laut.de-Kritik

Aerosmith-Sideproject mit deutschem Sänger.

Review von

Während Aerosmith gerade auf Eis liegen, weil sich Steven Tyler mit der Rübe voran während eines Gigs von der Bühne verabschiedet und ein paar Knochen gebrochen hat, nutzt Gitarrist Joe Perry die Auszeit, um sein nächstes Solo auf den Markt zu bringen. Dabei handelt es sich mittlerweile schon um das fünfte, dessen Titel der Gitarrist per Twitter von seinen Fans vorschlagen ließ.

Arbeitet der Mann bei Aerosmith immer im Team mit seinem Buddy Steven Tyler, lebt er sich auf "Have Guitar, Will Travel" voll und ganz aus, hat dabei aber dennoch zehn Stücke geschrieben, die nicht auf instrumentale Solo-Exzesse bauen, sondern auf einen guten (Blues-)Rocksong.

Für die Scheibe hat sich Joe einen jungen, deutschen Sänger ausgesucht, der auf den Namen Hagen hört und den Joes Frau auf YouTube aufgetrieben hat. Nachdem Hagen den Anruf zunächst noch für eine Verarschung hielt, hat er nun doch auf dem Album den Gesang bei fünf Stücken übernommen, unter anderem auch auf der Single "We've Got A Long Way To Go". Als Intro für "No Surprise" hat der Gitarrist, der das Album auch selbst produziert hat, ein kleines Sample von einem Anruf Hagens daheim in Deutschland verwendet.

Neben dem instrumentalen "Wooden Ships" übernimmt Joe den Gesang auf den restlichen vier Stücken selbst. So auch bei der richtig coolen Rockabilly-Nummer "Somebody's Gonna Get (Their Head Kicked In Tonite)", die im Original von Fleetwood Mac stammt.

Allerdings hält sich die Scheibe mit herausragenden Tracks sonst leider weitgehend zurück. Mehr als solide, aber auch etwas unauffällige Songs kamen leider nicht zusammen, was bei den Solo-Sachen von Herrn Perry bereits öfters das Problem war.

"Heaven And Hell" hat mit dem monotonen Gesang von Joe ebenfalls seinen Charme, doch wie man ein richtiges, relaxtes Rock'n'Roll-Album schreibt und aufnimmt, hat Duff McKagan mit seinen Loaded-Jungs erst gezeigt. Daran kommt "Have Guitar, Will Travel" nicht wirklich ran, da sich einfach zu wenig Hooklines auf der Scheibe finden. Fans des Gitarristen und von Aerosmith machen aber nicht viel falsch.

Trackliste

  1. 1. We've Got A Long Way To Go
  2. 2. Slingshot
  3. 3. Do You Wonder
  4. 4. Somebody's Gonna Get (Their Head Kicked In Tonite)
  5. 5. Heaven And Hell
  6. 6. No Surprise
  7. 7. Wooden Ships
  8. 8. Oh Lord (21 Grams)
  9. 9. Scare The Cat
  10. 10. Freedom

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