' Oathbreaker verwechseln und keine Ahnung haben, wie das verdammt nochmal passieren konnte.... Und Krypta hat ja recht, wenn sie an anderer Stelle abätzt, dass von mir auch mal wieder mehr kommen könnte als jubelpersern auf alte Lieblinge - aber die sind es halt, durch die ich zu meiner Liebe für Musik zurück fand. Ich bemühe mich. Aber bis dahin kannst Du mir ruhig auch bissl unter die Arme greifen, da kann ein einzelner Hinweis schon heilsam wirken, wenn ich es jetzt mal nur auf die Erinnerung an die SubRosa-Besprechung runterbreche und was die für einen Wert für mich bekamen, als ich sie dann auch endlich mal richtig in mir aufnehmen konnte...

    ...puh, am Anfang dieses Textes wollte ich noch so furchtbar sachlich und klar an der Tracklinie lang meine positiven Gedanken zum Album formulieren. Wirkt jetzt aber auch ohne das wieder ziemlich beladen hier...

    ...nur eins noch von diesem asozialen Drive by Poster kubi, was bei mir hängen blieb. Der meinte neulich nebenbei in nem Teilsatz, dass "Bohren & der Club of Gore" mit die einzigen seien, deren Musik ihm Angst machen könne. Die zugehörige private Anekdote aus 2003 spar ich wegen Viellaberei hier und heute jetzt mal, nur halt noch: SAME HERE!

    Und während die Liebe ab irgendeinem Punkt einfach weiterging und geht, sind mogwei who? xD aus meiner Sicht jetzt högschd offiziell auch zurück in diesem erlauchten Club - obwohl sie strenggenommen nie wirklich raus waren. Anders als ich ab jetzt und nach dieser enormen Beanspruchung aller interessiert Mitlesender heute. :)

    • Vor 6 Monaten

      tl;dr, wirkt beim Überfliegen aber jubelpersisch. Und dem schließe ich mich an. #wuffsaid

    • Vor 6 Monaten

      Ja, aber wieviele Punkte von Fünf sind das denn jetzt!? :mad:

    • Vor 6 Monaten

      Ja, sorry, beim Verfassen ist mir ein akuter, wenn auch nicht ganz so frischer homo faber unterlaufen! :D

    • Vor 6 Monaten

      Hier, übrigens: Gehört 1/5,

      sollte klar sein, weil mit alter Liebe fest zurück im Sattel geschätzter Kontinuität natürlich auch sofort wieder alle alten und unvermeidlichen Scherereien um sie herum ins Schneckenhaus zurück gelassen werden, z.B. all die eigentlich sinnlos durchgemachten Nächte in deinem regulären Wochenend-Hintergrunddienst, obwohl einfach mal Ruhe und Raum zum Durchpennen gewesen wäre, denn nach der vollen 5x8 ist vor der vollen 5x8, aber dieser fehlende Übergang für "Pat Stains" für dein nächstes "Soundtrack of my life"-Mixset, was am inneren Reißbrett ja sonst auch schon zu 87% fertig abgemischt super smooth kommen wird, hätte dir den Schlaf doch eh nicht wirklich gegönnt. Und der innere Widerspruch zwischen 9-to-5-Job und Doppelleben als Klitzekleinkünstler*in lässt sich ja eh nie vollends auflösen...

      ...so yeah, missed hating to love it just as much as loving to hate it. Nehmt's von dem Dude, der einfach innerhalb von 17 Jahren 3x mit derselben Berliner Promi-Psychologin eine toxische Ja/Nein/Jedenfalls nicht so ganz-Liebesbeziehung einging, das dritte und hoffentlich letzte Mal schäbigerweise auch noch, als sie ihn nach dem Verlust der Liebe seines Lebens mit all ihrem Vorwissen und super plump für ihre Karrierezwecke instrumentalisierend aus der Gosse kratzte und Stück für Stück wieder bis zur Beziehungsfähigkeit zusammensetzte, nur, um ihn 2,5 Jahre später gegen einen noch etwas besser situierten bekennenden Gay-Character einzutauschen, mit dem zwar perspektivisch wie wohlweislich noch weniger erfüllende Liebesbeziehung drinnen ist, aber immerhin ein gemeinsam gehegter Kinderwunsch realisierbar scheint. Und auch wenn sich das hier jetzt nicht so liest - hat mich nur zum noch größeren Fan unserer neuen gesellschaftlichen Vielfalt beim individuellen Aushandeln unserer Sozialbeziehungen werden lassen.

      So lebe ich ungestraft und unbefristet das Leben eines 16jährigen mit zu viel Geld, ohne Konsequenzen, Schrank ausschließlich mit Carhartt-Pants und Dickies-Kappus befüllt, mein feuchter Traum als Teen aus nem kaputten Unterschichten-Elternhaus...

      In diesem Sinne: Schönen Sonntag an alle Langzeit-user*innen und alle stoisch kontinuierlich weiter liebende Liebhaber*innen! :koks: :absinth: :wein: :joint: