laut.de-Kritik

Oldschool-Freunde werden ein Fass aufmachen.

Review von

"Das ist mal ein richtiger Old-School-Soundtrack", posaunte Metallica-Drummer Lars Ulrich vor einigen Tagen in Berlin. Wie ein stolzer Pfau, der sich mit altehrwürdigen Federn schmückt, stolziert der Trommel-Derwisch seit Wochen über ausgelegte rote Teppiche und schwärmt im Zuge des Preview-Marathons für das 3D-Kinospekatakel "Through The Never" vom gleichnamigen Soundtrack des Projektes. Und so führt der erste Blick natürlich zwangsläufig in Richtung Trackliste des. Wenige Sekunden später gibt es anerkennendes Kopfnicken, denn abgesehen vom akustischen "Death Magnetic"-Mittelklassewagen "Cyanide", fahren die kalifornischen Metal-Veteranen ausnahmslos mit Gefährten vor, bei denen keines das Baujahr 1997 überschreitet.

Während also Freunde der jüngeren Metallica-Werke eher die Augenbrauen zusammenziehen werden, wird im Die Hard-Kuttenträgerlager ein überdimensionales Fass aufgemacht. Stolze neun, der insgesamt 16 Stücke des Albums entführen den Fan sogar in eine Zeit, in der die Berliner Mauer noch stand und Ronald Reagan noch wusste, wie seine Frau hieß.

Gleich zu Beginn sorgen die Kalifornier mit einem fulminanten "Ride The Lightning"-Duo für reichlich Gänsehaut unter Liebhabern der Antike ("Creeping Death", "For Whom The Bell Tolls"). Es folgt das nicht minder impulsiv vorgetragene "Fuel", bei dem man am liebsten das Fenster aufreißen würde, um in Richtung Ontario die Worte hinaus zu brüllen: Avril, hör genau hin. So sollte das klingen!

"Ride The Lightning" und das mit markerschütternden Gewehrsalven beginnende "One" drehen die Uhr abermals zurück, ehe die Band mit "The Memory Remains" und "Wherever I May Roam" den Neunzigern huldigt. Zwischenfazit: Der Sound ist fett. James Hetfield ist bestens bei Stimme und selbst das wackeligste Rad am Wagen (Lars Ulrich) präsentiert sich von seiner Schokoladenseite. Zudem sorgen zigtausende Fans aus Edmonton und Vancouver für eine angemessene Geräuschkulisse.

Mit "…And Justice For All", "Master Of Puppets" und dem Thrash-Galoppierer Nummer eins "Battery" erbringen die Herren Hetfield und Co. den Beweis, dass man auch im höheren Alter noch auf den Punkt genau funktionieren kann.

Im Anschluss sorgt die Metal-für-Jedermann-Ballade "Nothing Else Matters" für etwas Ruhe im Karton, ehe der berühmteste Hartwurst-Sandmann dieses Universums ("Enter Sandman") und freudige Erinnerungen an alte Garagen-Zeiten ("Hit The Lights") den Deckel drauf machen.

Das abschließende "Orion" zelebrieren die Verantwortlichen dann im engen Kreis der Familie – ganz so wie im Film. Kein Gekreische, keine Pyros – nur vier Musiker, die es sich im weiten Rund der Location auf der Bühne gemütlich machen und einem ihrer glorreichsten Momente der Vergangenheit die Ehre erweisen. Großartig.

Trackliste

CD 1

  1. 1. The Ecstasy Of Gold
  2. 2. Creeping Death
  3. 3. For Whom The Bell Tolls
  4. 4. Fuel
  5. 5. Ride The Lightning
  6. 6. One
  7. 7. The Memory Remains
  8. 8. Wherever I May Roam

CD 2

  1. 1. Cyanide
  2. 2. ...And Justice For All
  3. 3. Master Of Puppets
  4. 4. Battery
  5. 5. Nothing Else Matters
  6. 6. Enter Sandman
  7. 7. Hit The Lights
  8. 8. Orion

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9 Kommentare mit 24 Antworten

  • Vor einem Jahr

    Den Spruch mit Ronald Reagan fand ich geschmacklos :-/ Das muss nicht sein!

  • Vor einem Jahr

    ja der spruch ist arm ... mal schauen wie lustig du das findest, wenn in deiner familie jemand dement wird.

  • Vor einem Jahr

    Ronald Reagan war zwei Amtszeiten lang geschmacklos zum Rest der Welt. Langsames Verblöden ist noch zu gut für den (ja, habe in der Familie und im Job schon Demenz oft genug erlebt).

    • Vor einem Jahr

      Da hast du völlig Recht, Reagan war ein S*ckgesicht, mein Mitleid hält sich auch in Grenzen. Ich versteh allerdings nicht, wieso hier die Scheibe so hoch gevotet wird, der Gitarrensound ist schlecht und James bringt den Gesang einfach nicht mehr, da ist mir auch egal ob nur alte Klassiker gespielt werden. Mit Film mag das ja funktionieren aber nur Ton fand ich echt mau.

    • Vor einem Jahr

      Ich wünsch' dem Reagan zwar (anders als der ZombieGigoglo) nichts Schlechtes, aber so ein Satz geht klar, find' ich. Reagan war halt ein Penner.

    • Vor einem Jahr

      Dem kann man wünschen was man will. Ist seit fast 10 Jahren sowieso tot.

    • Vor einem Jahr

      Hmm, meist sind es ja die Angehörigen, die darunter leiden. Ich kann zum Beispiel damit gar nicht umgehen, wenn plötzlich ein Mensch, der dich von Kindesbeinen an, begleitet, infantile Dinge tut und dir wirklich den letzten Nerv raubt. Außerdem immer dasselbe frägt und das in 10 min Abstand. Das macht mich wütend und eigentlich will ich dann nur weg. Respekt an diejenigen, welche die nötige Geduld mitbringen. Ein ganz schlimmes Thema und wohl bald neben Krebs und Diabetes die Hauptkrankheit im Alter.

    • Vor einem Jahr

      ist Reagan überhaupt noch relevant?

    • Vor einem Jahr

      "Bei gewalttätigen Ausschreitungen in Berkeley verhängte Reagan zwei Jahre später das Kriegsrecht über die gesamte Stadt und ließ bewaffnete Polizisten die Proteste niederknüppeln. Ein Student starb, mehrere wurden verletzt, Hunderte verhaftet.

      Nur wenige Wochen später diskutierte laut Rosenfelds Analysen die Reagan-Regierung mit dem FBI, die Uni-Protestler mit "verschiedensten Methoden zu attackieren". Dazu sollte "jede nur denkbare Strafverfolgungsmethode in Betracht gezogen werden" - beispielsweise sollten staatliche Steuerbehörden gegen Aktivisten ermitteln. Daneben erwog Reagan eine "Kampagne psychologischer Kriegsführung" gegen die Aufständischen."

      Mittlerweile einer der beliebtesten Ex-Präsidenten der USA ...

    • Vor einem Jahr

      Ja und in China hat man sie einfach niedergeschossen...

    • Vor einem Jahr

      Reagan war einer der besten Präsidenten die die USA jemals hatten. Er hat die Sowjets so kaputtgerüstet dass der ganze kommunistische Laden zusammengebrochen ist!

    • Vor einem Jahr

      ganz ruhig Captain America! :D

    • Vor einem Jahr

      er hat ihnen also die Schwänze gelutscht bis sie ihm nicht mehr ins Gesicht wixen wollten / konnten?
      so kann mans auch sehen.