laut.de-Kritik

Skandinavier sind einfach die besseren Briten. Zumindest was die Musik angeht.

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Skandinavier sind die besseren Briten, zumindest was die Musik angeht. Deshalb steht das Siegel "europäischer Pop der Extraklasse" im dritten Jahrtausend auch ihnen zu und nicht mehr den exzentrischen Inselbewohnern.

Im Gegensatz zu ihren in Traurigkeit schwelgenden Kollegen Eskobar oder The Crash haben The Soundtrack of Our Lives ihre Songs mit etwas mehr Tempo ausgestattet. Dabei verweisen sie klar auf englische Vorbilder, so erinnern z.B. "Still Aging" oder "The Flood" an James, "21st Century Rip Off" ein wenig an die alten Oasis und schon beim Intro von "Keep The Line Moovin'" muss der Hörer unweigerlich an die The Beatles denken.

Das soll auf keinen Fall heißen, dass man es hier mit einer Band zu tun hat, die bei den "großen Briten" klaut, wie sonst nur Hiphopper Samples benutzen. Viel mehr haben TSOOL auf ihrem dritten Album "Behind The Music" einen eigenen Weg gefunden, in ausgereiften Popmelodien zu schwelgen, ohne sich dabei auf die Deprischiene festzufahren. Beim Vorgänger "Extended Revelation" schien man noch stark in diese Richtung zu driften, doch haben TSOOL diesen Kurs zum eigenen Wohl wieder in Richtung Folk verlassen. Natürlich sind nicht alle Songs dazu geeignet, freudestrahlend mit den Hüften zu kreisen. Doch wenigstens ein kleines Augenblinzeln, ein Hauch von Optimismus versprüht jedes der Stücke von "Behind the Music" .

Am deutlichsten wird das Schwanken zwischen Stimmungen und Gefühlen in den TSOOL-Stücken wohl in "Tonight" - textlich, als auch musikalisch: zu tragischen Streichern, kombiniert mit einer anmutigen, aber zugleich fröhlichen Klaviermelodie und einer beschwingten Basslinie, singt Ebbot Lundberg "Tonight I'm the center of the universe... yesterday I was nobody at all... Tomorrow I'm gonna stop to pretend".

Energetische Melodien, mal folkig zum Handclapping und Hüftenschwingen ("Infra Riot", "Sister Surround" oder "Independent Luxury") und kurz darauf in zuckersüßer Melancholie ertrinkend ("In Someone Elses Mind", "Broken Imaginary Time", "Into The Next Sun" oder "The Flood") werden geboten. Facettenreichtum nennt man so was. Eher eine Seltenheit in der Musiklandschaft. TSOOL haben fünf Jahre gebraucht, um eine solche Vielschichtigkeit in ihrer Musik auszudrücken. Das verzeiht man ihnen gerne, wenn man bedenkt, was für ein zeitloses, Wärme versprühendes Werk in dieser Zeit entstanden ist: Grandiose Melodien mit Ohrwurm-Potential. Kaufen! Weitersagen! Sofort!

Trackliste

  1. 1. Infra Riot
  2. 2. Sister Surround
  3. 3. In Someone Elses Mind
  4. 4. Mind The Gap
  5. 5. Broken Imaginary Time
  6. 6. 21st Century Rip Off
  7. 7. Tonight
  8. 8. Keep The Line Movin'
  9. 9. Nevermore
  10. 10. Independent Luxury
  11. 11. Ten Years Ahead
  12. 12. Still Aging
  13. 13. In Your Veins
  14. 14. The Flood
  15. 15. Into The Next Sun

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