Porträt

laut.de-Biographie

Shabazz Palaces

Shabazz Palaces liefern seit 2009 Belege dafür, wie unwahrscheinlich vielfältig sich das Hip Hop-Genre aufgestellt hat. Der experimentelle Sound des Kollektivs unter Federführung von Ishmael Butler alias Palaceer Lazaro könnte von leicht verdaulichem Partyrap kaum weiter entfernt sein.

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Allerdings greift auch eine Verortung allein im Conscious-Hip Hop bei den Seattlern zu kurz. Unüberhörbar sind die Spuren, die Butlers vorherige Mitgliedschaft in der Jazz-Rap-Gruppe Digable Planets hinterlassen hat. Zudem prägt ein starker psychedelischer Einschlag die songgewordenen kognitiven Prozesse.

Nach den zwei anonym selbstveröffentlichten EPs "Shabazz Palaces" und "Of Light" in 2009 nimmt das legendäre Indielabel Sub Pop Shabazz Palaces als ersten Hip Hop-Act unter Vertrag. 2011 erscheint dort das Studiodebüt "Black Up", 2014 folgt "Lese Majesty". Darauf präsentieren Butler und Langzeit-Kollaborateur und Multiinstrumentalist Tendai 'Baba' Maraire ihre Version von facettenreichem modernen Hip Hop.

Zwischen ihren regulären Langspielern arbeiten sie 2014 mit Hussein Kalonji als Chimurenga Renaissance zusammen. Das resultierende Album "riZe vadZimu riZe" verbindet experimentellen Hip Hop mit Afropop. Baba, Sohn des Mbira-Spielers Dumisani Maraire, verortet die Musik mittels der Verwendung jenes Instruments zwischen Seattle und Simbabwe.

So wie schon die Tracktitel Zeugnis vom reichlich abstrakten Inhalt der Palaces ablegen - "A Treatease Dedicated To The Avian Airess From North East Nubis (1000 Questions, 1 Answer)", anyone? - fällt auch die Referenzliste aus: Irgendwo zwischen den Labelnachbarinnen THEESatisfaction, clipping. und Jeremiah Jae erschaffen Shabazz Palaces einen so einzigartigen wie befremdlichen Sound.

Zahlreiche Rhythmusspielereien, Wortspiele, dramaturgische Sprünge und sonstige kryptische Arabesken begründen ihren Leftfield-Rap. Nichtsdestotrotz schwingen in den Lyrics von Butler und Maraire stets auch sexy Untertöne mit.

Shabazz Palaces - The Don Of Diamond Dreams
Shabazz Palaces The Don Of Diamond Dreams
Muntere Zitate quer durch die schwarze Musikgeschichte.
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Zum digitalen Wandel im Musikbusiness an sich pflegen die beiden eine kritische Haltung. "Ich bin nicht so begeistert von der Frequenz, mit der heute Musik veröffentlicht wird", kommentiert der Kollektivkopf. "Leute stellen ihr unfertiges Material auf Blogs."

"Ich bin mehr dafür, sich einzulassen, Musik zu machen, sich Zeit zu lassen. Man muss nicht zwangsläufig auf die Vergangenheit schauen, aber als ich zum Beispiel mein erstes Musikvideo releast habe, war das eine Leistung. Es bedeutete, dass man dieses Stück Kunst durch diverse Mühlen geschleift hatte. Mittlerweile nimmst du eine Kamera, filmst, lädst es auf YouTube oder lässt ein Programm irgendetwas zusammenwürfeln. Dieser Prozess weicht die Qualitätsmaßstäbe mitunter sehr auf."

Das bedeutet aber nicht, dass Shabazz Palaces wegen dieser Sichtweise Alben im Dekaden-Rhythmus veröffentlichen. Im Gegenteil. 2017 erscheinen simultan zwei Langspieler: "Quazarz: Born On A Gangster Star" sowie "Quazarz vs. The Jealous Machines". Sie bezeichnen die Werke als "eineiigen Zwilling, der sich mit Technik beschäftigt. Nicht nur, wie wir diese benutzen, sondern auch, wie wir damit leben und dadurch manipuliert werden."

2020 zitieren sich Shabazz Palaces auf "The Don Of Diamond Dreams" munter durch die schwarze Musikgeschichte, ohne sich dabei große Ausfälle zu erlauben.

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  • Shabazz Palaces

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