laut.de-Kritik

Fantasy-Metal mit Orchester und orientalischen Klängen.

Review von

So langsam wird das schon seit Jahren angekündigte Klassik-Projekt der Krefelder zu einer Art Running Gag, so was wie das Äquivalent zu Guns N'Roses' "Chinese Democracy". Aber Blind Guardian haben schon immer nach eigener Taktung gearbeitet. Um so erstaunlicher, dass beim neuen Album "At The Edge Of Time" tatsächlich alles im Zeitplan geblieben ist.

Vier Jahre zwischen zwei Studioalben ist bei der Band ja nichts Neues und so wartet mancher Fan bereits mit Heißhunger auf die neue Scheibe. Der Opener "Sacred Worlds" (der in anderer Form auch schon Teil des PC-Games "Sacred 2" war), gibt einen Eindruck davon, wie das Quartett sich die Arbeit mit einem klassischen Orchester vorstellt. Das klingt gar nicht schlecht, aber auch nicht so exorbitant außergewöhnlich. Schließlich sind sie bei weitem nicht die erste Metal Band, die sich auf diesem Terrain bewährt.

Dass der Song auch außerhalb der Rollenspielwelt funktioniert, steht jedenfalls außer Frage. Ebenfalls die Tatsache, dass Blind Guardian Orchester und Band absolut schlüssig unter einen Hut bekommen und nicht nur nebeneinander her spielen. Vor allem das abschließende "Wheel Of Time" setzt hier Akzente. Orientalische Klänge leiten die Nummer ein, die in neun Minuten über zahlreiche musikalische Ebenen führt und als absolutes Glanzlicht der Scheibe angesehen werden darf.

"Tanelorn (Into The Void)" setzt nach dem Opener wieder verstärkt auf Power und wird in diesem Aspekt nur von "Ride Into Obesession" und dem speedigen "A Voice In The Dark" übertroffen. Die Nummer wurde ja bereits als Single ausgekoppelt und zeigt, dass die Guardians durchaus noch Songs schreiben, die richtig nach vorne abgehen. An die Power von Savage Circus auf "Dreamland Manor" kommen sie aber nicht mehr heran.

Dafür liegt das Augenmerk bereits seit Jahren auf den progressiven Elementen, die in "Road Of No Release" verstärkt zum Einsatz kommen. Das Stück beginnt als Midtemponummer mit vielen Chören und entwickelt sich zu einem enorm abwechslungsreichen Track. Wobei die Jungs für meinen Geschmack immer noch die besten Melodien im epischen Midtempo und damit bei "Valkyries" oder "Control The Divine" aus dem Ärmel schütteln.

Auch in Sachen Balladen gibt es natürlich wieder was zu hören. Das wäre zum einen das folkige "Curse My Name" und zum anderen "War Of The Thrones (Piano)". Während letzteres einmal mehr die Vorliebe für Queen offenbart, zeigt die Folknummer, dass die Jungs mitunter zu leichtem Größenwahn neigen. Mal ehrlich: ob da am Ende jetzt ein paar verhinderte Michael Flatleys durch die Gegend steppen oder nicht, merkt und kratzt doch echt kein Schwein.

Wenn sie jetzt irgendwann mal noch die Eier haben und Götter-Basser Oliver Holzwarth (Ex-Sieges Even) endlich als festes Mitglied aufnehmen, ist alles im grünen Bereich. Wann immer die Klassik-Scheibe auch kommen mag ...

Trackliste

  1. 1. Sacred Worlds
  2. 2. Tanelorn (Into The Void)
  3. 3. Road Of No Release
  4. 4. Ride Into Obsession
  5. 5. Curse My Name
  6. 6. Valkyries
  7. 7. Control The Divine
  8. 8. War Of The Thrones (Piano)
  9. 9. A Voice In The Dark
  10. 10. Wheel Of Time

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8 Kommentare

  • Vor 4 Jahren

    Bin ja normal nicht so der große Speed/Power Metal Fan, aber kann mich da nur Sylars Meinung anschliesen. Finde es auch ein ziemlich gutes Metal Album. Wirklich gelungen. Muss mir wohl die anderen Alben von denen noch mal anhören

  • Vor 4 Jahren

    @Evil Waschbaer: Hm, welche Bands würdest du den eher empfehlen? Und warum die mehr als BG?
    Ich schätze Qualität setzt sich durch, deshalb haben sie auch so viele Freunde außerhalb des Metals und wie du selbst schon geschreiben hast, sind sie auch nicht so unbekannt, wie vielleicht andere Metal Bands, die man nur kennt, wenn man in der Materie drin ist

  • Vor 4 Jahren

    Allein für "Imaginations From The Other Side" und - vor allem - "Nightfall In Middle Earth" sind sie für mich auf nem Thron, den man nur durch Buchung eines Space Shuttles erreicht.