laut.de-Kritik

Wenn sonst nichts hilft: "Woah-Oh" singen.

Review von

"Some things never change." Zebrahead zum Beispiel. Die Jungs brüsten sich immer noch damit, dass Hugh Hefner großer Fan der Band sei und sein "OK" für Titel und Albumcover des 2000er Albums "Playmate Of The Year" gegeben habe. Auch sonst stecken sie in der Vergangenheit fest und tun so, als ob sie Anfang 20 wären und die Welt noch nie etwas von Fun-Punk oder Crossover gehört hätte.

Und so prügeln die Zebraköpfe wieder mal ihren Rap-Punkrock unter der kalifornischen Sonne mit allerlei Klischees und altbekannten Zutaten die Straßen runter. Das kann mitunter schon richtig viel Spaß machen. "Blackout" oder "Ricky Bobby" hauen schon derbe auf die Kacke. Spätestens nach dem siebten Song langweilt "Get Nice!" aber mit den immer gleichen Themen (Du hast mich verlassen, aber ich scheiß drauf, weil's mir ohne dich viel besser geht) und zu ähnlichen Riffs und Melodien aus dem Fun-Punk-Baukasten.

Man hört förmlich den Mischer im Studio sagen: "Mh. Der Refrain ist noch etwas langweilig, wie können wir den denn aufmotzen?" "Ach, lass mal die Jungs 'Woah-Oh' singen, das kommt immer gut." Es passiert auf der Platte eben nicht viel mehr als Crowd-Gesänge, Bratz-Gitarren und standardisierte Pop-Melodien, die sich mit aggressiven Raps abwechseln. Letztere sind Skill-technisch auch eher mau und in keinster Weise abwechslungsreich.

Zebrahead kopieren permanent sich selbst, Millencolin, Blink 182, MxPx und Sum 41. Aber die Herren haben in Amerika und Japan dermaßen Erfolg mit ihrer Mucke, da wäre es schlicht unökonomisch den Stil zu verändern oder sich weiter zu entwickeln. Vermutlich haben sie auch einfach so viel Gaudi, dass sie gar keine Lust haben irgendetwas anderes zu machen.

Besonders amüsant ist der Promo-Text. Der behauptet, dass die Beschreibung "derbe Hardcore-Ausbrüche" zwar nett gemeint ist, aber Zebrahead nicht gerecht werde. Also ... wer würde denn Zebrahead mit Hardcore verwechseln? Das erzählt mal besser nicht Roger Miret, der würde den fünf Jungs ihre BMX-Bikes in den Arsch schieben. Zebrahead und Hardcore ... bitte!

Auf Highschool-Partys, bei Nachmittagen im Skate-Park oder langen Autofahrten kann man die Platte ganz gut anhören. Die Songs bleiben jedoch nicht hängen, überraschen in keiner Weise und langweilen auf die Dauer. In Deutschland konnten die Zebrajungs noch nie so richtig Fuß fassen, das wird mit "Get Nice!" auch nicht mehr passieren. Schade ist das nicht.

Trackliste

  1. 1. Blackout
  2. 2. Nothing To Lose
  3. 3. She Don't Wanna Rock
  4. 4. Ricky Bobby
  5. 5. Get Nice!
  6. 6. The Joke's On You
  7. 7. Nudist Priest
  8. 8. Galileo Was Wrong
  9. 9. Truck Stops And Tail Lights
  10. 10. I'm Definitely Not Gonna Miss You
  11. 11. Too Bored To Bleed
  12. 12. Kiss Your Ass Goodbye
  13. 13. This Is Gonna Hurt You Way More Than It's Gonna Hurt Me
  14. 14. Demon Days

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