Porträt

laut.de-Biographie

Saint Jude

Es gibt nicht wenige Menschen im Vereinten Königreich, die darauf schwören, ihren Babys regelmäßig einen Tropfen Whiskey in die Milch zu schütten. Wir wissen nicht, ob die Eltern des Quintetts Saint Jude solches taten. Auf alle Fälle saugt der Fünfer von Anfang an den guten alten Kumpel Rock mit der Muttermilch ein.

Im schnelllebigen Zeitalter der Castingshows, dem Niedergang des Musikfernsehens und der allgegenwärtigen Radiopräsenz von Hip Hop und Dancebeats setzen Lynne Jackaman (Gesang), Adam Greene (Gitarre), Joe Glossop (Keyboards), Colin Palmer (Bass) und Lee Cook (Drums) ganz andere Prioritäten. Pate für ihre Musik stehen Ikonen wie Aretha Franklin, Janis Joplin, Led Zeppelin, die Faces und vor allem die schier allgegenwärtigen Stones.

Obwohl man mit dem addierten Alter der fossilen Vorbilder locker ein ganzes Jahrtausend füllen könnte, klingen die Songs der jungen Londoner nicht im Mindesten anachronistisch. Im Gegenteil: Sie gebärden sich als wild schwitzende Rock'n'Soul-Animals, die zudem wissen, wie man gefühlvoll auf die balladeske Tränendrüse drückt.

Songs und Lyrics schreiben dabei fast ausschließlich die Bandchefs Greene und Jackaman. Vor allem die Frontfrau erweist sich dabei als echter Volltreffer. Bei Konzerten zieht sie alle Performance-Register. Mühelos wechselt Lynne zwischen kratzbürstiger Rockschlampe und anmutiger Soul-Diva.

Bei so viel Talent ist es kein Wunder, dass der Aufstieg der Saints recht schnell vonstatten geht. Während man 2006 noch als reine Amateur- und bessere Proberaumcombo mit Minigigs vor sich hinwurschtelt, erscheint nur drei Jahre später auf einmal Stones-Producer Chris Kimsey auf der Bildfläche. Gemeinsam geht es in die Staaten, nach Nashville und Kentucky. Hier entsteht das mehr als bahnbrechende Debüt "Diary Of A Soul Fiend".

Endgültig märchenhaft wird es, als bei den Aufnahme-Sessions auf einmal das Faces/Rolling Stones-Denkmal Ronnie Wood die Ananasfrisur zur Tür hereinsteckt und gleich begeistert ein paar Gitarrenparts für das Lied "Garden Of Eden" beisteuert. Nun geht alles ganz schnell. Raus aus den miefigen Kaschemmen Sohos, mitten rein in den großen Festivalzirkus.

2010 finden sich Saint Jude auf einmal beim legendären Isle Of Wight, dem einflussreichen niederländischen Bospop oder auf der norddeutschen Breminale wieder. Zwei Shows der Briten adelt sogar Axtschwinger Jimmy Page von Led Zeppelin mit seiner wohlwollenden Anwesenheit.

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