Porträt

laut.de-Biographie

Infinite Livez

"Ich versuche immer mit dem Ziel an Musik heranzugehen, etwas zu tun, was ich selbst noch nie zuvor gehört habe. Es ist wichtig, Dinge einfach auszuprobieren und anders zu machen." Dieses Credo ist der Musik Infinite Livez' an allen Ecken und Enden anzuhören.

Davon zeugen nicht nur Lieder über einen Mann, dem plötzlich voll funktionstüchtige Brüste wachsen oder über einen One-Night-Stand mit einem Spielzeugpony wie auf seiner Debütplatte "Bush Meats" von 2004.

Der Mann, der in der Öffentlichkeit gerne unter dem Anagramm Vinnie Tiefilz hausiert, in Wirklichkeit aber Steven Henry heißt, kommt Mitte der 1970er im Osten Londons, in Bethnal Green zur Welt. Er ist keiner der Musiker, die unbedingt für die Öffentlichkeit gemacht sind, dementsprechend wenig ist über ihn bis zu seinem Besuch des Chelsea Art Colleges bekannt.

Als er "Bush Meats" mit einem Konzert in der Schweiz promotet, lernt er das avantgardistische Electro-Duo Stade kennen, bestehend aus Pierre Audetat und Christophe Calpini. Die beiden Eidgenossen sind bekannt dafür, ihre Musik zum größten Teil live zu improvisieren. Dementsprechend entsteht auch "Art Brut For Da Yoot", die erste Kollaboration, die 2007 auf Big Dada erscheint.

"Es war eine großartige Art und Weise zu arbeiten. Es brachte mir die Chance, Dinge zu machen, über die ich schon lange nachgedacht hatte", erzählt Henry dem Musikmagazin "The Wire" über die Aufnahmen des Albums, dessen Titel soweit möglich in einer einzigen Session aufgenommen und nur minimal nachbearbeitet werden.

"Wir wollten unsere Ideen akustisch zusammenführen, ohne sie zu erzwingen." Dieses abstrakte und ungewöhnliche Zusammenspiel hinterlässt zwar rätselnde Kritiker, stößt wegen seiner unzweifelhaften Individualität aber allenthalben auf Respekt und vorsichtigen Jubel.

Ein Jahr später entspringt der Kooperation eine weitere Platte. "Morgan Freeman's Psychedelic Semen" führt den abenteuerlichen Weg des Vorgängers fort, ohne dabei wie ein Abklatsch zu wirken. Es ist wie die Erläuterung des Plattentitels durch Big Dada: "Ein neues Album von Infinite Livez ist immer ein Grund, in seine eigene Hose zu kommen. Sogar als Hollywood Star." Mit Sicherheit nicht Jedermanns Sache.

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