laut.de-Kritik

Die Geradlinigkeit von Techno mit dem beschwingten Flair von Garage.

Review von

Eine der bislang interessantesten Dance-Platten im Frühjahr 2004 dürfte "Thirst" des Yorkers Tim Wright sein. Sein Name fiel in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Brighton-Techno, zuvor ist Wright als Tube Jerk, Germ oder mit seiner Jazz-Band Sand in Erscheinung getreten. Das Album stellt zugleich Wrights Debüt für Novamute dar. Und wie Labelkollege Si Begg mag er sich mit seinem Werk auf einen einheitlichen Stil nicht wirklich festlegen.

Abwechslungsreichtum und Kurzweiligkeit bestimmen die Herangehensweise von Wright, der sich verschiedenen musikalischen Richtungen gegenüber offen zeigt. Zu Beginn satte Electrobreaks ("Kick The Door In"), später dreckiger Garage-Funk auf "Flatliner".

So platt es sich auch anhören mag, diese CD klingt durch und durch englisch. Wright bringt, wie auf "Oxygen" zu hören, ganz unverkrampft die Geradlinigkeit von Techno mit dem beschwingten Flair von Garage zusammen.

Er lässt bei "The Ride" ungeniert Ragga mit den Toasts von Juice Aleem und Toastie Tailor einfließen und präsentiert mit dem Track "Thirst" den angeblich neuesten Schrei Londons: "Grime", die nächste Stufe von UK-Garage, die sich mehr an Dancehall und Hip Hop orientiert.

Wrights Sound setzt Akzente, ohne überambitioniert zu erscheinen, mit einem allgegenwärtigen Bassbrummen. Bei "Control Freak" beispielsweise, das zudem durch einen mitreißenden Sequenzerlauf besticht, sorgen wummernde Basslines für kein Entrinnen. Oder der Drum'n'Bass-Brecher "Killergod". Der Name ist Programm.

Zwar verliert der Spannungsbogen im letzten Drittel des Albums etwas an Fahrt, dennoch hat "Thirst" als Ganzes zweifelsohne ein ordentliches Pfund Kaufanreize zu bieten.

Trackliste

  1. 1. Kick The Door In
  2. 2. Oxygen
  3. 3. The Ride
  4. 4. Flatliner
  5. 5. Thirst
  6. 6. Control Freak
  7. 7. Dust
  8. 8. Killergod
  9. 9. Flatliner (Echo)
  10. 10. Shrine

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