Titel von Kraftwerk, Beat von Schlachthofbronx, Ästhetik von Deichkind: Der erste Vorgeschmack auf "Flash" hätte weit schlimmer ausfallen können.

Hamburg (dani) - Sind wir jetzt endlich durch mit den Comeback-Versuchen alternder Deutschrapper? Yo, fast. Sind ja inzwischen alle wieder aus der Versenkung gekrochen. Mit Ausnahme von Fünf Sterne Deluxe. Die haben in der Parade der Untoten gerade noch gefehlt. Bis jetzt: Für den 6. Oktober kündigen sie ihr flott "Flash" betiteltes neues Album an, das erste seit 17 Jahren. Wir rechnen also besser mit 90er-Gedächtnisflows und Deichkind-Ästhetik - und wappnen uns gegen Alte-Männer-Lustlosigkeit, wie sie zuletzt die Beginner mitgebracht haben.

Türlich, türlich: Das Bo klingt wie weiland 1995. Sicher, Dicker: Fünf Sterne Deluxe haben 'ne Menge Deichkind gehört und gesehen und hätten gegen ein Stück von deren Kuchen bestimmt nichts einzuwenden. Die Angst, dass hier die nächsten müden Mittvierziger ihre staubigen Lorbeeren auskochen und noch nicht einmal selbst richtig überzeugt davon scheinen, stellt sich aber als unbegründet heraus:

Den Titel bei Kraftwerk, den Beat bei Schlachthofbronx geborgt, erfindet "Moin Bumm Tschack" zwar weder inhaltlich noch soundtechnisch noch optisch irgendein Rad neu. Trotzdem bleibt hinterher nicht das schale Gefühl zurück, von einem übel gelaunten Dienstleister abgefertigt worden zu sein. Sondern von jemandem, der wenigstens noch Bock auf seinen alten Scheiß hat.

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