laut.de-Kritik

Die etwas andere italienische Metal-Band.

Review von

Gory Blister waren schon immer die etwas andere italienische Metal-Band. Technischen Death Metal im Stile von Death oder Atheist ist man vom Stiefel her eigentlich weniger gewohnt, aber nichts anderes spielen die Jungs bereits seit schlappen 18 Jahren. Auch der neueste Streich namens "Graveyard Of Angels" ist für Fans des Genres ein absoluter Ohrenschmaus.

Gingen die technischen Spielereien der Südländer auf ihren früheren Alben immer wieder auf Kosten der eigentlichen Songs, so haben sie mittlerweile eine äußerst gelungene Mischung gefunden. Schon im Intro des Openers "The Hatch Opens" schieben sie ein paar Melodien vor, nach der sich manch andere Band die Finger lecken würde. Die verhackstücken sie zwar schnell wieder genüsslich, doch der Song ist trotzdem verdammt stark. Trotz aller Eingängigkeit merkt man der Truppe das spielerische Potential jederzeit an, ohne dass es zum Selbstzweck verkommt.

Zwar ballert einem "Void Made Flesh" die Riffs und Breaks schon ein wenig deftiger um die Ohren. Dennoch kann man fast schon von einem episch zu nennenden Chorus sprechen. Shouter Clode wechselt zwischen tiefen Growls, derben Shouts und fiesem Gekeife hin und her, was die Mucke zusätzlich aggressiv und abwechslungsreich macht. Doch vor allem Gitarrist Raff macht ordentlich Wind und lässt die Kauleiste in Soli wie in "All Vanishing Ruins" gen Boden sinken. Was er da an der Klampfe ablässt, ist international absolut konkurrenzfähig.

Immer wieder tauchen ein paar sehr interessante Harmonien und das ein oder andere VoiVod-Zitat auf und verleihen der Scheibe damit interessante, neue Facetten. Das trifft auch auf das instrumentale "Emit Despale" zu, dessen düster-bedrohliches, zähflüssiges Lavariff schließlich in eine kaum weniger düstere Melodie übergeht. Horrorstreifen-Soundtrack par excellence.

Der Techno-Remix des Tracks ist abschließend ebenfalls nicht uninteressant. Leichte Ähnlichkeiten zu The Prodigy sorgen dafür, dass es sogar für den toleranten Metalfan interessant bleibt.

Trackliste

  1. 1. The Hatch Opens
  2. 2. Void Made Flesh
  3. 3. All Vanishing Ruins
  4. 4. The Descent
  5. 5. Emit Despale
  6. 6. (The Slum Of The) Wretched Creatures
  7. 7. Sining Hades
  8. 8. Graveyard Of Angels
  9. 9. Emit Despale (Remix)

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