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"Wir wollten nicht einfach den Sprung zurück machen und die 'schlechte Reunion Platte' aufnehmen, wie die meisten Bands, wenn sie wieder zusammen kommen. Unser Interesse bestand erstmal darin, uns wieder aneinander zu gewöhnen und herauszufinden, ob wir überhaupt noch zusammen Musik machen konnten", erklären Camper van Beethoven 2004 auf ihrer Homepage. Der Weg, den sie wählen, ist in der Tat ungewöhnlich. Nach mehreren Liveauftritten veröffentlichen sie 2002 Note für Note das Fleetwood Mac-Album "Tusker", bevor sie zwei Jahre später mit "New Roman Times" ein anspruchvolles neues Werk vorstellen.
Die Strategie passt gut zu einer Band, die in den 80er Jahren mit Black Flag, Sonic Youth oder Hüsker Dü zu den ersten Vertretern des Indie Rocks zählt. Camper van Beethoven kommen 1985 in Santa Barbara, Kalifornien zusammen, bestehend aus David Lowery (Gesang, Gitarre), Victor Krummenacher (Bass), Greg Lisher (Gitarre), Jonathan Segel (Geige, Keyboards) und Chris Pedersen (Schlagzeug), zu denen sich später David Immerglück (Gitarre, Streichinstrumente) gesellt.
Ihre Musik bezeichnen sie als "surrealist absurdist Folk". Getreu Frank Zappas Aufforderung, in der Musik sei mehr Humor vonnöten, verballhornen sie Pink Floyd, Led Zeppelin oder Status Quo mit eigenwilligen Coverversionen, können mit "Take The Skinheads Bowling", "Joe Stalin's Cadillac" oder "When I Win The Lottery" aber auch eigenes Material vorweisen.
Mit ihren erste drei Alben "Telephone Free Landslide Victory" (1985), "II & III" (1986) und "Camper van Beethoven" (1986) erspielen sie sich nicht nur eine treue Fanbasis, sondern auch einen Plattenvertrag bei Virgin. Damit beginnen auch die Probleme: Im engen Korsett einer professionellen Umgebung bringt die Band zwar noch "Our Beloved Revolutionary Sweetheart" (1988) und "Key Lime Pie" (1989) heraus, fällt anschließend jedoch auseinander. "Es war mehr wie ein Duftstein in einem Pissoir, der sich auflöst, als eine Explosion", erklärt Sänger Lowery auf der CvB-Homepage.
Die Mitglieder beteiligen sich an einer Vielzahl an Projekten. Lisher, Pederson und Immerglück bilden eine Zeit land die Prog Rock-Band Monks of Doom, während Segel und Krummenacher sich mit Eugene Chadbourne zusammen tun und als Camper van Chadbourne musizieren. Am erfolgreichsten ist jedoch Lowery, der bei Virgin bleibt und mit Cracker mehrere beachtete Alben veröffentlicht.
Das erste Zusammenkommen der ehemaligen Mitglieder erfolgt 2002 im Beiprogramm von Cracker-Auftritten. Die Fans sind begeistert, und so entsteht der Gedanke, die Zusammenarbeit zu vertiefen.
"Die beste Entscheidung für unsere Karriere war, eine Zeit lang aufzuhören", erklärt Lowery. "Camper van Beethoven haben in der Zeit nach der Trennung mehr Platten verkauft, als in ihrer aktiven Phase. Jetzt sind wir weltweit bekannt und werden als Einfluss erwähnt." Das Internet spielt dabei auch eine wichtige Rolle. "Die Engpässe, die man früher überwinden musste, um seine Fans zu erreichen, gibt es jetzt in dieser Form gar nicht mehr. Wir haben uns von Anfang an gesagt: 'Wir werden nie berühmt sein, aber wir wollen es versuchen. Wir werden jeden Stein umdrehen und in jedem Winkel schauen, um andere Menschen mit unserer Sensibilität zu finden.' Das ist heutzutage viel einfacher."
In the Mouth of the Crocodile - Live in Seattle (2004), Tusk (2002), Camper van Beethoven Is Dead (1999), Camper Vantiquities (1991), Key Lime Pie (1989), Our Beloved Revolutionary Sweetheart (1988), Camper van Beethoven (1986), II & III (1986), Telephone Free Landslide Victory (1985)
Persönlich gehalten, mit vielen Infos, Downloads und Links.
http://www.campervanbeethoven.com
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