laut.de-Kritik

Das Niveau hängt auf der Höhe von Aokis Hosen.

Review von

EDM-Enfant Terrible und Tortenwerfer Steve Aoki legt mit "Neon Future I" zehn Partytracks vor, die hochwertiger nicht sein könnten, zumindest was die Gäste- und Producer-Liste angeht. Will.I.Am, Fall Out Boy oder Afrojack veredeln Aokis neue Erzeugnisse.

Der Albumtitel ist einem Interview entsprungen, das Aoki mit dem Futuristen, Synthesizer-Entwickler und Google-Ingenieur Ray Kurzweil führte, und in dem dieser seine Definition einer "Neon Future" darlegte.

Kurzweil glaubt der exzentrische Wahl-Amerikaner fatalerweise auch ohne Ray bieten zu können. Bei "Rage The Night Away" ist der Name Programm, die Synthietrompeten von Jericho blasen einem den letzten Deephouse-Schmalz aus den Gehörgängen. Ansage!

"Afroki", eben die Synthese aus Aoki und Afrojack, ist unsäglicher Stakkato-Pop-Trance mit schnulzigen Vocals, die sehr schwer erträglich sind. Bekomme ich dann bitte auch ein Stück von der Torte ab? Steve macht jedenfalls keine falschen Versprechungen oder verliert sich plötzlich in Stockhausen-Referenzen. Das hier ist Partymucke und kein Hauptseminar in analytischer Philosophie. Dennoch hängt das Niveau auf der Höhe von Aokis Hosen, also vergleichsweise tief.

Die Fall Out Boy-Kollabo "Back To Earth" kann ebensowenig überzeugen und versucht zwanghaft, ihr Potenzial für den neuen GNTM-Titelsong darzulegen. Große Namen (vermutlich mit Waffengewalt) ins Studio zu zerren, bedeutet eben nicht automatisch, dass auch was Gescheites dabei rauskommt.

"Free The Madness" (feat. Machine Gun Kelly) mit Billo-Einfingermelodie lässt nochmal ordentlich die Kitschböller los, kann aber auch nicht mehr wirklich was reißen.

Schade eigentlich, doch scheint das Album eben auf den knicklichternden US-Markt ausgerichtet zu sein. Dort herrscht bekanntermaßen eine ganz andere Herangehensweise an das, was man in Detroit und Berlin einmal Techno nannte. Ob das als Entschuldigung taugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Zunächst empfehle ich aber trockene Discobrot-Diät, um diese übersättigte Pop-Trance-Torte zu nivellieren.

Trackliste

  1. 1. Transcendence
  2. 2. Neon Future
  3. 3. Back To Earth
  4. 4. Born To Get Wild
  5. 5. Rage The Night Away
  6. 6. Delirious (Boneless)
  7. 7. Free The Madness
  8. 8. Afroki
  9. 9. Get Me Outta Here
  10. 10. Beyond Boundaries

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