laut.de-Kritik

Superlative? Das alltägliche Brot eines Ushers.

Review von

Mit R'n'B und Uptempo-Dance zwischen R. Kelly und dem Sound Janet und Michael Jacksons betört Usher die Damenwelt. Liebesschwüre und ein Waschbrettbauch kommen als flankierende Maßnahmen noch hinzu. Sein Album "Confessions" gehört zu den erfolgreichsten in Deutschland. Weltweit an die zwölf Millionen Mal verkauft, heimste Usher in den Staaten dafür bereits achtmal Platin und unzählige Awards ein. Superlative? Das alltägliche Brot eines Ushers.

So wundert es kaum, dass der 26-Jährige für seine aktuelle Single "Caught Up" gleich ein 21-minütiges Video im Spielfim-Format ins Rennen schickt. Der R'n'B-Sänger nimmt sich dafür sozusagen Jacksons epochalen Dance-Clip "Thriller" zum Vorbild, setzt aber auf einen Gangsta- statt Zombie-Plot. Der Streifen ist natürlich in absolut kinotauglicher Bild- und Tonqualität in Szene gesetzt.

In dem Kurz-Musical wechseln sich Ushers Sound mit Dialog-Szenen ab. Zur Story: Ein in Rhythm City stadtbekannter Entertainer verstrickt sich in eine Dreiecksbeziehung mit einer bildhübschen Diebin und einem Unterwelt-Boss. In dem Gangster-Szenario mit den Schauspielern Joy Bryant und Clifton Powell wirken auch Entertainment-Schwergewichte wie P. Diddy, Naomi Campbell und Ryan Seacrest in Nebenrollen mit. Das Wichtigste für die Fans: Usher verlässt das Szenario am Ende selbstredend als Sieger.

Neben dem Making Of, der Kurzversion von "Caught Up" und Storyboards enthält die DVD zudem die Videos zu den Singles "Yeah", "Burn", "Confessions Part II" sowie zum Duett mit Alicia Keys ("My Boo"). Die beigefügte Bonus-CD bietet vier bisher unveröffentlichte Usher-Stücke, die mal mit weniger Pathos ("It Is What It Is" ), mal stiller ("Dot Com") oder wie "What You Need" etwas rougher programmiert daher kommen.

Fans geraten angesichts Ushers Traumfabrik ins Schwärmen. Nüchtern betrachtet, bleibt der Mini-Streifen aber Hollywood im Popcorn-Format und stellt nur einen weiteren Schritt in Richtung Verwischung der Grenzen zwischen Musik, Kino, Video und Werbung dar. Ist zwar nett anzusehen, trübt aber den Blick fürs Wesentliche: die Musik.

Trackliste

DVD

  1. 1. Take Your Hand
  2. 2. Seduction
  3. 3. Red Light
  4. 4. Caught Up
  5. 5. Take Your Hand (Instrumental)
  6. 6. Caught Up (End Credits) (Instrumental)
  7. 7. Take Your Hand (Instrumental)
  8. 8. Caught Up (Instrumental)
  9. 9. Seduction (Instrumental)
  10. 10. Yeah! (Video)
  11. 11. Burn (Video)
  12. 12. Confessions Part II
  13. 13. My Boo
  14. 14. Caught Up (Video)

CD

  1. 1. Dot Com
  2. 2. Doin The Most
  3. 3. It Is What It Is
  4. 4. What You Need

Videos

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