laut.de-Kritik

Harte Rocker mit Backingvocals und unerwarteten Breaks.

Review von

Nach dem bombastischen "Keeper Of The Seven Keys - The Legacy" mit seinen episch langen Tracks haben Helloween mit "Gambling With The Devil" relativ schnell ein neues Album nachgelegt. Anstatt an den Vorgänger anknüpfen zu wollen, haben sie sich dieses Mal einfach wieder auf ein Dutzend Songs besonnen, die weitgehend für sich stehen und mehr Wert auf Power denn auf Bombast legen.

Was an dem Intro "Dreambound" nun so toll ist, und warum man da mit Saxon-Sänger Biff Byford so enormes Namedropping machen muss, leuchtet nicht ganz ein. Dank dem Verfremdungseffekt auf der Stimme erkennt man den guten Biff eh nicht ... Dafür ist "Kill It" - zumindest was die Strophen angeht - ein recht harter Opener, bei dem Andi seine Stimmbänder ganz ordentlich strapaziert. Schon hier fällt auf, dass die Band wohl eine neue Vorliebe für Streicher hat, die aber deutlich nach Keyboard klingen. Das daran anschließende "The Saints" ist die erste von ein paar typischen Helloween-Nummern mit hohem Mitsingfaktor.

Mit "As Long As I Fall" folgt so etwas wie die logische Ballade. Dabei handelt es sich um einen sehr eingängigen, griffigen Song, bei dem die verfremdeten Vocals in der Strophe ein wenig gewöhnungsbedürftig sind. Der Chorus geht aber sofort ins Ohr und von da ins Langzeitgedächtnis. Wie bei allen bisherigen Songs dürfen natürlich auch hier die Streicher aus der Dose nicht fehlen. Dass Helloween das knochenharte "Paint A New World" direkt hinterher schieben, zeigt schon von einer gewissen Risikobereitschaft. Der Song geht jedenfalls mächtig ab und hat fast schon thrashigen Charakter.

Die nächste recht typische Helloween-Nummer steht mit "Final Fortune" an. Allerdings findet sich fast schon einer Spur zu viel Kitsch im Refrain. Zuckersüße Melodien ist man von den Kürbissen zwar gewohnt, aber ein wenig reduzierter wäre vielleicht nicht schlecht gewesen. "The Bells Of The Seven Hells" läutet den Beginn eines lose verknüpften Dreiteilers ein. Einmal mehr haben die Hanseaten überraschend harte Rocker mit vielen Backingvocals und einigen unerwarteten Breaks und Wendungen im Gepäck.

Der zweite Teil "Fallen To Pieces" verströmt eingangs eine sehr relaxte Stimmung, um zum Refrain hin sehr orchestral mit vielen Streichern zu Werke zu gehen. Gerade wegen einiger eher untypischer Elemente ein sehr interessanter Song. Daran schließt das recht düstere, aber sehr eindringliche "I.M.E." an, das mit seiner Stimmung die Bedeutung des Textes noch zusätzlich unterstreicht. Die schlägt mit "Can Do It" aber vollkommen um, und zumindest ich möchte vor lauter Tralala-Fröhlichkeit am liebsten kotzen. Mit solchem Gedudel ging schon "Pink Bubbles Go Ape" in die Hose.

Mit dem "Dreambound" und einem sehr seltsamen, fast schon atonalen Einstieg geht es mit der dritten typischen Speed-Nummer so langsam in die Endrunde. Allerdings haben sie mit "Heaven Tells No Lies" noch ein Schmankerl in der Hinterhand. Zwar sind auch hier die Helloween-Trademarks deutlich zu hören, doch dank des vielschichtigen Aufbaus des Refrains zeigt sich die Band einmal mehr von einer recht opulenten Seite.

Jedenfalls kann man mit Fug und Recht behaupten, dass es sich bei "Gambling With The Devil" nicht um einen Schnellschuss handelt, sondern um eine durchaus gute Scheibe, die ihren Platz in der Diskographie in den oberen Rängen finden wird.

Trackliste

  1. 1. Crack The Riddle
  2. 2. Kill It
  3. 3. Saints
  4. 4. As Long As I Fall
  5. 5. Paint A New World
  6. 6. Final Fortune
  7. 7. Bells Of The 7 Hells
  8. 8. Fallen To Pieces
  9. 9. I.M.E.
  10. 10. Can Do It
  11. 11. Dreambound
  12. 12. Heaven Tells No Lies

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