laut.de-Kritik

Multikulti soll tot sein? Keineswegs.

Review von

Immer wenns mal stressig wird, könnte man die Thievery Corporation auflegen. Schließlich war das 'Runterkommen' selten so angenehm wie mit den spacigen Beats des Duos. Aber natürlich produzieren Rob Garza und Eric Hilton in erster Linie Musik für späte Stunden.

Und die Retrospektive "It Takes A Thief" zeigt, dass die Thieverys stets den Ton trafen zwischen organischem Feel und moderner Produktion. Dies liegt durchaus am Retrochic, dem Rückgriff auf die Einflüsse der sechziger Popjahre (von Reggae bis Psychedelica), sowie am nah- und fernöstlichen Flair mancher Stücke. Alles zusammen wird dann sozusagen in der Sprache der Downbeats ("Warning Shots") reformuliert.

West trifft Ost oder einfach One Lounge-World - so ähnlich könnte man den Ansatz der Mannen aus Washington D.C. zusammenfassen. Dabei tönen sie stets freundlich, bestehen aber auf eine exotisch und verraucht anmutende Atmosphäre.

Gerade der Hit "Lebanese Blonde" zeigt, welch entkrampfende Wirkung Grooves in Zusammenhang mit sexy sanften Frauenvocals (hier Pam Bricker) entfalten können - man hört geradezu das Knistern des Glimmstengels im Mund. Auf dem einzig unveröffentlichten Track der Scheibe, "The Passing Stars", beschreitet Bricker diesen Pfad fort.

Von Zeit zu Zeit verzichtet die Auswahl aufs entspannte Midtempo: Das dubbige "Sound The Alarm" lässt die Hüften bouncen. "Air Batucada" dreht noch mehr an der Temposchraube und auch "Exilio (Rewound)" oder "Vampires" lassen sich schlecht nur vom Sessel aus genießen.

"It Takes A Thief" - Fünfzehn Jahre Chillout-Electronica, Dubs und Downbeat. Thievery Corporation feieren ihre Karriere mit den eigenen Lieblingstracks. Für die Protagonisten eine Reise in die Vergangenheit. Für andere die Chance, Verpasstes nachzuholen und den ein oder anderen beliebigen Chillout-Sampler in die Tonne zu kloppen.

Trackliste

  1. 1. Amerimacka
  2. 2. Lebanese Blonde
  3. 3. Facing East
  4. 4. Holographic Universe
  5. 5. Shadows Of Ourselves
  6. 6. Sound the Alarm
  7. 7. Until The Morning
  8. 8. Sweet Tides
  9. 9. Satyam Shivam Sundaram
  10. 10. All That We Perceive
  11. 11. Air Batucada
  12. 12. Exilio (Rewound)
  13. 13. Vampires
  14. 14. Warning Shots
  15. 15. The Richest Man In Babylon
  16. 16. The Passing Stars

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1 Kommentar

  • Vor 10 Jahren

    oh man, jetzt habe ich mit einem neuen album gerechnet. naja, sicher für einsteiger ganz nett, aber "The Cosmic Game" und "The Richest Man In Babylon" sind durch die bank weg hervorragend. insofern vielleicht diese beiden mal antesten.