laut.de-Kritik

Fantastisch düsterer Pop des Deftones-Sängers.

Review von

Als Crosses vor kurzem bei Jimmy Kimmel auftraten, sah man etwas Befremdliches: Chino Moreno tanzte lässig swingend und fing sogar fast an, mit den Fingern zu schnippsen. Komisch - hat man doch bei seinem Namen automatisch die Deftones und damit fette Soundwände, knackige Gitarrenriffs und einen brüllenden Chino im Ohr. Nun: Ein tänzelnder Basser, Synthie-Sounds, cleaner Gesang und ein entspannt groovender Moreno. Verrückt. Und wahnsinnig catchy. So wie das komplette Album.

"Crosses" beginnt elektronisch. Cleaner Drumbeat, verzerrter Synthie, straighter Bass und Chinos klarer Gesang – ein wahres Groovemonster, das im Refrain Gas gibt. "I'm so excited, I can hardly take it", flüstert Chino. Die Aufregung ist spürbar. Überall auf der Platte flirrt die Elektronik, Sounds prasseln von allen Seiten und irgendwo da hinten glitzert eine Disco-Kugel.

Bei "Bitches Brew" und "Thholyghst" brechen die E-Gitarren aus, preschen voran und spendieren eine ordentliche Portion Rock mit Wumms. "Bitches Brew" ist dann auch der einzige Song, bei dem Chino loskeift und einen Funken Deftones aufblitzen lässt. Es sind Momente wie dieser Schreianfall, die "Crosses" aus der Pop-Ecke bringen. Denn an sich sind Songs wie "Trophy", "Blk Stallion" oder "Bermuda Locket" lupenreine und manchmal fast kitschige Pop-Tracks.

Aber Crosses beweisen eben ein unglaublich sicheres Gespür für düstere Stimmung, für Groove und Gefühl, für knackige Beats und eingängige Melodien. So wirkt die Platte an keiner Stelle langweilig oder vorhersehbar. Vielmehr ist es überraschend, wie gut doch der Synthie-getriebene Bastard aus Pop, Elektro und Alternative-Rock funktioniert.

"Nineteen Ninety Four" bleibt ruhig und gelassen, mit einzelnen Klaviernotes, Slide-Gitarre und sanften Beats. Ganz anders "Option": Verzerrte Gitarren, vertrackter Beat und Chinos Melodie, die am Anfang gar nicht passen will. Im Refrain findet sich dann alles zu einer Runde Stadion-Rock zusammen. "Cross" hingegen würde mit den klinischen Elektro-Beats auch auf dem Matrix-Soundtrack funktionieren.

Ruhig und sphärisch düster schließt "Death Bell" das erste echte Crosses-Album ab. Wenn man sich nicht schon so sehr auf eine neue Deftones-Platte freuen würde, könnte man sich glatt wünschen Crosses wäre Chinos einzige Band. "The Epilogue", "This Is A Trick" oder auch "Telepathy" sind dermaßen gute Pop-Songs, da darf Chino ruhig öfters tänzeln und schnippsen.

Trackliste

  1. 1. This Is A Trick
  2. 2. Telepathy
  3. 3. Bitches Brew
  4. 4. Thholyghst
  5. 5. Trophy
  6. 6. The Epilogue
  7. 7. Bermuda Locket
  8. 8. Frontiers
  9. 9. Nineteen Ninety Four
  10. 10. Option
  11. 11. Ninteen Eighty Seven
  12. 12. Blk Stallion
  13. 13. Cross
  14. 14. Prurient
  15. 15. Death Bell

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11 Kommentare mit 3 Antworten

  • Vor 7 Jahren

    Ich muss sagen, dass ich den Deftones mittlerweile nicht mehr viel abgewinnen kann, dieses Projekt hört sich allerdings ganz interessant an.

  • Vor 7 Jahren

    Sehe es ähnlich wie battlefire. Das letzte Deftones Album war gut für vielleicht eine Woche, aber danach wurde es nur noch langweilig. Die Produktion war zu glatt und viele Lieder zu süßlich. Aber mit der Meinung stehe ich relativ alleine dar, da die Presse sich ja überschlagen hat. Crosses hingegen nehmen den Pop-Anteil, das Süßliche vom letzten Deftones Album, und bauen genau diesen Aspekt aus, was mir persönlich sehr viel besser gefällt. Mit den elektronischen Elemtenten funktioniert das auch besser, als mit Deftones Gitarrenwänden.

  • Vor 7 Jahren

    Die ersten zwei EPs hab ich mir gestern mal nacheinander im Schtream gegönnt. Da das Album zum größten Teil aus diesen beiden besteht, bin ich vom Kauf nicht mehr fern.

  • Vor 6 Jahren

    Bin inzwischen ziemlich überzeugt von der Platte als ganzes und befürworte eine friedliche Koexistenz neben den deftones. Eine, die den dicken Carpenter weniger anpisst als Team Sleep :D
    Und "Water & Solutions" von Far ist natürlich viel zu wichtig, um es als Tipp von Catweazel in einem Unterthread verschimmeln zu lassen. Aber Far waren neben deftones eben immer nur "die andere atmosphärische Band aus Sacramento". Tja, frag mal Will Haven, "die andere harte Band aus Sacramento" zu ihrer Meinung... ;)

  • Vor 6 Jahren

    Hat sich in meinem Hirn absolut festgefressen. Aktueller Dauerbrenner ist "Option".