Porträt

laut.de-Biographie

Nôze

No one Nôze who they are, aber man sollte es nicht unversucht lassen. Denn es lohnt sich durchaus, die Entstehungsgeschichte von Nôze zu betrachten.

Nicolas Sfintescu und Ezechiel Pailhes sind die Essenz des elektrischen Duos. Sie lernen sich in Paris kennen, und als Ezechiel die Schwester von Nicolas heiratet, sind sie auch auf dem Papier verwandt. Dass sie daneben noch viel mehr verbindet, stellen sie spätestens mit ihrem Debüt-Album 2005 unter Beweis. "Craft Sounds And Voices" findet großen Anklang in der Elektroszene und ermöglicht eine ausführliche Tour durch Europa.

Ezechiel ist bis dato professioneller Pianist, macht außerdem Filmmusik und Jazz, Nicolas ist Produzent und Mitbegründer des Labels Circus Company. Beide mögen Improvisationen und Free Jazz und das spiegelt sich auch deutlich in den Werken wieder. Verschiedene Musiker werden ins Studio geladen, um deren Instrumente man die Arrangements baut.

Bereits auf dem Debüt sticht das auffälligstes Markenzeichen der verrückten Clubber deutlich heraus: Sie wollen Spaß haben. Denn obwohl sich Stewart Walker angeblich einmal beschwerte, man könne sich als Produzent elektronischer Tanzmusik nicht wirklich die Blöße geben, zeigen Nôze, dass es doch geht. "Wir nehmen uns nicht sehr ernst, blödeln beim Musikmachen rum", sagt Ezechiel.

Außerdem experimentieren sie auch kräftig an ihren Instrumenten rum. Vor allem das Piano Préparé findet seinen Einsatz. Dabei werden die Saiten des Klaviers mit allen möglichen Gegenständen manipuliert, die den Klang verändern. Von Gummi über Kieselsteine und Schrauben wird alles verwendet. Dazu kommt dann noch perkussive, klickernde Rhythmik von der Rassel bis zur Registrierkasse, und heraus kommt ein sehr housiger Minimal-Techno. Dazu passend natürlich der Tom Waits'sche Knarrzgesang, der in bekannt versoffener Manier zum Besten gegeben wird.

Um Genre-Bezeichnungen scheren sie sich aber generell recht wenig, und offensichtlich nimmt ihnen das auch keiner übel. Denn vor allem live erarbeiten sie sich bald den Ruf eines exorbitant durchgeknallten Duos. Auftritte voller Alkoholexzesse, Live-Strips, Oben-Ohne-Performances und irgendwie herausgebrüllte Textzeilen bringen bald jede Location zum Glühen. Das sehen auch die Leser des De:Bug Magazins so und wählen sie 2006 zum drittbesten Live-Act der Welt.

Kein Wunder also, dass im selben Jahr das zweite Album "How To Dance" erscheint, eine Zusammenfassung verschiedener schon veröffentlichter Tracks und Live-Sets. Darin verabschieden sie sich von allzu wilden Klangexperimenten und widmen sich der clublastigeren Seite ihres Sounds. In den entsprechenden Örtlichkeiten wird die Platte auch weiter kräftig betourt. Außerhalb der Elektroszene bleibt der Name Nôze aber noch eher unbekannt.

Vielleicht ändert sich das mit dem dritten Akt, der 2008 erscheint. "Es hat viel mit Alkohol zu tun, daher dachten wir, dass 'Songs On The Rocks' der passende Titel sei." Deutlich spürbar ist die Weiterentwicklung vom ursprünglichen Minimal-Techno zu melodischeren, und songbasierteren Produktionen. Sie präsentieren vielseitige und erstmals auch emotionale Musik und erweitern damit ihre Zielgruppe. Die Musik nimmt noch mehr Anklang an Jazz und Blues, ohne allerdings die elektronische und skurrile Seite zu vernachlässigen.

Alben

Nôze - Dring: Album-Cover
  • Leserwertung: 5 Punkt
  • Redaktionswertung: 3 Punkte

2011 Dring

Kritik von Karim Chughtai

Etwas mehr Wahnsinn und Wodka, bitte! (0 Kommentare)

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