laut.de-Kritik

Klarer Sieger im Vergleich mit Creed-Vocalist Scott Stapp.

Review von

Alter Bridge verbinden auch auf ihrem sechsten Release "Walk The Sky" Hardrock, Metal und Alternative. Die Routine der letzten Alben weicht einer entschlackten Herangehensweise. Tremonti, Kennedy und Co. legen mehr Wert auf kurze, kompakte Songs. Mit Ausnahme des Closers "Dying Light", dessen Pathos durchaus an "With Arms Wide Open" heranreicht, verfügen die Stücke allesamt über Rock-Radio-Format.

"Tear Us Apart" und "Godspeed" sind Endorphine und Eruption. Hier reißt auch der thematische Bezug mit. "Godspeed" stellt einen Abschiedsgruß an einen langjährigen Freund dar, dessen Tod eine Lücke hinterließ. Zudem experimentiert das Quartett mit Keyboardloops, die zwar Erinnerungen an Synthie-Extravanganzen des 80er-Horror-Spektrums erwecken, aber glücklicherweise auf Songdistanz nicht stärker ins Gewicht fallen.

Das Rezept der beiden Hauptsongwriter Marc Tremonti und Myles Kennedy, brachiale Riffs und elysische Refrains zum Schwingen zu bringen, geht durchaus auf. "Native Sons" oder "Wouldn't You Rather" holen den Vorschlaghammer raus mit ihrer Metalcore meets Orientalik-Schlagseite, klöppeln den Amboss im Ohr weich, nur um kurz darauf Puderzucker in den Allerwertesten zu blasen. "Take The Crown" übertreibt den Wechsel zwischen den Parts, weswegen der Track wie ein Flickenteppich wirkt.

Bei dreizehn regulären Stücken plus einem Intro geht aufgrund des identischen Aufbaus der Songs nach Standard-Songwriting-Formel ähnlich wie bei der letzten Coheed And Cambria-Platte "Vaxis – Act I: The Unheavenly Creatures" die Abwechslung flöten. Auch die Produktion fährt hart am Kompressions-Limit, was nach vier Stücken zu Ermüdungserscheinungen führt.

Die Eindimensionalität in der Songgestaltung könnte den diversen Hochzeiten der Frontmänner geschuldet sein. Kennedy teilt bekanntlich mit Guns N' Roses-Zylinder Slash die Stage, während Tremonti sein viel beachtetes Solo-Projekt voran treibt.

Dennoch: die Amis gewinnen den Vergleich mit Scott Stapp, ihrem alten Verbündeten aus Creed-Zeiten, locker. Der Blockbuster-Breitwand-Sound begeistert und setzt Standards, an der sich die Szene messen muss. Warum bieder auf Retro machen und zum hundertsten Mal auf die Beatles und Led Zeppelin referieren wie die Foo Fighters, wenn in der gestylten Heavyness die Kraft liegt?

Trackliste

  1. 1. One Life
  2. 2. Wouldn't You Rather
  3. 3. In The Deep
  4. 4. Godspeed
  5. 5. Native Son
  6. 6. Take The Crown
  7. 7. Indoctrination
  8. 8. The Bitter End
  9. 9. Pay No Mind
  10. 10. Forever Falling
  11. 11. Clear Horizon
  12. 12. Walking On The Sky
  13. 13. Tear Us Apart
  14. 14. Dying Light

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LAUT.DE-PORTRÄT Alter Bridge

Ja, ja. Alter Bridge sind die Überreste von Creed mit neuem Sänger. So einfach kann man es sich machen, trifft damit aber nicht ganz den Kern der Sache.

4 Kommentare mit 5 Antworten

  • Vor 2 Jahren

    Lahme Rezension. Lahmer Creed-/Scott Stapp-Vergleich. Lahme Wertung. @ Yan Vogel: Album überhaupt gehört?

    • Vor 2 Jahren

      3 Sterne sind für ein Album mit „Rock Radio Format“ eine Klasse Wertung!
      Aber das Mimimi steckt in jedem von uns wenn unsere Lieblinge nicht gebührend gefeiert werden!
      3/5 auch von mir weil tatsächlich hier und da ein wenig langweilig

    • Vor 2 Jahren

      Ganz ohne "Mimimi": Ich habe hier eine kompetente, ausführliche und differenzierte Rezension erwartet. Und bekomme stattdessen eine dieser üblichen, überheblichen 08/15-Plattentests.de-Kritiken - lustiger Creed-Vergleich Inklusive - zu lesen!? Wie langweilig!

      Das ist schon ziemlich arm! Vogel hat dieses Album maximal einmal im Schnelldurchlauf gehört!

      Eindimensional ist hier nur eines: Vogels Geschreibsel!

      Aber schön, wenn auch Praktikanten ihre Vorurteile so unbeschwert ausleben dürfen ...

    • Vor 2 Jahren

      Sehe ich genauso - auch wenn mich das Album noch nicht so ganz packt wie The Last Hero oder gar Fortress geht der Vergleich mit Creed - einer Band die sich 2004 aufgelöst hat - gar nicht mehr.
      Nicht alles was hinkt ist ein Vergleich.

    • Vor 2 Jahren

      2009 Creed - Full Circle

  • Vor 2 Jahren

    „The Last Hero“ war richtig geil, aber nach der Review habe ich keine Lust in das neue Werk reinzuhören.

  • Vor 2 Jahren

    (...) Erinnerungen an Synthie-Extravanganzen des 80er-Horror-Spektrums erwecken (...) Nee, is Klar!!!

    Und nochmal ganz ohne "Mimimi": Vogel hat dieses Album blind rezensiert - oder gehörig was am Nest. Geht gar nicht!

  • Vor 2 Jahren

    Allein die Stimme von Kennedy ist einfach genial für ein Rock-Album. Es ist abwechslungreich und erfüllt voll meinen Erwartungen. Ein wenig zu viel "Bombast" verhindert von mir den fünften Stern.