laut.de-Kritik

Hardcore mit schwedischen Death Metal-Melodien.

Review von

Die Jungs aus Chicago hatten es in den letzten Jahren wirklich nicht leicht. Zwar gehören sie mit Sicherheit mit zu der ersten Welle an US Bands, die Hardcore mit den Melodien des schwedischen Death Metals vermischt haben, großartig davon profitieren konnten sie jedoch nicht.

Als mit dem Drummer und beiden Gitarristen dann nach dem Debüt auch noch die Hauptsongwriter flöten gegangen sind, war schon beinahe Schicht im Schacht. Jetzt sind sämtliche freien Plätze aber wieder besetzt und mit "Villainy & Virtue" liegt das nächste Album vor. Darauf haben sich Dead To Fall ein ganzes Stück vom Sound des Debüts entfernt und setzen lange nicht mehr so sehr auf Gitarrenleads, wie noch auf "Everything I Touch Falls To Pieces".

Alles in allem stehen auf dem zweiten Langeisen der Band von der Ostküste der Staaten die Hardcore-Wurzeln deutlicher im Vordergrund. Diesen Eindruck könnte man nach dem Opener "Torn Self" zwar noch nicht unbedingt haben, aber auch wenn die restlichen Tracks von "Villainy & Virtue" ebenfalls eine interessante Gitarrenarbeit aufweisen können, so geht die Tendenz eher zu ganz alten Death Metal-Bands wie den frühen Dismember oder Entombed. Schon "Bastard Set Of Dreams" ist eher Doomcore mit einem seltsamen, unpassenden Ende (was auch auf einige andere Zwischenspiele zutrifft).

Die beiden neuen Gitarristen verstehen ihr Handwerk, keine Frage, und auch ein Song wie "You've Already Died" kann unterhalten, doch alles in allem ist "Villainy & Virtue" zu unscheinbar geraten, um aus der Masse heraus zustechen. Metalcore Fans können der Scheibe durchaus mal ein paar Minuten Zeit widmen. Ne uneingeschränkte Kaufempfehlung kann ich aber leider nicht aussprechen.

Trackliste

  1. 1. Torn Self
  2. 2. Bastard Set Of Dreams
  3. 3. Stand Your Ground
  4. 4. You've Already Died
  5. 5. Villainy & Virtue
  6. 6. Little Birds
  7. 7. Blood Of The Moon
  8. 8. Cross Section
  9. 9. Master Exploder
  10. 10. Epilogue

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