26. Juli 2018

"Hier bin ich der Mesut Özil"

Interview geführt von

Helen Henfling, Samira Zahidi und Patrick Wagner sind Gewalt. Wir haben die Berliner vor ihrem Auftritt in Karlsruhe zum Gespräch getroffen.

Niemals ironisch ein Interview führen. Puh, ausgerechnet bei der letzten Frage an Gewalt kommt ein leicht unterkühlter Ton ins Spiel. Ein Hauch von Kälte bei gefühlt 40 Grad ist eigentlich nicht schlecht, aber als Interview-Neuling stellen sich mir für einen kurzen Moment doch die Haare unangenehm nach oben.

Gewalt-Sänger Patrick Wagner ist ein Mensch, der sehr leidenschaftlich und ernst über Themen redet, die ihm am Herzen liegen. Vor ihrem Auftritt beim P8 Sommerfest in Karlsruhe treffen wir die ganze Band, zu der noch Helen Henfling zählt, die mit trockenem Humor und pointierten Sätzen den Kontrast zum lauten Sänger gibt sowie Bassistin Samira Zahidi, die das ganze Interview freundlich schmunzelt, während sich Wagner in Rage redet.

Gewalt veröffentlicht Musik nicht auf CD, sondern nur noch auf Vinyl oder als Download. Ist das CD-Format für euch tot?

Patrick: Ich habe gar keinen CD-Player mehr.

Helen: Wer hört heute noch CDs? Ich habe sehr viele CDs von früher, aber kein Gerät mehr, was es abspielen können, nicht mal mein Computer. Braucht irgendwie kein Mensch, oder?

Patrick: Das beste daran ist, dass es die GEMA nun endlich geschafft hat, eine Beteiligung für die Künstler raus zu hauen. JETZT! In DIESEM Jahr! Das sieht man doch wie gut unsere Interessen vertreten werden (alle lachen). Nee, aber grundsätzlich war das weniger konzeptionell als man denken könnte. Wir hatten am Anfang zwei Stücke "Pandora" und "Szenen einer Ehe" und jemand wollte die eben auf 7" rausbringen.

Helen: Nee, also eigentlich war das anders. Es war mein Vorschlag, dass wir nur Singles rausbringen, weil das einfach ein gutes Format ist und letztendlich ist das ein schnellerer Prozess. Es waren nur zwei Songs und ein Album wollten wir eh nie wirklich machen.

Patrick: Normalerweise schreibt man ja Stücke, die rumliegen, irgendwann müffeln und dann haut man eben ein Album raus. Und jetzt haben wir zwei Stücke aufgenommen und dann veröffentlicht das jemand. Wir sind irgendwann einfach diesem Rhythmus gefolgt.

Ist eine Plattform wie Bandcamp die Zukunft?

Patrick: Wir laden die Songs auf Bandcamp hoch, die Leute hören es dann und manche zahlen dafür. Wir haben uns ein bisschen von den wirtschaftlichen Interessen verabschiedet. Es ist einfach total angenehm, man muss sich nicht rechtfertigen und auch keinen Deal ausmachen. Um Gewalt zu verstehen ist das auch ein ganz guter Ansatz. Wir haben keine Erwartungen an die Dinge, außer das es unser eben selber glücklich macht. Das ist der einzige Rahmen für unsere Arbeit. In "Pandora" geht es ja auch um die Themen Arbeit, Krankheit, Tod. Da sollte die Erwartungshaltung an uns nicht sein, dass das am Markt funktioniert. Gewalt gehen einfach ins Studio und sind auch noch nie länger als einen Tag da drin gewesen. Ich glaube, wir sind eine der entspanntesten Bands der Welt. Diese Imperfektion ist doch schon Kunst! Ich frage mich was Joseph Beuys dazu sagen würde.

Ihr habt ja für eure Remix-EP "Manipulation" die Kontrolle an andere Künstler abgegeben ...

Patrick: Hast du sie gehört? Was ist dein Lieblingstrack?

