laut.de-Kritik

Die Briten machen keine Kopfmusik, sondern Pop zum Popo-Bewegen

Review von

Suede produzieren ihre Pop-Perlen im Dreijahrestakt. Nach dem wunderbaren '93er-Debut und dem großartigen "Coming Up" ('96) liefern Brett Anderson und Bandkollegen zum Ausklang des Jahrzehnts mit ihrem insgesamt fünften Album das dritte Meisterstück ab.

Die Geschichten sind die gleichen geblieben: Anderson singt von der ewigen Vorstadt-Melancholie, vom trügerischen Großstadt-Glamour, von Sex, Drogen, Rock'n'Roll. Nicht in ihren Geschichten, wohl aber in ihrer Musik haben sich Suede weiterentwickelt.

Das wird gleich zum Auftakt, in der Single-Auskopplung "Electricity" deutlich. Neil Codlings Keyboard bestimmt das Klangbild, frisch und energiegeladen aber eben doch in diesem unverwechselbaren Suede-Sound in den sich auch die Reggae-Anleihen von "Savoir Faire" harmonisch einfügen.

Spätestens beim dritten Song ist es dann vorbei mit Stillsitzen. "Can't Get Enough" ist ein überraschend fröhlicher Handclap-Mitsing-Knaller, der Blur's "Song 2" dreist auf der rechten Spur überholt. Und hier macht sich endgültig Erleichterung breit: Der Album-Titel war nur Irreführung, ein alberner Scherz. Suede machen defintiv keine Musik für den Kopf. Vielmehr weist "Hip Music", der Titel, den der NME vorschlägt, in die richtige Richtung - Musik für die Hüften, zum Popo-Bewegen.

"Everything Will Flow" und "Down" drücken dann behutsam die Bremse, um auch den typischen Suede-Balladen zu ihrem Recht zu verhelfen und mal wieder die Frage aufzuwerfen, womit Anderson eigentlich diese Stimme verdient hat.

Und in musikalischer Vielfalt geht es weiter, getrieben von dunklen Trompetenklängen ("Asbestos") und schwirrenden indischen Sounds ("Indian Strings") hin zum ergreifenden "He's Gone". Bis auf das völlig überflüssige "Hi-Fi" ist "Head Music" ein abwechselungsreiches Album ohne Längen oder Ausfälle. Ein Pop-Werk der britischen Oberklasse.

Trackliste

  1. 1. Electricity
  2. 2. Savoir Faire
  3. 3. Can't Get Enough
  4. 4. Everything Will Flow
  5. 5. Down
  6. 6. She's In Fashion
  7. 7. Asbestos
  8. 8. Head Music
  9. 9. Elephant Man
  10. 10. Hi-Fi
  11. 11. Indian Strings
  12. 12. He's Gone
  13. 13. Crack In The Union Jack

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