laut.de-Kritik

Verglichen mit AC/DC geht Papst Benedikt als liberaler Feingeist durch.

Review von

Ach ja, eine AC/DC-DVD. Was soll man zu AC/DC schon sagen, das nicht schon gesagt wurde? Dass sie live eine sichere Bank sind? Vergleichbar mit Fort Knox? Dass man immer weiß, was man bekommt, wenn man ein Konzert der Dinos besucht? Dass Malcolm stets links des Schlagzeugs steht und Cliff Williams rechts davon? Dass Angus wie bekloppt durch die Gegend duckwalkt und Brian Johnson mit verkniffener Mimik versucht, die Töne zu treffen? Alles schon gehabt und alles schon diverse Male wertgeschätzt.

Auch "Live At River Plate" wartet mit diesen Zutaten auf, lediglich das Drumherum ist ein wenig außergewöhnlicher. Als da wäre: eine ganze Batterie an HD-Kameras, die insgesamt drei Auftritte im River Plate-Stadion festhielten. Noch viel erwähnenswerter aber sind die anwesenden zahlenden Gäste. Was die Argentinier an Stimmung fabrizieren, sollte jedem selbsternannten Die Hard-Fan im Rest der Welt die Schamesröte ins Gesicht treiben.

Vom ersten Ton an gehen die Fans ab wie das sprichwörtliche Zäpfchen. Eine einzige tobende Masse an schwitzenden Leibern wogt hin und her. Man fragt sich unweigerlich, wie das ohne ernsthafte Massenpanik vonstatten ging. Aber der Südamerikaner scheint das alles ganz gelassen zu sehen und feiert einfach eine gigantomanische Party.

Fan im Sinne von fanatisch sind sie ja, die Jungs. Das zeigt der Dokumentarfilm der Bonus-Sektion, wo ausgiebig AC/DC-Anhänger zu Wort kommen, um über ihre Leidenschaft für die Band zu schwärmen. Ganz herzerwärmend, die Szene, in der der arbeitslose Vater in einer Radioshow Tickets für sich und seinen Sohn gewinnt. Die Tränen der Rührung in den Augen der beiden lassen ungefähr erahnen, was AC/DC diesen Menschen bedeuten. Man würde sich wünschen, die Macher wüssten dies zu schätzen und präsentierten den Durchgeknallten etwas Einzigartiges.

Ebenjenes kann man von einigen Teilen der DVD aber keineswegs behaupten. Okay, Bild und Ton sind über jeden Zweifel erhaben und fönen auch im Surround-Sound gut durchs Wohnzimmer. Aber, Leute! Wie oft haben wir die hier vertretenen Songs auf diversen Live-Dokumenten schon gehört? Der Konservatismus des Band bezüglich ihrer Setliste nimmt mittlerweile Ausmaße an, die Papst Benedikt als liberalen Feingeist erstrahlen lassen. Ist ja nicht so, als ob das Quintett nicht aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen könnte. Aber nein, jedesmal derselbe Quark und das wird dann auf die Dauer doch etwas eintönig.

Nach wie vor spielen AC/DC in ihrer eigenen Liga, aber ein klein wenig mehr Überraschung darf es wirklich sein.

Trackliste

Live At River Plate

  1. 1. Rock'n'Roll Train
  2. 2. Hell Ain't A Bad Place To Be
  3. 3. Back In Black
  4. 4. Big Jack
  5. 5. Dirty Deeds Done Dirt Cheap
  6. 6. Shot Down In Flames
  7. 7. Thunderstruck
  8. 8. Black Ice
  9. 9. The Jack
  10. 10. Hells Bells
  11. 11. Shoot To Thrill
  12. 12. War Machine
  13. 13. Dog Eat Dog
  14. 14. You Shook Me All Night Long
  15. 15. T.N.T.
  16. 16. Whole Lotta Rosie
  17. 17. Let There Be Rock
  18. 18. Highway To Hell
  19. 19. For Those About To Rock (We Salute You)

Extras

  1. 1. The Fan, The Roadie, The Guitar Tech & The Meat
  2. 2. Tour Animation

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5 Kommentare

  • Vor 3 Jahren

    "Ist ja nicht so, als ob das Quintett nicht aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen könnte. Aber nein, jedesmal derselbe Quark und das wird dann auf die Dauer doch etwas eintönig."
    .
    Das ist leider wahr. AC/DC in allen Ehren, ich mag die wirklich und leg mir immer wieder gerne mal ne CD von ihnen in den Player. Auch eine Live DVD kann man sich durchaus kaufen. Mehrere macht aber leider einfach keinen Sinn da es eigentlich immer dasselbe ist. Schade, die könnten sicher mehr wenn sie wollten.

  • Vor 3 Jahren

    Die Wahl der Setlist und die Weltanschauung des Papstes in Relation zu setzen ist ziemlich schräg. ;)

  • Vor 3 Jahren

    @Dragnet (« Die Wahl der Setlist und die Weltanschauung des Papstes in Relation zu setzen ist ziemlich schräg. ;) »):

    Wieso? "Homosexualität ist böse!" - "I'm on the highway to hell!", ist doch quasi das selbe ...

  • Vor 3 Jahren

    Och, ist schon ein netter Gag, aber sowas in die Überschrift zu packen ist grob irreführend! Ich dachte jetzt, die hätten sich zu irgend einem gesellschaftspolitischen Thema geäußert... :p
    Und diese Südamerikaner generell gehen gut ab, Respekt!

  • Vor 2 Jahren

    ja, sehr gute DVD.

    Sound, Optik, Fans ( zum Glück keine Deutschen, denn die stehen nur herum), Ein Moshpit (!) dabei.

    Und alleine wegen der neuen Blackice-Songs ein pflichkauf für mich. Dazu Sowas geiles wie WarMachine mit Video!

    Das ganze dann auch noch fast so preiswert wie das letzte Album.