laut.de-Kritik

Avril Lavigne lässt grüßen.

Review von

Reichen zwei erfolgreiche Alben und die Rolle als populärer Prince-Sidekick bereits aus, um sich als "Icon" zu bezeichnen? Nachdem Sheila E. nach zwei erfolgreichen Alben zum Start ihrer Solokarriere die meiste Zeit unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung flog, scheint der Titel ihres ersten Longplayers nach zwölf Jahren doch etwas hoch gegriffen. Für ihr Comeback entsagt sie dem Smooth-Jazz ihrer letzten Alben "Writes Of Passages" und "Heaven" und setzt auf das altbekanntes Gemisch aus Pop, Funk, Latin, Soul und R'n'B.

In der ersten "Icon"-Hälfte dominiert hausbackener Pop ohne frische Ideen oder sonderlich eingängige Melodien ("I'll Give You That", "Rockstar"). Die Charaktere, über die sie in "Mona Lisa" ("She was a woman") und "Rockstar" ("He's a small town man in a big big world") singt, führt Frau E. so nüchtern und gelangweilt wie nur irgendwie möglich ein.

Das banale Songwritin in "Rockstar" bewegt sich auf einem ähnlich niedrigen Niveau wie Avril Lavignes "Sk8ter Boy". Anstelle von Percussions, die sie zu diesem Zeitpunkt zu größten Teilen in die Interludes packt, überwiegen antiquierte Keyboardsounds.

Hat man die Flinte nach den ersten sechs Tracks bereits ins Korn geworfen, hält doch noch der Funk Einzug. Dieser sorgt im ersten Moment von "Nasty Things" für Abwechslung, bleibt dann aber leider arg blasswangig. "Old Skool", in dem Sheila E. ihren Timbales-Funk um Swing-Elementen erweitert, bleibt fußlahm. Dank eines knödelnden Santana-Imitators an der Gitarre klingt "Mona Lisa" wie der angestaubte Gloria Estefan-Beitrag zu "Supernatural".

Beim mit Prince geschriebenen "Leader Of The Band" handelt es sich dank der Mitarbeit von Vater Pete und den beiden Brüdern Juan und Peter Michael um ein kleines Treffen der Familie Escovedo. Der Latin-Groover packt, bleibt aber vorhersehbar. Kurz bevor die überzuckerte Ballade "Who I Am Now" jegliche Flammen im Keim erstickt, darf der mit Ledisi eingesungene Voodoo-Soul "Girl Like Me" mit geheimnisvollen Percussions, düsterem Slapbass und dramatischem Arrangements selbige zum ersten und letzten Mal etwas höher schlagen lassen.

Sheila E.'s Comeback scheitert an ihrer Unentschlossenheit und den wenigen überzeugenden Ideen. Dabei bleibt Tito Puentes Patentochter gerade in ihrer Paradedisziplin, dem Schlagzeug und den Percussions, seltsam blutleer. Unentschlossen kämpft sich die Sängerin durch austauschbare und wenig homogene Tracks, ohne wirkliche Spuren zu hinterlassen.

Trackliste

  1. 1. Butterfly (Interlude)
  2. 2. Mona Lisa
  3. 3. Lovely Day
  4. 4. I'll Give You That
  5. 5. Rockstar
  6. 6. Samba (Interlude)
  7. 7. Nasty Thang
  8. 8. Leader Of The Band
  9. 9. Turn It Around (Interlude)
  10. 10. Girl Like Me
  11. 11. Who I Am Now
  12. 12. Old Skool
  13. 13. Now Is The Hour (Interlude)

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