Porträt

laut.de-Biographie

Riefenstahl

Wer eine Band mit dem Namen Riefenstahl ins Rennen schickt, ist eindeutig auf Provokation aus. Dass dieses Konzept immer wieder aufgeht, beweisen Rammstein, Laibach und Konsorten ein ums andere Mal.

Dass man sich vor allem in der deutschen Medienlandschaft - die sich anscheinend immer noch für alles entschuldigen muss - schnell mit dem Hauch des Rechtsradikalen behaftet sieht, scheinen die Hannoveraner bewusst in Kauf zu nehmen. Dank der polierten Murmel von Sänger und Frontmann Jens Esch sowie der Verwendung von deutschen Texten sind solche Vorurteile quasi vorprogrammiert.

Dabei sollten es gerade die leicht verständlichen Texte deutlich machen, dass die Band, zu der neben Jens anfangs noch Ralph Laskowski (Gitarre/Programming), Daniel Peschel (Bass) und Sven Petersen (Drums) gehören, mit Rechtsradikalismus nichts am Hut hat. Doch wie so oft muss man sich erst mal mit einer Band beschäftigen, ehe man sich ein Urteil über sie erlauben darf. Schon ein kurzer Blick auf die Homepage zeigt das Engagement der Band gegen Kindesmissbrauch und ähnlich brisante Themen, deren sich die Hannoveraner offen und ehrlich annehmen.

Man könnte auch erfahren, dass sich Jens, Ralph und Sven im Sommer 2002 zusammen geschlossen haben, um harte Musik zu machen, die sich aber nicht einschränken lässt und für alle Einflüsse offen ist. Wenig später stößt auch Daniel dazu. Mit ihm nehmen sie "Seelenschmerz" auf. In der folgenden Zeit laufen sich die Jungs die Füsse wund, um ihren Namen bekannt zu machen und treten nicht nur 2003 auf der Musikmesse in Frankfurt auf, sondern putzen auch auf der Popkomm 2004 in Berlin sämtliche Klinken.

Schon zuvor haben sie einen Deal mit Community unterzeichnet und präsentieren sich auf der NAMM Show in Los Angeles. Auch in Japan sind die ersten CDs gelandet, und es kann nicht mehr lange dauern, bis sich Riefenstahl durch ihre Musik einen Namen gemacht haben. Sollte man eigentlich meinen, doch wie so oft, kommt es anders als man denkt, und der Deal mit Twilight geht ziemlich nach hinten los.

Davon lassen sich die Vier aber nicht erschüttern, sondern organisieren gemeinsam mit dem Verein Kronos e.V. ein Konzert gegen Kindesmissbrauch. Der Verein zeigt sich vom Engagement der Band beeindruckt und ernennt sie im April 2006 zu offiziellen Botschaftern von Kronos.

Auf eigene Faust nehmen sie derweil ihre zweite Scheibe auf und schicken ihren Produzenten Kai Schwerdtfeger nach Portland, um dort das Mastering zu erledigen. Mit komplett neuer Mannschaft in Sachen Label und Vertrieb am Start (Rude Records/Seegang Music) melden sie sich Ende Mai mit "Instinkt" zurück. Bevor die Scheibe jedoch in den Läden steht, ist Drummer Sven raus.

Seinen Platz nimmt ab April 2007 zunächst Gregor Heise ein. Doch Gregor räumt zwei Jahre später seinen Platz, den nun der Brasilianer Tiago 'Shade' Saldanha einnimmt, mit dem sie direkt am dritten Album arbeiten. Bis dieses erscheint, vergehen aber weitere zwei Jahre.

Erst Ende Mai 2011 liegt "Triumph" in den Regalen. Darauf gehen sie diesmal mit einem Cover in NS-Symbolik in Sachen Provokation aber hart an die Schmerzgrenze. Jens, der sich mittlerweile großspurig 'Centurio' nennt, stellt sich auf die Provokation angesprochen selbst aber nur als Opfer der bösen Presse hin, die ihm irgendwas unterstellen wolle und spielt das Unschuldslamm.

News

Alben

Riefenstahl - Triumph: Album-Cover
  • Leserwertung: 3 Punkt
  • Redaktionswertung: 2 Punkte

2011 Triumph

Kritik von Michael Edele

Die Provokation geht nach hinten los. (0 Kommentare)

Riefenstahl - Instinkt: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2007 Instinkt

Kritik von Michael Edele

Was zur Hölle ist denn ein Venusschrei? (0 Kommentare)

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