Porträt

laut.de-Biographie

Merzbow

Japaner, das ist bekannt, neigen ab und an zur Übertreibung. Extreme sind es die faszinieren. So wundert es auch nicht, dass sich im Land der aufgehenden Sonne Punks finden, deren Irokesenschnitt beinahe einen Meter in den Himmel ragt. In dieses Bild der Extremkunst passen auch die unzähligen Lärmattacken der japanischen Industrialpioniere, die seit 1981 den Weg in die Plattenläden dieser Welt finden.

Benannt hat sich Merzbow nach einer Kollage des deutschen Merz-Protagonisten Kurt Schwitters, dessen eklektizistische Kunstwerke aus gefundenen Objekten darüber hinaus den Blueprint zu Merzbows lärmigen Geräuschkollagen liefert, die ebenfalls versuchen den alltäglich vorgefundenen Lärm künstlerisch zu reflektieren. Überhaupt bildet die europäische Avantgarde der ersten Jahrhunderthälfte einen ständigen Reibungspunkt für den 1956 in Tokio geborenen Kunststudenten Masami Akita. Zeitweilig von seiner Frau Reiko Azuma und Budotänzern unterstützt, versteht sich Merzbow als die musikalische Umsetzung surrealistischer, dem Unbewussten entspringenden Automationstechniken.

Unzählige Projekte machen Merzbow heute nicht nur qualitativ, sondern auch quantitativ zu einem der Topplayer in der internationalen Industrialszene. Gleichzeitig unterstreicht der Einsatz von Tanz, Performance, Kollage, Malerei, Videokunst, Philosophie und Musik ein offenes Kunstverständnis, an dessen Ende dann auch mal eine Kollaboration mit der Berliner Frauencombo Lemonbabies stehen kann.

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