Porträt

laut.de-Biographie

Okkervil River

Nervenzusammenbrüche, Verzweiflung, gelangweilt von der amerikanischen Vorstadtidylle. Okkervil River sind die Band, die man gründet, wenn es keine Alternative zum Musikmachen gibt. Bereits 1998 an der Highschool in New Hampshire, einem 500 Seelen-Dorf in den USA, lernen sich Songschreiber Will Sheff, Seth Warren (Schlagzeug) und Zach Thomas (Bass und Mandoline) kennen. Gemeinsam gründen sie die Band My Wet, die aber lediglich 24 Stunden existiert und einen einzigen Gig an einem Open Mic-Abend zu verzeichnen hat. Nach dem gescheiterten Bandprojekt verschlägt es alle Drei an verschiedene Colleges.

In dieser Zeit erleidet Will mehr und mehr Nervenzusammenbrüche wenn er daran denkt, was er mit seinem Leben anstellen soll. Er kommt zur Erkenntnis: Mein Leben ist ein Fehler. Ein professioneller Fehler. Mit dieser Erleuchtung reist er ins texanische Austin, um Seth und Zach ausfindig zu machen. Gemeinsam gründen sie Okkervil River. Der Name geht auf eine russische Kurzgeschichte von Tatyana Tolstaya, die nach einem Fluss bei St. Petersburg benannt wurde, zurück.

Im Sommer 1999 gehen die drei ins Studio, um innerhalb von nur drei Tagen ihr erstes Album "Stars Too Small To Use" live einzuspielen. Jeff Hoskins fungiert dabei als Produzent; Okkervil River finanzieren es aus eigener Tasche und nehmen sieben Tracks auf.

Auf einem Konzert im Dezember 1999 treffen sie Jonathan Meiburg. Damals spielt Meiburg noch bei Whu Gnu, doch er entscheidet sich, bei Okkvervil River einzusteigen und von nun an das Akkordeon, das Klavier und die Orgel zu bedienen. Das markiert die Geburt des Sounds von Okkervil River. Folk, Country und Rock mischen sich zu einem düsteren, melancholischem Ganzen.

Im Jahr 2000 spielen OR auf dem Festival SXSW in Austin. Auf dieser Talentschau, auf der sich Presse und Labels tummeln, lernt die Band den Produzenten Brian Beattie kennen. Noch immer ohne Label nehmen sie mit ihm das Album "Don't Fall in Love With Everyone You See" auf. Eine Veröffentlichung findet jedoch wegen des fehlenden Labels nicht statt. Kurze Zeit später zieht Seth ins kalifornische Berkeley und verlässt die Band. Mark Pedinivon von Providence Rhode Islands The Eyesores stößt neu zur Band.

Auf dem 2001er SXSW-Festival zieht die Band die Aufmerksamkeit des Indie-Labels Jagjaguwar auf sich. Die nehmen die Jungs unter Vertrag und veröffentlich im Jahr 2002 ihr bereits aufgenommenes Album "Don't Fall in Love With Everyone You See". Im folgenden Jahr reist die Band nach San Francisco und spielt wieder mit Seth zusammen, um ihr drittes Album im kleinen unabhängigen Studio Tiny Telephone mit Produzenten Scott Solter aufzunehmen. Kurze Zeit später verlässt Mark die Band, um als Grafiker zu arbeiten. Für das SXSW 2003 kommt Travis Nelsen als Schlagzeuger hinzu.

Während der anschließenden Tour finden die vier Jungs außerdem Howard Draper, der sich ab diesem Zeitpunkt an Keyboard und Hawaii-Gitarre versucht. Im August 2004 veröffentlicht die Band die EP "Sleep And Wake-Up Songs". Parallel dazu arbeiten die fünf Jungs bereits an ihrem fünften Album "Black Sheep Boy". Dieses erscheint am 5.April 2005. Im November 2005 veröffentlichen Okkervil River erneut eine EP ("Black Sheep Boy Appendix").

Im April 2006 lizenzieren Okkervil River das Album für Europa an das Major-Label Virgin/EMI. Das Label veröffentlicht "Black Sheep Boy" sowie die Nachfolgesingle neu und schicken die Band auf Promotiontour.

Ein Jahr später, im September 2007, erscheint "The Stage Names". Da EMI das Interesse an der Band verliert, erscheint das Album wieder unter dem Label Jagjaguwar.

Die Session zu "The Stage Names" verläuft so fruchtbar, dass die Band genug Songmaterial eingespielt hat, um bereits ein Jahr später das Album "The Stand Ins" zu veröffentlichen. Beide Werke verdeutlichen die Hinwendung vom einstigen reduzierten Folkpop zum dynamischen und gutlaunigerem Alternative Pop.

Alben

Okkervil River - The Stand Ins: Album-Cover
  • Leserwertung: Punkt
  • Redaktionswertung: 4 Punkte

2008 The Stand Ins

Kritik von Martin Leute

Fröhlicher Alternative Pop statt weinerlicher Folk-Ästhetik. (0 Kommentare)

Videos

Video Video wird geladen ...

Noch keine Kommentare