Porträt

laut.de-Biographie

2 Chainz

Vor allem seine saublöden Bühnennamen prägen die ersten Karriere-Jahre des Tauheed Epps: Als Tity Boi (!) gründet er gemeinsam mit Dolla Boy die Gruppe Playaz Circle. Playaz steht für 'Preparing Legal Assets for Years from A-Z'. Doch damit nicht genug: Jahre später steht auf seinem Mixtape "T.R.U. REALigion" (!!) der Name 2 Chainz (!!!).

2 Chainz: Homies in Lederhosen in "2 Dollar Bill"
2 Chainz Homies in Lederhosen in "2 Dollar Bill"
2 Chainz chillt mit Homies in Lederhosen und Wayne lässt sich obskure Gegenstände entnehmen.
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Dabei steht Rap gar nicht immer im Vordergrund. Aufgewachsen in einem Kuhdorf namens College Park in Georgia, spielt der knapp zwei Meter lange Tauheed ab 1995 zunächst zwei Jahre erfolgreich Basketball in der College-Liga. Die Musik kommt erst danach. 1997 tun er sich mit Schulfreund Earl Conyers zur Playaz Circle Crew zusammen. Das Ziel: "Mach' legalen Hustle, bleib draußen aus dem Knast und draußen aus dem Grab."

Mit aller Kraft und den letzten zusammengekratzten Moneten nehmen sie ihr Independent-Album "United We Stand, United We Fall" auf. Außer bei ein paar Underground-Nerds stößt die Scheibe auf wenig Resonanz. Trotzdem dient sie als Wegweiser. Die gefeatureten I-20 und vor allen Lil Fate stellen später den Kontakt zu einem gewissen Chris Bridges her, der als Ludacris weltweit für Aufsehen sorgt. Man hängt zusammen im Studio ab und nennt sich nach einiger Zeit 'Homie'.

Doch trotz dieses prominenten Kumpels kommt die Karriere der beiden Duffle Bag Boys (Umschreibung für Hustler und Spitzname der Crew) zum Stillstand: Dolla Boi schaut sich schwedische Gardinen von innen an, Tity Boi bekommt einen Schuss in Fuß ab.

Doch gerade in schwierigen Zeiten ist die Verbindung zu Ludacris enorm wichtig. Er schickt seinen CEO zu dem angeschossenen Brustliebhaber mit den Worten: "Mann, lass und mal wirklich dieses Rap-Ding durchziehen!".

Einige Zeit später unterschreibt Tity Boi ohne seinen Partner bei dem Label Disturbing Tha Peace, das Ludacris sein Eigen nennt. Dennoch vergisst er weder seinen Knastkumpel Dolla Boy, noch seinen Langzeit-Produzenten Jook. Das Dreier-Gespann rappt um die Gunst des Labelbosses, der sich sichtlich angetan zeigt.

Trotzdem vergehen Jahre bis die Crew den Fans eine erste offizielle LP vor die Nase hält: Im Herbst 2007 erscheint "Supply & Demand" und landet auf einem akzeptablen 27. Platz der Billboard-Charts. Besonders die Single "Duffle Bag Boy", auf der Lil Wayne gastiert, bringt dem Duo die nötige Promo. 2009 folgt der zweite Streich: "Flight 360: The Takeoff".

Um die Gruppierung entsteht eine gewisse Stille. Sie versinkt irgendwo in der Belanglosigkeit. Tauheed schmeckt das gar nicht. Er ändert seinen Namen in 2 Chainz, erntet mit einigen Mixtape-Auskopplungen Props in der Blogosphäre ("Codeine Cowboy" trägt zum letzten Mal die Aufschrift Tity Boi), tourt mit Lil Wayne und Nicki Minaj und holt sich Lob von Drake ab.

Ein Hype entsteht. Um diesem den letzten Kick zu geben, unterschreibt er im Frühjahr 2012 bei Def Jam einen Deal als Solokünstler. Inhaltlich drehen sich seine Texte nun vordergründig um Luxusgüter wie teure Autos und Designer-Klamotten. Auf dem Label erscheinen zunächst die Alben "B.O.A.T.S. II: Me Time" (2013) und "ColleGrove" (2016). Kommt angeblich auch bei der Damenwelt gut an, denn Pretty Girls Like Trap Music. Ob es nun an den vielen schönen Frauen liegt, die seine Musik kaufen, ist nicht einwandfrei nachzuprüufen. In den Top Fünf der US-Charts ist 2 Chainz mit seinen Def Jam Alben jedoch Stammgast.

Und auch privat läuft es wie am Schnürchen. Im August 2018 heiratet der Rapper seine langjährige Freundin, mit der er drei Kinder hat. Das Familienleben stellt 2 Chainz auf dem fünften Album Rap Or Go To The League in den Vordergrund. Auf Songs über teure Schuhe und Luxuskarosserien muss die Hörerschaft dennoch nicht gänzlich verzichten.

Selbstzweifel stehen nicht im Programm: "Ich weiß nicht, ob es dir aufgefallen ist, aber ich bin ein ziemlich cooler Typ", prahlt er in einem Interview. Seiner Meinung nach auch vollkommen berechtigt, schließlich "denkt Wayne, ich sei dope. Und wenn alle sagen, er ist der beste Rapper der Welt, dann muss ich wohl cool sein!"

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