Ich finde den "Guter Junge/BöserJunge"-Remix von Olaf Opal sehr gelungen. Weil es meine Erwartungshaltung an ihn bricht. Olaf hat ja in jüngster Vergangenheit für Bands wie Juli gearbeitet und das letzte Andreas Kümmert-Album produziert.

Patrick: Olaf hat eine dunkle Seite. Der Remix ist das Dunkelste, was er jemals gemacht hat. Er hat sowieso noch nie einen Remix für jemanden gemacht. Und dann meldet er sich einfach bei mir und sagt: "Ich habe da ne Idee." Meine Reaktion war direkt "Vamos! Hier sind die Files!"

Max Gruber alias Drangsal sagt ja auch als einer der wenigen heutzutage seine Meinung und polarisiert. Ist euch zu wenig Reibung in der deutschen Musiklandschaft?

Helen: Och, soll doch jeder machen was er will. Es scheint ja den Leuten zu gefallen und ich muss mir das ja alles nicht anhören ... so lange mich dazu keiner zwingt. (lacht)

Patrick: Wir interessieren uns nicht für die deutsche Musiklandschaft. Es wäre natürlich gut, wenn es hier etwas wie Death Grips geben würde oder um nun doch mal abzuledern: Vor ein paar Wochen war "This Is America" auf Platz 1 und in Deutschland Gzuz. Da denkt man dann: Ok, Childish Gambino ist ultratalentierter Kram. Genial produziert, genial gemacht. Der neue Prince. Das andere ist nur langweiliges Rumgedeppe und sich einen drauf runter holen, dass man ein dickes Auto fährt. So langweilig!

Aber was mir nach meinem anfänglichen Hate dann doch auffiel: Beide Songs handeln ausschließlich von Gewalt. Um wieder eine Lanze für Gzuz zu brechen: Vielleicht ist seine Art im Vergleich sogar direkter. Weil er wirklich im Dreck drin steckt, aus dem Dreck heraus erzählt, aber es bleibt dann leider eben am Schluss doch Dreck. Wäre natürlich auch gut, wenn aus diesem Dreck eine schöne Orchidee wächst.

Helen: Gzuz beschreibt ja auch selbst, dass er diesen "Dreck" geil findet.

Patrick: Klar finden die das geil, aber es fällt mir schwer, das unter Kunst einzuordnen. Das ist einfach eine dumme Art, das Arschloch-Geld zu verdienen. Leider läuft es darauf immer hinaus.

Helen: Die verkaufen ja auch Pullis für 120 Euro.

Patrick: Um aber noch einmal auf deine Wohlfühlecke zu kommen: So Leute wie AnnenMayKantereit und Mark Forster haben alle die gleichen Harmonien, die gleiche Strategie und bekommen dann dafür eine Festival-Gage von 250.000 Euro. Da denke ich mir schon: Krass! Für dieses durch und durch untalentierte Zeug. Aber das ist nun mal so, dass in Deutschland Idiocracy herrscht und die Kunst gibt das eben so wieder. Das ist halt der gegenwärtige State Of The Art, da gibt es nichts zu beschönigen.

Helen: Die Musik aus Deutschland ist eben auch allgemein nicht so groß.

Patrick: Es gab schon DAF oder Kraftwerk.

Helen: Naja, das ist aber alles sehr überschaubar.

Patrick: Ja, da hilft auch keine Wirtschaftsförderung. Die deutsche Musik ist einfach so uninteressant.

"Noise-Rock-Leute hassen uns"

Aber bekommt ihr nicht etwas von der GEMA?

Patrick: Nee, gar nicht.

Helen. Man bekommt viele Briefe von der GEMA.

Patrick: ... die man nie aufmacht.

Fühlt ihr euch denn wohl in eurer Indie-Nische?

Patrick: Es gibt keine Nische für uns. Wir sind ja auch nicht Noise-Rock. Noise-Rock-Leute hassen uns. Jemand, der zum Beispiel zu Unsane geht, hört uns nicht. Die finden uns komisch und unmännlich.

Helen: Wir haben halt keinen Penis.

