laut.de-Kritik

Der Ton gibt ihr recht.

Review von

Der Ton gibt ihr recht. Beneidenswert, wie Band und Streicher die Musik Adeles auf die höchste Qualitätsstufe hieven. Sie singt dort, wo ihre Vorbilder standen, wird von den Leuten bejubelt, unter denen sie sich kürzlich noch selbst befand. "Royal Albert Fucking Hall" ruft sie zur Begrüßung an die Dankbaren und Glücklichen, die diesen Abend mit ihr verbringen dürfen.

Es ist eine Zusammenkunft mit Gedenken und Ausblick: Adeles Lieder, die durchsetzt sind von betörender Liebe und gepflegtem Schmerz, gewinnen in kurzer Zeit die Oberhand über das Publikum. Nichts zu sehen von ihrem oft selbst betonten Lampenfieber, keine Scheu gegenüber der ehrwürdigen Veranstaltungshalle und seinen Besuchern.

Nach fast jedem Song hat sie eine gewitzte Ansprache parat und erinnert mit bemerkenswerter Geistesgegenwart an die Entstehungszeit der beiden Alben "19" und "21". Singt der besten Freundin ein nachträgliches Versöhnungsständchen, erzählt von den Szenen mit dem einstigen Geliebten und nennt ihn "Asshole", sich selbst aber auch eine "Bitch". Erklärt nachdrücklich, dass ihr Leben kein Trauerspiel sei, auch wenn ihre Songs eher Trauerflor als Schleier tragen.

Gerade im Endspurt zeigt sich Adeles Grandezza. Über die höchsten Ränge der Halle hinaus schickt sie der verstorbenen Amy Winehouse einen Gruß mit der Dylan-Widmung "Make You Feel My Love".

Glaubt man den folgenden Bildern, müsste selbst den gutturalen Großmeister diese Darbietung weich werden lassen. Das rührselige "Someone Like You" treibt nach einem Applausüberschwang dicke Tränen in Adeles Augen. Nach dem abschließenden Zeremoniell "Rolling In The Deep" verlässt Adele den Saal.

An diesem Septembertag schimmert so viel Glanz in London, der von keiner Oberfläche ausgeht, sondern von der Prächtigkeit des schillernden Liedinventars einer grundehrlichen jungen Frau, die nebenbei bis dato zehn Millionen Kopien von "21" verkauft hat.

Trackliste

  1. 1. Hometown Glory
  2. 2. I'll Be Waiting
  3. 3. Don't You Remember
  4. 4. Turning Tables
  5. 5. Set Fire To The Rain
  6. 6. If It Hadn't Been For Love
  7. 7. My Same
  8. 8. Take It All
  9. 9. Rumour Has It
  10. 10. Right As Rain
  11. 11. One And Only
  12. 12. Lovesong
  13. 13. Chasing Pavements
  14. 14. I Can't Make You Love Me
  15. 15. Make You Feel My Love
  16. 16. Someone Like You
  17. 17. Rolling In The Deep

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14 Kommentare

  • Vor 8 Jahren

    Meine Güte, spielt das eigentlich irgendeine Rolle, ob sie jetzt ein paar Kilos zuviel hat oder nicht? Immer wieder unglaublich, wie viel Oberflächlichkeit manchen Leute doch besitzen...
    Dick oder dünn, hübsch oder hässlich - sie hat eine grandiose Stimme und ist zudem äußerst sympathisch. Die DVD bzw. das Konzert haut mich immer wieder um. Besonders beeindruckend finde ich, dass sie es geschafft hat, das Konzert in dieser riesigen Halle mit so vielen Menschen irgendwie total persönlich zu gestalten. Und wer bei "Someone like you" nicht zumindest feuchte Augen bekommt, hat meiner Meinung nach ein Herz aus Stein ;-)

  • Vor 8 Jahren

    Der Name ist Programm: Dagobert"f"uck - solch ein unqualifizierter Kommentar kann nur von einem Menschen stammen, der sich mit Vorliebe Musik reinzieht, die von einem Bohlen, der lieber bei Schönheitskonkurrenzen seine menschenverachtenden Kommentare loslassen, bzw. mit seinem Mundwerk in den tiefsten Tiefen dieser Erdkugel verschwinden sollte, produziert wird - dort zählt weder die Stimme noch musikalisches Knowhow, für einen geldgeilen Sack also das richtige Format...viel Spaß beim Gucken und insbesondere beim Verdummen!
    Adele hat eine Gabe, sie kann einen Menschen mit ihrer Stimme in eine andere Welt entführen, sie ist ein Geschenk und ich danke ihr und allen, die es ermöglicht haben, dass wir daran teil haben dürfen!

  • Vor 7 Jahren

    Absolutes Must-See, das Ding. Großartigst in Form die Gute!