laut.de-Kritik

Redcap sucht weiter den hymnischen Refrain.

Review von

Nach "The Unquestionable Truth (Part 1)", das manchen konsterniert zurück ließ (es fiel etwas schwerer als sonst, Fred zu verhöhnen), stellen Limp Bizkit die obligatorische Best Of in die Läden. Genügend Tracks sind beisammen und man bleibt im Gespräch, bis der Nachschlag kommt. Redcap ist vielen zu posig, zu kommerziell, schlichtweg zu peinlich. Das wird so bleiben. Peinlich ist auch, wie sich Universal im Presse-Sheet für Durst entschuldigt: "... bei aller Polarisierung kann man [ihm] eines nicht absprechen ..."

Die US-Amerikaner haben sicher keine Kleinode der Rockgeschichte zu verantworten. Dafür eine Hand voll Abräumer. Und auf's Genre bezogen, gibt's da nix zu entschuldigen. "Nookie" (Ex-House Of Pain-Plattendreher DJ Lethal sei für seinen Beat-Loop gepriesen) oder die auf den Punkt gepeitschten "Break Stuff", "My Generation", "Rollin'" oder "My Way" waren astreine Nu Metal-/Rapcore-Attacken. Oder wie immer man Limps Sound bezeichnet: nicht nur Kids stürmten die Tanzfläche, auch Metal-Fans.

Eines der Band-Highlights bleibt das Cover "Take A Look Around". Der eisenharte "Mission Impossible"-Titeltrack hat die Kinobesucher in die Sitze gedrückt - wer was anderes behauptet, lügt oder hatte den Saal bereits verlassen. Nach den "Fuck"-Orgien von "Chocolate Starfish And The Hot Dog Flavored Water" steckte die Band längst in der Krise. Zumal der nun wieder heim gekehrte und vermeintlich authentischste Typ der Band ausstieg, Gitarrist Wes Borland.

"Results May Vary" lautete die Antwort. Mit der Hinwendung zu melodisch hartem Alternative-Rock ("Eat You Alive") probierte sich Fred seitdem verstärkt als Sänger aus ("Behind Blue Eyes", "Build A Bridge"). Was ihm um Einiges besser gelang, als bei den jämmerlichen Versuchen im Intro zum George Michael-Cover "Faith". Die drei unveröffentlichten Stücke, die die Best Of aufpeppeln sollen, knüpfen daran an. Durst sucht weiter den hymnischen Refrain ("Why" und "Lean On Me"), und zuweilen kommt dabei Atmosphärisches heraus, das bei Limp so früher nicht möglich war.

Das dritte neue Stücke setzt die Tradition der Cover-Versionen fort: "Home Sweet Home/Bittersweet Symphony" kreuzt Mötley Crüe und The Verve. Die wohl zahmste Limp-Nummer ist amtlich umgesetzt, aber nicht mehr als die Erfüllung eines persönlichen Anliegens. Fred Durst und Co. kämpfen heute um musikalische Relevanz (genügend Platten haben sie verkauft). Mit Limp rechnet niemand mehr und das ist ihre Chance. Die "Greatest Hitz" liegt auch als DVD mit zwölf Clips vor.

Trackliste

  1. 1. Counterfeit
  2. 2. Faith
  3. 3. Nookie
  4. 4. Break Stuff
  5. 5. Re-Arranged
  6. 6. N 2 Gether Now
  7. 7. Take A Look Around
  8. 8. My Generation
  9. 9. Rollin' (Air Raid Vehicle)
  10. 10. My Way
  11. 11. Boiler
  12. 12. Eat You Alive
  13. 13. Behind Blue Eyes
  14. 14. Build A Bridge
  15. 15. Why
  16. 16. Lean On Me
  17. 17. Bittersweet Home

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