laut.de-Kritik

Bitter, brachial und bösartig wie der vernichtende Blick der Schwiegermutter.

Review von

Beim Namen Vader denkt der Mensch zunächst an den Star Wars-Bösewicht. Doch gegen das polnische Abrisskommando gleichen Namens nimmt sich der dunkle Lord wie ein Lämmchen aus.

Textlich dreht sich alles um den Deibel, Vanitas und Krieg. Dabei könnte Sänger Peter auch nur Vokalisen brüllen oder einen bellenden Hund aufnehmen und die Musik sprechen lassen und die tönt: Bitter, brachial und bösartig. Egal welche Metapher man bemüht. Vader wirken schlimmer als das Salz in der Wunde, Sopranistinnen oder der vernichtende Blick der Schwiegermutter.

Während Miro Klose der mutmaßlich letzte Weltmeister gewesen ist, der vom Bolzplatz kam, sind Vader auf dem Death Metal-Geläuf schon ihre ganze Karriere zuhause. Dies wirkt zwar berechenbar wie AC/DC. Der Teufel steckt allerdings im Detail mit Blick auf Schlachtengemälde wie "Tibi Et Igni", "Necropolis" oder das Meisterwerk "Litany". In Sachen technischer Umsetzung agieren die Polen auf Augenhöhe mit Obscura, Death oder Cannibal Corpse. Gerade die Leads verleihen den Songs das nötige Etwas.

Viele Tracks knattern und scheppern von schnell ("Shock An Awe") über schneller ("Final Declaration") bis hin zu Hyperspeed ("Despair", "Stigma Of Divinity"). Daneben liefert das diabolische Quartett mit "Dancing In The Slaughterhouse" den Songtitel des Jahres und zaubert einen waschechten Hit auf die Tanzfläche der Zombiedisco. Tanzen bis die Fetzen fliegen, das lässt sich auch prima zu den Midtempo-Stücken wie "Sanctification Denied" und dem Rausschmeißer "Bones", bei dem eben jene Knochen vor Wonne schlackern.

Vader verschaffen einem dieselbe Genugtuung wie die Betrachtung der sonntäglichen Zubereitung von Omas Hackepeter. Wie da stoisch und ohne Reue unschuldiges Leben verarbeitet wird, ängstigt und amüsiert zugleich. Auch Holz hacken und anschließendes Häckseln kitzeln die Emotionen ähnlich wie der Genuss von "Solitude In Madness". Wo gehobelt wird, da fliegt der Spahn. Upps wo ist die Schwiegermutter?

Trackliste

  1. 1. Shock And Awe
  2. 2. Into Oblivion
  3. 3. Despair
  4. 4. Incineration Of The Gods
  5. 5. Sanctification Denied
  6. 6. And Satan Wept
  7. 7. Emptiness
  8. 8. Final Declaration
  9. 9. Dancing In The Slaughterhouse
  10. 10. Stigma Of Divinity
  11. 11. Bones

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