laut.de-Kritik

Kaum einer leidet so schön wie Hardy Fieting ...

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Es darf wieder geträumt werden. Scream Silence melden sich mit ihrem vierten Werk "Elegy" zurück und präsentieren sich als Band und feste Einheit, die durchaus das Zeug hat, die nationale Nummer eins im Gothic-Rock zu werden.

Kaum einer leidet so schön wie Hardy Fieting, die tiefgehenden Emotionen, die er schon beim Opener "The Sign" hervorruft, sind beinahe unnachahmbar. Es ist schon bemerkenswert, wie dieser Mann Gefühle transportieren kann, ohne dabei schmachtend oder kitschig zu werden. Das New Model Army-Cover von "Living In The Rose" wird wohl nicht nur mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagen, wenn die für sich allein schon wunderschöne Musik von Hardys unter die Haut gehender Stimme noch getoppt wird.

Die Single "Curious Changes" hat doch einen bemerkenswerten HIM-Einschlag und konnte mit etwas Phantasie durchaus aus der Feder der Finnen stammen. In Sachen ausgereifter Melancholie stehen Scream Silence Ville Valo und Co. in nichts nach. Echten Gothic ROCK verbreiten die vier Berliner mit Songs wie "Oblivion" und vor allem "Agony", in denen Klampfer Robert mal richtig in die Saiten greifen darf. Auch Neu-Basser Hagen Schneevoigt (von Tunes Of Dawn) scheint sich bestens in die Band eingefügt zu haben, denn so kompakt klang das Quartett noch nie.

Wobei Quartett nicht mehr ganz richtig ist, denn nicht nur auf den zuletzt absolvierten Konzerten holten sich Scream Silence Verstärkung in Form von Violine und Cello, auch auf "Elegy" kommen diese Instrumente zum Einsatz und veredeln Songs wie das ergreifend schöne "Derangement" oder den treffend benannten Titeltrack. Vor allem bei letztgenannten sind die letzten zweieinhalb Minuten ein Meisterwerk an Melancholie. Da kommt das abschließende nur mit Klavier und Gesang intonierte "The Sleep" gerade richtig, um die herbstliche Depression auf ein neues Tief zu senken.

National spielen Scream Silence, vielleicht abgesehen von Zeraphine, weitestgehend außer Konkurrenz, doch wenn sie so weiter machen, sollten sich auch die internationalen Größen des Genres besser nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Ich geh jetzt und wein ein bisschen in meine Suppenschüssel.

Trackliste

  1. 1. The Sign
  2. 2. Without A Trace
  3. 3. Living In The Rose
  4. 4. Curious Changes
  5. 5. Oblivion
  6. 6. The Doubt
  7. 7. Derangement
  8. 8. Agony
  9. 9. My Swallow Bride
  10. 10. Elegy
  11. 11. The Sleep

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