Porträt

laut.de-Biographie

Sheck Wes

"Wenn du in den Projects lebst, befindet sich alles, was du brauchst, im Umkreis einer Meile: Ein Basketballplatz, ein Fitnessstudio, eine Schule, ein Lebensmittelgeschäft, ein Einkaufszentrum. Aber ich war es leid, jeden Tag die gleiche Scheiße zu machen." Sheck Wes verspürt früh das Bedürfnis, den engen Rahmen des Armenviertels zu sprengen. Schon immer habe er ein Star sein wollen: "Deshalb habe ich alles versucht." So setzt er auf Beschäftigungen mit Außenwirkung: Basketballer, Model und Musiker. "Jetzt bin ich immer in einem Flugzeug", freut er sich im Interview Magazine.

Khadimou Rassoul Cheikh Fall wird 1998 als Sohn muslimischer Auswanderer aus dem Senegal geboren. Er wächst in Harlem und Milwaukee auf und erweist sich früh als talentierter Basketballer. Mit elf Jahren probiert er sich erstmals als Rapper. Fünf Jahre später tritt er auf dem Laufsteg in Erscheinung. 2016 schickt ihn seine Mutter in die westafrikanische Pilgerstätte Touba, dem religiösen Zentrum des Muridismus, um den Islam zu studieren und sich mit der Kultur seiner Familie auseinanderzusetzen. Nach fünf prägenden Monaten kehrt er nach New York zurück.

In Anlehnung an sein Vorbild Kid Cudi startet Sheck Wes seine Rap-Karriere unter dem Namen Kid Khadi. Neben dem Ohioer Hipster prägen ihn vor allem "unberechenbare Künstler" wie Lil B und Ol' Dirty Bastard: "Das sind wirklich freie Künstler. Sie sind ungefiltert und das bin ich auch." Mit NBA-Spieler Mohamed Bamba verbindet ihn seit der Jugend eine Freundschaft. Als das Orlando-Magic-Mitglied erste Hörproben erhält, fordert er den Rapper auf, ihn in einem Lied zu erwähnen. Wes leistet nicht nur Folge, sondern widmet dem Profisportler gleich einen ganzen Song.

Im Juni 2017 veröffentlicht er die Single "Mo Bamba". Zunächst findet der düstere Trap-Track wenig Beachtung, doch schleichend entwickelt er sich zum Hit. Erst nach über einem Jahr erhält die Single eine Goldene Schallplatte und verbucht später sogar fünffach Platin in den USA und dreifach Platin in Kanada. Zudem fallen die Kritiken positiv aus. Die Juice lobt die Single als "die Definition von Moshpit-Musik". "Mo Bamba" bestehe "im Prinzip nur aus einem Synth-Loop und einer bedrohlichen Bassline". Dazed hebt die "verspielte, ODB-artige Darbietung" des Rappers hervor.

Mit Travis Scott und Kanye West zieht Sheck Wes die Aufmerksamkeit gleich zweier Schwergewichte auf sich. Im Frühjahr 2018 unterschreibt er sowohl bei Cactus Jack Records als auch bei G.O.O.D. Music. Gegenüber Dazed spielt er den Einfluss der beiden Rapper herunter. Er brauche deren Hilfe nicht und reagiere mitunter auf ihren Rat, indem er das exakte Gegenteil dessen umsetze. "Ich werde immer meinen eigenen Weg gehen. Ich liebe sie beide für ihre Unterstützung, aber ich bin mein eigener Herr. Meine Energie inspiriert wahrscheinlich sie und nicht umgekehrt."

Im Oktober 2018 erscheint das Debüt des selbstbewussten New Yorkers. "Mudboy" holt Gold in den Vereinigten Staaten und Kanada. Für DJ Snakes "Carte Blanche" nimmt Sheck Wes zusammen mit Offset, 21 Savage und Gucci Mane den Song "Enzo" auf. Labelboss Scott preist seine Künstler auf der Kompilation "Jackboys" an und spendiert "Gang Gang" eine Videoauskopplung. Unterdessen verdient sich der Rapper im deutschsprachigen Raum durch Auftritte beim Hype Festival und dem Openair Frauenfeld seine ersten Sporen.

Sheck Wes' übergroßes Selbstvertrauen wächst sich im Angesicht des wachsenden Erfolgs zum regelrechten Größenwahn aus. "Ich möchte Friedensnobelpreise gewinnen, so viele Grammys wie möglich, Emmys, Golden Globes, VMAs", führt er gegenüber Pitchfork aus. Solange die Gesundheit mitspielt, richtet er das Augenmerk fest auf seine astronomischen Ziele: "Ich bete, dass ich ein langes Leben haben werde und Gott mir erlaubt, einen großen Einfluss zu erlangen. Ich möchte viel größer sein als Kevin Durant und Michael Jackson!"

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