Patrick: Wir haben auch nicht die größten Verstärker, aber dafür etwas zu sagen. Das stört die. Wir passen auch nicht in die Deutsch-Indie-Ecke, dafür sind wir dann wieder zu laut. Wir interessieren uns zum Beispiel für Hip Hop oder elektronische Musik. Wir passen am besten auf Festivals wie das Fusion, die sind open minded und verstehen unsere Musik. Die stehen natürlich in erster Linie auf die Beats, aber hören dann auch unsere Aussage und denken "Woaa! Gib mir mehr davon!" Solche Reaktionen sind cool und machen einfach Spaß. Also stecke uns deswegen nicht in eine Nische. Gewalt steckt in so vielen Dingen. Ein Stück wie "Wir sind sicher" könnte ganz locker auf einem Party-Sampler landen. Das ist doch Gewalt! Das ist total gewaltvoll, da bekommen Leute Angst, da weinen Leute, da passiert einfach total viel.

Also diese Emotionalisierung von Menschen?

Patrick: Genau! Wenn ich mal ein Konzert erlebe, wo die Leute nicht angewidert rausgehen, dann hören wir auf! (lacht) Wir wünschen uns natürlich eher, dass die Leute unsere Musik umarmen und offen sind, aber das passiert eben auch nur vereinzelt.

Gewalt nehme ich persönlich als eher männlich wahr. Hast du vielleicht auch deswegen zwei Frauen als Kontrast oder Gegenpol an deiner Seite?

Helen: Ich finde, Gewalt ist eher menschlich. Wenn man das Wort als solches betrachtet, sind Menschen einfach generell gewalttätig.

Patrick: Körperliche Gewalt geht eher von Männern aus. In einer Band geht es zwar schon über Lautstärke und Körperlichkeit, aber bei uns ja eher um die Gewalt, die zwischen den Zeilen stattfindet, also zwischen den Menschen. Was uns dazu bringt, alles zu zerstören, gerade die Menschen, die wir lieben und nicht etwa, um mit wehenden Fahnen gegen Angela Merkel zu wüten. Sie ist nicht das Problem und auch zu irrelevant für uns. Aber zu deiner Frage: Wenn wir hier zu dritt in die Location kommen, ich mit meinem roten Hemd, begleitet von zwei schönen Frauen voller Grazie und Weisheit, dann sagen die Blicke: "Ah ja, und IHR seid nun Gewalt?"

Helen: Dann fragen die immer: Arbeitet ihr hier?

Patrick: Seid ihr die Bedienung?

Passiert es öfter, dass nur Patrick als Gewalt gilt?

Helen: Die ganze Zeit. Ich möchte mal diesbezüglich auf das Reeperbahn-Festival hinweisen. Da steht in der Beschreibung nur, dass man Patrick Wagner von Kitty Yo, Surrogat und Peaches kennt. Da geht es gar nicht um Gewalt, sondern um Patrick Wagner und Band. Patrick Wagner hat sich nun auch solomäßig verwirklicht.

... mit diesen beiden Frauen im Hintergrund.

Helen: ... die Tambourin spielen.

Patrick: Tanzend.

Helen: Im Bikini ... manchmal auch im Badeanzug.

Ich könnte keinen Bikini tragen. Das sähe echt nicht schön aus.

Helen: Auch eine Form von Gewalt.

Patrick: Die Medien konzentrieren sich doch eh nur auf eine Sache und bei Gewalt bin ich eben der Mesut Özil, auf den sich alles konzentriert. Aber meine Reaktion wäre besser, haha. Klar, die Beats und Texte sind von mir. Alles weitere aber nicht und vor allem sind die Beiden absolut geschmackssicher. In Berlin wird immer rumgeheult, dass man keine Musiker findet, die richtig spielen können. Hat mich nie interessiert. Ich wusste nicht mal ob Helen Gitarre spielen kann oder Samira Bass. Wir sind gemeinsam Essen gegangen und sie sagte: "Ich werde hier nicht erzählen wie gut oder schlecht ich spielen kann." Und damit war klar, sie wird das cool machen.

