laut.de-Kritik

Ein herausragendes Album, eine wahre Perle.

Review von

Wenn ich eine Musikerin wäre, würde ich für meinen Bruder einen Song schreiben. Der würde dann einen so bezeichnenden Titel wie "Niemand Hat So Viel Geschmack Wie Er" tragen. Als kleine Schwester hat er mich schließlich in alle essentiell wichtigen Musik- und Stylegenres eingeführt!

Aber ich bin keine Musikerin. Und wenn ich schon keinen Song schreiben oder vorsingen kann, dann widme ich ihm doch wenigstens diese The Automatic-CD-Rezension! Schließlich handelt es sich hierbei um eine Platte, die mir mein Bruderherz selbst wärmstens empfohlen hat, und ich war – wie so oft – gleich hellauf begeistert!

Dass "Not Accepted Anywhere" ein herausragendes Album, eine wahre Perle ist, war uns beiden sofort klar. Und mit dieser Meinung stehen wir nicht allein da. Auf der britischen Insel stieg das Debüt bis auf Platz drei der Charts und avancierte so zum Hit-Album. Die Auskopplung "Monster" – ein Knallersong, ungeheuer dynamisch und schwungvoll – mutiert zum "catchiest indie hit of the summer" (NME). "Monster" ist ohne Zweifel einer der besten Tracks auf dem Album – obwohl man bei der gleichbleibend hohen Qualität der Songs nur schwer eine Rangfolge aufstellen kann!

Der Gruselsong spiegelt das Album als solches sehr gut wieder. Alle elf Tracks sind schnell und energiegeladen, wahnsinnig kraftvoll und tanzbar. Ein frisches Soundgemisch, das viel Freude und vor allem Tanzlaune macht. Wie sagte mein Bruder einst: "Ein Indie-Pop-Mix aus den Futureheads, Maximo Park und den Young Knives." Dem kann ich natürlich nur beipflichten! Hier und da hört man auch Parallelen zu The Subways oder Hard-Fi. Besonderes Merkmal sind die Screamo-Einlagen, die verleihen dem selbstbetitelten "Elektro-Disco-Metal-Rock" diese gewisse extravagante Note. Alex Pennie schreit mit unermüdlichem Einsatz ins Mikro und fügt dem Stilmix eine gehörige Portion Action hinzu. Ansonsten bedient er die Synthie-Regler – allerlei wilde Elektrosounds verleihen "Not Accepted Anywhere" ein "Tanz-Kracher-Potential" erster Güte.

Der zweite große Smashhit ist "Recover". "Get up! Recover! Cause you'll never dance again!", heißt es da und man kann gar nicht anders als zustimmen und den Jungs artig Folge leisten. Der Refrain geht direkt durch die Ohren in die Beine – wehren zwecklos (aber warum sollte man auch?)! "Raoul" steht in punkto Tanz- und Mitsing-Drang nicht nach. Der Track fetzt ordentlich und besticht durch catchy Drums.

In "You Shout You Shout You Shout You Shout" widmen sich Rob, Frost, Pennie und Iwan dem Thema Radiounterhaltung. "So much trash on the radio today", so ihr Fazit. Die Lösung liegt natürlich klar auf der Hand: The Automatic hören und dem Radioprogramm keine weitere Beachtung schenken. "Keep Your Eyes Peeled" weiß durch ein Repertoire vielfältiger Gesangsparts zu überzeugen. Mal stimmiger Einheits-Chor, mal extra viel Gekreische - Rob, Frost und Pennie trällern um die Wette, Synthesizer und Gitarren sind dabei nicht weniger dominant.

Verschnaufpausen sucht man auf "Not Accepted Anywhere" vergeblich. Einzig "By My Side" weicht hier etwas ab. Der Song steigt langsam ein – sphärisch-ruhige Keyboardsounds zu Beginn täuschen etwaige Ruhe jedoch nur vor. Dann erklingen laut-wilde Gitarreriffs und spätestens beim Einsatz der Drums weiß man, dass hier sicher kein seichtes Softrock-Gedudel auf dem Plan steht. In "Rats" liegt der Fokus auf diversem elektronischen Gefrickel. Tanzbare Klänge in Kombination mit eingängigem Gesang und Refrain machen auch diesen Track zu einer wahren Elektro-Punk-Rock-Perle.

Bei so viel purer Energie, Leidenschaft und Hingabe, wie sie die Waliser in ihre Songs packen, lasse ich mich auch gern zu ebenso hingebungsvollen, enthusiastischen Lobpreisungen hinreißen und ernenne "Not Accepted Anywhere" zum gelungensten, frischesten und innovativsten Debüt, das ich seit langem gehört habe.

Jeder dieser elf Tracks ist ein Wahnsinns-Kracher! Und das schöne ist, man kann sich die Platte anhören und anhören und anhören ... und ist trotzdem kein bisschen gelangweilt! Da hat mein Bruder also wieder einmal eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er ein echter "Hit-Hunter" ist und die Automatic-Jungs haben gezeigt, dass sie zu Recht als "most exciting pop band Wales has thrown up" (The Fly) gefeiert werden! Ach ja, mein Bruder ist natürlich der beste Bruder auf der ganzen Welt - habe ich das schon erwähnt?

Universal kippte die Veröffentlichung Anfang des Jahres ohne Angabe von Gründen. Die Platte ist deshalb derzeit nur als Import erhältlich (mit dem zusätzlichen Song "Seriously... I Hate You Guys").

Trackliste

  1. 1. That's What She Said
  2. 2. Raoul
  3. 3. You Shout You Shout You Shout You Shout
  4. 4. Recover
  5. 5. Monster
  6. 6. Lost At Home
  7. 7. Keep Your Eyes Peeled
  8. 8. On The Campaign Trail
  9. 9. Team Drama
  10. 10. By My Side
  11. 11. Rats

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