laut.de-Kritik

Strokes, Stripes, strike!

Review von

Ein Hoch auf das starke Band der Familie. Die Rockwelt erobern wollen alle Jungs, aber nur wenige dürften die kleine Schwester mitnehmen wollen. Wie's funktioniert zeigen uns nun Jack und Meg White aus Detroit Rock City, die sich zumindest als Geschwister ausgeben, mit Album Nummer drei. Der Hype um die Strokes ist noch nicht verklungen, da scheint der Thronfolger bereits gefunden: The White Stripes. Strokes, Stripes, strike!

Hinsetzen, komponieren, aufnehmen, touren. Die Rückkehr zum Schnörkellosen, zu unverdünntem Rock'n'Roll gehört bei beiden Bands zum Grundverständnis. Zweimal USA, zweimal blutjung und dann diese akustische Übermittlung des Proberaumgeruchs. Du kriegst alles. Wie die Stripes ihre Geräte in die Amps einstöpseln muss natürlich rauf auf die Platte und dann her mit der Rückkopplung: "Dead Leaves And The Dirty Ground", gerade heraus, energisch, klasse. Jack Whites Stimme klingt irgendwie gepresst über dem dröhnenden Riffgroove, während Meg den Beat garantiert ohne zu schwitzen hält.

16 Songs, kaum einer länger als zwei Minuten, bei denen ein Produzenten-As wie Andy Wallace wohl die Hände über dem Kopf zusammen schlagen würde. Unmittelbarer ist nur der Live-Gig. Und der hat schon einigen das Hirn weggeblasen: UK-Radiolegende John Peel stammelt von einer Power, die er zuletzt in den Punk-Tagen und bei Jimi Hendrix verspürt habe. Jarvis Cocker buchte die Stripes als Vorgruppe für einen Paris-Gig im November.

Die Kraft der zwei Herzen. Meg und Jack. Drums und Gitarre. Ab und zu auch Piano. Psychedelisch ("Aluminium"), kranke Stakkati-Exzesse ("I Think I Smell A Rat"), Wahnsinnsnummern ("Fell In Love With A Girl") und absurder Drum-Punk im Stehen ("Little Room"). Oder Beck-Akustik-Folk ("We're Going To Be Friends"). Und nun das große 'Aber': das alles funktioniert dank gutem Songwriting und nicht aufgrund von Hype-Gekreische. Froh sein dürfen Jack und Meg trotzdem über den Deal mit XL Recordings, die seit The Prodigy angeblich noch immer nicht wissen, wohin mit dem ganzen Geld. Mami und Papi sind bestimmt stolz.

Trackliste

  1. 1. Dead Leaves And The Dirty Ground
  2. 2. Hotel Yorba
  3. 3. I'm Finding It Harder To Be A Gentleman
  4. 4. Fell In Love With A Girl
  5. 5. Expecting
  6. 6. Little Room
  7. 7. The Union Forever
  8. 8. The Same Boy You've Always Known
  9. 9. We're Going To Be Friends
  10. 10. Offend In Every Way
  11. 11. I Think I Smell A Rat
  12. 12. Aluminium
  13. 13. I Can't Wait
  14. 14. Now Mary
  15. 15. I Can Learn
  16. 16. This Protector

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