Ein Scheißinstrument kann ja jeder spielen, eine Haltung nicht. Meinst du, einer bei Spacemen 3 kann richtig gut spielen? Die blöde deutsche Musiklandschaft hat nichts zu sagen außer Blablubb. Wir haben was zu sagen. Wir berühren Menschen. Naja okay, das behaupten AnnenMayKantereit bestimmt auch von sich (lacht). Äh, von wem ist dieses Lied "Und wenn sie tanzt"?

Helen und Samira (singen): Ist sie woanders.

Patrick: Wer war das nochmal? Das war doch von diesem Mark Forster. Nee, auch nicht.

Puh, weiß gerade auch nicht. Die klingen doch eh alle gleich.

Helen: Und sehen auch alle gleich aus.

Samira: Wieso kenne ich die alle nicht? Naja, ich kannte auch Patrick Wagner nicht.

Patrick: Ein Freund von dem managt den. Mir fällt der Name nicht ein. Ha! Max Rieger!

Ja, der isses.

Helen: Nee, der doch nicht. (Gelächter)

Patrick: Hey, aber du hast auch sofort "Der isses" gesagt. Der Clueso singt zum Beispiel auch immer so Sachen wie "Ich bin wie ihr" und ich denke dann immer: Nee, wir sind nicht wie du! Wir sind fucking Freaks und so etwas möchte ich auch im Konzert sehen. Bands wie Death Grips oder Sleaford Mods und nicht diese langweilige Scheiße.

Die Band Gewalt mit drei Männern ...

Patrick: Würde nicht Gewalt heißen. Dann wäre das wie Slayer, die das in dieser Form am weitesten ausgereizt haben und sich auch den Erfolg verdient haben. Wir haben ja den Beat zu "Guter Junge/Böser Junge" im Intro und das läuft dann erst mal so zehn Minuten und die Leute sind schon fertig, bevor wir den ersten Ton spielen. Und dann gehen die zwei Ladies auf die Bühne und fahren das Riff-Brett. Ich habe damit gar nichts zu tun! Ich mache diese Gewalt nicht. Das sind die (dreht sich zu Richtung Helen und Samira). It's more brutal than fuckin Queens Of The Pop ... Stone Age. Das Riff hat Helen geschrieben. Ich stehe mit meiner Art, die mir manchmal selber unangenehm ist und der Lautstärke natürlich im Vordergrund, aber die treibende Kraft hinter Gewalt sind die anderen und überhaupt der Grund, warum ich das hier mache.

Du solltest mit Surrogat ja mal Vorgruppe für Queens Of The Stone Age sein.

Patrick: Die haben uns aus der Tour geworfen, weil wir zu laut waren. Wir hatten in der Kölner Live Music Hall gespielt und Queens Of The Stone Age kamen gerade von der US-Tour mit Trail Of Dead. Dort waren die Zuschauer schon komplett taub, als die Queens an der Reihe waren. Sowas wollten die nicht noch mal erleben. Das Queens-Management hat die dann beschwichtigt: "Come On! They're Germans! They can't rock!" Als Josh Homme beim Soundcheck dann gesehen hat, wie wir rocken, obwohl wir gar nichts vom Pult bekommen haben, meinte er "It's too much" und damit waren wir raus.

Der Satz "Du machst dir immer wieder klar / Du bist Patrick Superstar" aus dem Surrogat-Album "Hell in Hell"...

Patrick: ... ein gutes Zitat!

Würde ich mir tätowieren!

Patrick: Aber mit deinem eigenem Namen. Das ist ja der Trick dabei.

Ist Größenwahn wie in dem angesprochenen Zitat aus dem Song "Gott AG" ein Schutz für dich?

Patrick: Es geht eben darum, wie man diese 14 Tage Glück, die man im Leben hat, erreicht. Man muss sich klar machen, dass man mindestens so gut wie Newton, Lincoln oder Malcolm X sein kann. Diesen Moment braucht man halt manchmal, einfach um fuckin aufstehen zu können. Um nichts anderes ging es mir in dem Lied. Mich hat schon immer diese deutsche Piefigkeit gestört. Diese AnnenMayKantereit-Winzigkeit, diese Gefühligkeit und Unerträglichkeit. Dieses Hochdienen: Wenn du brav studiert hast, dann kannst du auch ... Glaubst du, dass jemand wie Werner Herzog über so ein Denken zu seinen Arbeiten gekommen ist? Gewalt sind eine Behauptung. Wir wissen nicht einmal, ob es Musik ist, das entscheiden andere. Wir dürfen ja sogar Remix-Platten machen. (lacht)

