laut.de-Kritik

Lieblos zusammen geschustertes Live-Doppelpack.

Review von

Als Freund von Steven Wilsons Output kann man sich eigentlich darauf verlassen, dass ein Release, bei dem er mitwirkt, auch hochkarätig daher kommt. Bei "Octane Twisted" ist dies aus naheliegenden Gründen anders. Fragte man ihn bei Erscheinen seines zweiten Solo-Albums nach der Zukunft von PT, hatte er noch konkrete Pläne, was ein neues Studio-Album anbelangt. Irgendwo auf der Tour zu "Grace For Drowning" muss es in Stevens Kopf auf einmal klick gemacht haben, denn Anno 2012 und in Erwartung des dritten Wilson-Streichs "The Raven That Refused To Sing (And Other Stories)", der im Februar kommt, stehen die Sterne für das Prog-Flaggschiff alles andere als günstig. Ob man diesen Umstand beweint, steht auf einem anderen Blatt.

Dass ihn seine 'Hauptband' momentan eher am Gesäß vorbei geht, kann man an dem ein oder andern Umstand ablesen, unter dem "Octane Twisted" das Licht der Welt erblickt. Zum allerersten Mal seit "Deadwing" kommt ein Porcupine Tree-Output ohne eine Surround-Abmischung daher. So etwas wie Promotion fand ebenfalls nicht statt. Dieses Live-Doppelpack macht deshalb auch einen etwas lieblos zusammen geschusterten Eindruck.

Trotzdem stehen die Bühnenqualitäten der Herren außerhalb jeder Diskussion, selbst wenn der Sound im Vergleich zu früheren Live-Alben etwas schwachbrüstig und wenig basslastig klingt. Die erste Disc macht den kompletten "The Incident"-Zyklus aus. Das kling alles spannend, keine Frage. Allerdings muss man sich als Fan die Frage stellen, ob es einer Live-Darbietung in dieser Verpackung unbedingt sein musste. Als opulent aufgeplustertes Dickschiff im HD- und Surround-Outfit sähe dies anders aus.

Der zweite Silberling hält noch das ein oder andere Bonbon parat, wie das Monster-Medley aus "Russia On Ice" und "Anesthetize". Daneben spielt die Band auch "Stars Die", das zu den eher seltenen Gästen einer PT-Setlist zählt. Sehr schön! Aus dem umjubelten Auftritt in der Royal Albert Hall stammen "Even Less", "Dislocated Day" und "Arriving Somewhere But Not Here". So weit so gut.

Am Ende bleibt dennoch der Eindruck bestehen, etwas Halbgares in den Händen zu halten. Die Prämisse war wohl, den zahlreichen PT-Jüngern mal wieder etwas Haptisches an die Hand zu geben, damit sie nicht vom Fanboy-Fleisch fallen. Für alle anderen Hörer ist "Octane Twisted" vollkommen verzichtbar.

Trackliste

CD1

  1. 1. The Incident

CD2

  1. 1. Hatesong
  2. 2. Russia On Ice/The Pills I'm Taking
  3. 3. Stars Die
  4. 4. Bonnie The Cat
  5. 5. Even Less
  6. 6. Dislocated Day
  7. 7. Arriving Somewhere But Not Here

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10 Kommentare

  • Vor einem Jahr

    Verstehe nicht so genau, was die Veröffentlichung dieser Live Cd soll. Das wirkt wirklich alles etwas halbgar.
    Und die Live Dvd dazu gibt ist nur limitiert erhältlich, was soll das bringen ?

    Wie das mit Liveveröffentlichungen richtig geht, haben Porcupine Tree ja auch schon mehrere Male grandios gezeigt.

    Was natürlich trotzdem völliger Unfug ist, ist was Fear of Music da von sich gibt.
    Aber es muss wohl immer jemanden geben, der etwas im Stile von ''für diese Band geht es jetzt abwärts blabla'' schwätzt.

    Von Stupid Dream bis The Incident haben Porcupine Tree so ziemlich im 2-jahres Takt 6 Meisterwerk Alben abgeliefert, so etwas kann natürlich nicht ewig gehen. Ein neues Album wird aber auf jeden Fall kommen.
    Qualität braucht eben etwas Zeit, siehe auch Tool.

  • Vor einem Jahr

    Es wäre sehr schade, wenn Wilson nicht noch mal etwas mit seiner Stammband aufnehmen würde. So sehr ich seinen Solo-Output auch schätze - er ist nur etwas für das Erlebnis des Moments, ganz im Jazzstil. Porcupine-Tree-Songs aber verfolgen einen noch nach vielen Jahren.

  • Vor einem Jahr

    Übrigens muss man auch dazu sagen, dass "lieblos zusammengeschustert" im PT-Universum immer noch "Doppel-CD mit Bonus-DVD im hochwertigen Digi-Book mit mehrseitigem Foto-Booklet" heißt. Sowas kriegen andere Künstler nicht mal bei ihren regulären Veröffentlichungen hin.