Porträt

laut.de-Biographie

Lizzo

"Rappende Frauen waren schon immer da! Wir haben ihnen nur nie eine Plattform gegeben, weil die Industrie entschieden hat, wer es bis nach oben schafft. Die Industrie kontrolliert das aber nicht mehr. Die Hörer tun das jetzt", sagt Melissa Vivane Jefferson im Interview mit dem Guardian. Dass das auch verdammt gut so ist, zeigt ihre eigene Karriere.

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Jefferson, die die meisten wohl eher unter dem Namen Lizzo kennen, vereint in ihrer Person nämlich so ziemlich alle Klischees, die gegen eine klassische Mainstream-Karriere sprechen. Doch von vorn.

Ende der Achtziger in Detroit geboren, verbringt sie die ersten zehn Jahre ihres Lebens in der Heimatstadt von Diana Ross, Iggy Pop, Eminem und Theo Parrish, bevor sie mit ihren Eltern und ihrer Schwester nach Houston umzieht. Kein Wunder also, dass Lizzo ihre Leidenschaft für die Musik bereits in Kinderschuhen entdeckt. Sie ist ungefähr elf Jahre alt, als sie beginnt, Querflöte zu spielen und zu rappen.

Mit 14 gründet sie mit Freundinnen ihre eigene Cornrow Clique und hat nur wenig Lust, sich von irgendwem sagen zu lassen, was sie zu tun hat. Nach der Schule zieht sie erneut um und landet in Minneapolis. Dort landet die kurvige Afroamerikanerin erstmal ziemlich hart auf dem Boden der Realität. Nicht nur muss sie den Tod ihres Vaters verarbeiten, sie kann sich auch keine Wohnung leisten und lebt ein knappes Jahr lang in ihrem Auto.

Ihren Traum, Musikerin zu werden, verfolgt Lizzo dafür umso zielstrebiger. Sie gründet gleich mehrere Bands, unter anderem Grrrl Party, The Clerb, Absynthe und Ellypseas, die sich allesamt irgendwo zwischen Hip Hop und Indie ansammeln. Ihre R'n'B-Girl-Band The Charlice, die sie gemeinsam mit Sophia Eris und Claire de Lune gründet, verschafft sich in Minneapolis sogar einen so guten Ruf, dass Prince sie 2014 kurzerhand auf sein "Plectroelectrum"-Album holt, das er gemeinsam mit 3rdeyegirl produziert.

Mit ihren verschiedenen Bandprojekten scheinbar immer noch nicht ausgelastet, arbeitet Lizzo zusätzlich an einem eigenen Album. "Lizzobangers" erscheint 2013 auf dem Markt als knallhartes Hip Hop Album, das ihr Dasein als junge, schwarze Frau anspricht, die in keinerlei Konventionen passt. Diese Themen lassen sie auch auf ihrem Zweitling "Big Grrrl Small World" nicht los, das musikalisch noch weiter im Indie-Bereich zu verorten ist.

Lizzo - Cuz I Love You Aktuelles Album
Lizzo Cuz I Love You
Großes Talent in kommerziellen Schubladen.

Mit ihrem Solo-Output wird Lizzo zum Sinnbild für Body-Positivity und Girlpower und eine Kämpferin für Gleichberechtigung. Obwohl die Sängerin und Rapperin bereits ganz genau weiß, welche Message sie in die Welt hinaustragen will, hadert sie nach "Big Grrrl Small World" jedoch mit der Art und Weise. Glücklicherweise begegnet sie zufällig Ricky Reed, der bereits mit Cee-Lo Green, Christina Aguilera, Jason Derulo, Maroon 5 und anderen Pop-Größen zusammen gearbeitet hat.

Reed feilt mit Lizzo nicht nur an ihrer Stimme, sondern verschafft ihr auch noch einen Deal mit dem legendären Atlantic Records-Label, das Weltstars wie Aretha Franklin oder ABBA zu verantworten hat. Dort releast sie erst ihre gefeierte EP "Coconut Oil", und 2019 ihr drittes Album "Cuz I Love You".

Lizzo sieht sich übrigens nicht nur als Musikerin, sondern auch als Aktivistin, die sich gegen Rassismus, Body-Shaming und auch gegen Homophobie einsetzt. Im Interview mit Junkee sagt sie selbst: "Meine Bewegung ist für jeden da. Meine Bewegung zelebriert Diversität. Es geht um Inklusion. Es geht darum, deine Anerkennung zu bekommen und jedem den Freiraum zu geben den er braucht, um er selbst zu sein und für sich zu sprechen."

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