Was total aus der Mode gekommen ist, wie ich gemerkt habe. Ich war übrigens noch nie größenwahnsinig und du hast sicherlich gemerkt, dass ich kein ironischer Typ bin. Ich nehme die Dinge total ernst. Ich möchte ja nicht meine kostbare Zeit sinnlos bei Netflix verbrauchen. Ich bin heute für diese Aufregung genau acht Stunden nach Karlsruhe gefahren und weiß jetzt nicht, was genau passiert.

Welche Form von Gewalt habt ihr erfahren?

Helen: Hm, da möchte ich nicht drauf antworten.

Patrick: Von meinem Vater.

Samira: Gewalt entsteht oft in den eigenen Gedanken.

Patrick: Man ist sich selbst die größte Hölle. An die kommt nichts ran.

Gewalt ist ja auch: Auf die Arbeit gehen, Dinge erledigen, funktionieren müssen.

Patrick: Man muss nur das machen, was gut für einen gut ist. Ich finde es besser, in Karlsruhe zu spielen und mit dir zu reden, als vor einem PC zu sitzen. Oder die Fußball-WM: Es ist krass wie wenig mich das interessiert hat. Ich rede nicht von Fußball-Romantik. Eine WM sollte doch zeigen, wie sich Leute auf der Höhe ihrer Fähigkeit treffen und sich duellieren. Stattdessen trifft ein nervliches Wrack auf das andere. Alle waren mit sich selbst beschäftigt. Diese Weltmeisterschaft hat eine gesellschaftliche Dysfunktionalität auf verschiedenen Ebenen gezeigt. Man konnte sehen, wie unfähig Menschen damit umgehen, dass etwas nicht funktioniert.

Fußballer wollen sich natürlich auch von ihrer besten Seite zeigen und ein perfektes Image nach außen transportieren.

Patrick: An der Stelle kann ich ja erzählen, dass wir im Vorfeld der WM vom DFB wegen unserer Berliner FuckUp Nights angefragt wurden, in denen Start Up-Unternehmer vom Scheitern berichten. Wir haben unser Konzept vorgestellt und das wurde dann von Oliver Bierhoff abgelehnt, mit der Begründung: "Unsere Spieler haben doch gar keine Start-Ups." Dabei geht es darum doch gar nicht. Sondern darum, wie man mit Fehlern umgeht. Das kann für die deutsche Nationalmannschaft total wichtig sein. Das war absurd. Im Nachhinein kann ich sagen, dass die deutsche Nationalmannschaft damit Weltmeister geworden wäre. Denn die Özil/Gündogan-Geschichte wäre ganz sicher zur Sprache gekommen. Man hat ja gemerkt, dass es keiner in der Mannschaft angesprochen hat und da ein Bruch erkennbar war.

Helen: Das ist auch typisch deutsch: Einfach nicht drüber reden.

Patrick: Man wollte das unter den Teppich kehren. Intern hat sich doch jeder Spieler gefragt: Warum machen diese Deppen das? Um ein Özil zu sein, musst du durch die Fußball-Hölle gehen. Der wird ja von seinem Vater begleitet und der ordnet dann an, dass er sich mit Erdogan trifft. Und Özil steht dann vor der Entscheidung, ob er sich gegen seinen Mentor und Vater entscheidet, der ja bei den Türken noch eine gewichtige Rolle spielt. Sowas wirkt sich auch auf die Leistung aus und überhaupt war Joachim Löw doch schlichtweg müde.

Puh, ich bin dann auch fertig. Möchtet ihr euren Fans noch etwas sagen?

Patrick: Niemals ironisch sein! Nimm dich ernst! Wir haben uns doch gut unterhalten.

Helen: Wir haben keine Fans.

Patrick: Ich würde auch sagen, wir haben keine Fans, sondern Gleichgesinnte.

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