Porträt

laut.de-Biographie

Awolnation

Los Angeles, 2007: Aaron Brunos Band Under The Influence Of Giants diskutiert nach einem achtbaren Szene-Erfolg mit dem selbstbetitelten Debütalbum gerade über neue Songs, da bricht das Majorlabel-Business über ihnen zusammen. Mit zahlreichen anderen Universal-Bands stehen UTIOG praktisch von heute auf morgen auf der Straße. Binnen kürzester Zeit platzen sämtliche Ambitionen, an neuen Songs zu arbeiten.

Awolnation: "Wir brauchen Musik jetzt mehr denn je"
Awolnation "Wir brauchen Musik jetzt mehr denn je"
Aaron Bruno über die Auswirkungen von Corona, Hamsterkäufe und den Grund, warum er seine Platte nicht verschiebt.
Alle News anzeigen

"Das war der Tiefpunkt meiner musikalischen Karriere, sowohl finanziell als auch vom Selbstvertrauen her", erinnert sich Bruno später mit Grausen. In den Folgemonaten jobbt der Musikfreak nebenher als Auftragsschreiber für andere Künstler und sortiert seine eigenen Ziele neu.

Als er die dicke Mappe entdeckt, in der sämtliche Ideen stecken, die er in seinen bisherigen Bands nicht verwirklichen konnte, steht für Bruno fest: Er muss jetzt sein Soloding durchziehen. Mit dem Gitarristen Jimmy Messer wagt er sich an erste Songs. Das neue Songwriting-Paar entdeckt schnell einen gemeinsamen Vibe und stellt zügig die Songs "Burn It Down", "Guilty Filthy Soul" und "All I Need" fertig, die 2010 auf die EP "Back From Earth" gelangen. Awolnation sind geboren.

Der Name rekurriert auf Brunos Spitzname Awol aus High School-Zeiten, dem er selbstbewusst ein "Nation" anhängt. Mit Messer und einigen Freunden spielt er nach und nach mehr Songs ein, so dass im März 2011 das Debütalbum "Megalithic Symphony" auf iTunes USA landet. Mehr noch als bei UTIOG fabriziert Bruno mit Awolnation einen Crossover, der Elemente aus Pop, Funk, Hip Hop und Punk integriert, ohne auch nur ansatzweise beliebig zu klingen.

Awolnation - Angel Miners And The Lightning Riders
Awolnation Angel Miners And The Lightning Riders
Hooks, Dampfhammer-Breaks, K-Pop-Präzision und Rivers Cuomo.
Alle Alben anzeigen

Zur Live-Band zählen auch Drummer Tony Royster Jr., der schon für Jay-Z trommelte, und (bis Anfang 2013) Basser Dave Amezcua aus alten UTIOG-Tagen. Mittlerweile bei Red Bull Records unter Vertrag, spricht sich Brunos Talent allmählich herum. In New York geben die Herren Fabrizio Moretti (The Strokes) und Nick Zinner (Yeah Yeah Yeahs) Ende 2010 die Gast-DJs für eine Liveshow. Dan The Automator (Gorillaz, DJ Shadow) lädt den Songwriter für eine Kooperation sogar zu sich nach San Francisco ein. Ende 2011 erscheint "Megalithic Symphony" auch offiziell in Europa.

In der Folge tourt die Band über eineinhalb Jahre durch Clubs von Nordamerika bis Australien und erspielt sich einen exzellenten Party-Ruf. Parallel dazu klettert der Song "Sail" in den Alternative- und Download-Charts zahlreicher Länder in die Top Ten und wird zum Erkennungsmerkmal der Gruppe. Ob die Mammuttournee daran schuld ist, dass Basser Amezcua Anfang 2013 aussteigt, ist nicht bekannt. Die Trennung sei im Guten erfolgt, lässt dieser via Facebook wissen. Mit Nachfolger Devin Hoffman entstehen die Songs "This Kids Not Alright" und "Some Kind Of Joke".

Ende 2013 ist zwar noch immer kein neues Album am Start, dafür sammeln Brunos Jungs weiter Rekordmeldungen: "Sail" hat sich in Deutschland bereits 75.000 Mal verkauft, in der Heimat Amerika erreichte das dazugehörige Album "Megalithic Symphony" vierfachen Platinstatus. Hinzu gesellen sich: Kanada (5x Platin), Norwegen (6x Platin), Australien und Neuseeland (3x Platin), Österreich und Schweiz (Gold).

 -
Awolnation "Billie Eilish räumt in jeder Kategorie ab"
Aaron Bruno über Social Distancing, den Brand seines Studios und das Duett mit Rivers Cuomo.
Alle Interviews anzeigen

Klar also, dass die Awol-Nation eine Größe erreicht hat, die auch dem Mainstream auffällt. Talkmaster Jimmy Kimmel lädt die Band in seine Late Night Show ein, auf dem Soundtrack des Kino-Smashhits "Fifty Shades Of Grey" sind Awolnation mit dem Springsteen-Cover "I'm On Fire" vertreten.

Doch erst der Song "Hollow Moon (Bad Wolf)" versetzt eine Million Facebook-Follower Anfang 2015 in Verzückung. Es ist der Vorbote zum zweiten Album der genresprengenden Dance-Rocker. Ganze vier Jahre nach dem Debüt erscheint das 14 Songs starke "Run", das die Gang aus L.A. so experimentierfreudig wie eh und je präsentiert. Danach schließt sich, wie immer, eine ellenlange Tournee in den USA und Europa an.

Nach längerer Stille meldet sich Bruno im Herbst 2017 mit dem eingängigen Elektro-Song "Passion" zurück, gefolgt vom atmosphärischen "Seven Sticks Of Dynamite", das den Sound der dritten Platte besser abbildet. "Here Come The Runts" (2018) weist deutlich mehr Gitarreneinsatz auf als zuletzt. Es ist das letzte Album, das in seinem Studio entsteht, denn Ende 2018 wird auch dieses Gebäude in Malibu zum Opfer der verheerenden kalifornischen Waldbrände.

Auch in dieser Hinsicht wird das vierte Awolnation-Album "Angel Miners And The Lightning Riders" im April 2020 für Bruno ein Neuanfang. Als kurz vor der geplanten Veröffentlichung der Corona-Virus weltweit einschlägt, organisiert er für den Vorabsong "The Best" eine Instagram-Live-Session mit Alice Merton: Bruno spielt mit Band in Kalifornien, die Deutsch-Kanadierin bei sich in Berlin.

Interviews

News

Alben

Awolnation - Run: Album-Cover
  • Leserwertung: 4 Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2015 Run

Kritik von Josef Gasteiger

Die Scheibe klingt mitunter wie Elton John featuring Refused. (0 Kommentare)

Fotogalerien

Rock am Ring, 2014 Aaron Bruno und Band taugen in Clubs und auf Festivals.

Aaron Bruno und Band taugen in Clubs und auf Festivals., Rock am Ring, 2014 | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Aaron Bruno und Band taugen in Clubs und auf Festivals., Rock am Ring, 2014 | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Aaron Bruno und Band taugen in Clubs und auf Festivals., Rock am Ring, 2014 | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen) Aaron Bruno und Band taugen in Clubs und auf Festivals., Rock am Ring, 2014 | © laut.de (Fotograf: Bjørn Jansen)

Frequency, 2013 Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus.

Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas) Aaron Bruno und Co. im Festivalmodus., Frequency, 2013 | © laut.de (Fotograf: Julian Haas)

Surftipps

Noch keine Kommentare