laut.de-Kritik

Dieses "Leben" geizt nicht mit verführerischen Reizen.

Review von

Das vergangene Jahr hätte für Schiller-Fans gar nicht schöner zu Ende gehen können. Kurz vor dem Jahreswechsel beglückte Christoph von Deylen die seinen mit dem sehnsüchtig erwarteten Longplayer "Leben". Nun steht der Nachschlag an, und der ist auch nicht von schlechten Eltern. Neben einer Tournee, die Schiller Mitte April durch das Land führt, lässt die DVD "Leben" das Wasser im Munde der Fans gleich in Strömen fließen. Kein Wunder, schließlich geizt "Leben" nicht mit verführerischen Reizen.

Herzstück der neuen DVD ist die ambitionierte filmische Umsetzung des Albums in Verbindung mit den beiden Liveauftritten von Berlin und Frankfurt. Alles zusammen erstrahlt in bestem 5.1 Sound, was "Leben" für Homeentertainment-Freaks schnell zu einem Pflichtkauf macht. Hier verbinden sich Bild und Ton auf innige und so passende Weise. Gerade die filmische Bebilderung des "Leben"-Albums führt einen Traditionsstrang fort, für den Regisseur Francis Ford Coppola zusammen mit dem Komponisten Philip Glass 1983 den Blueprint schufen. Eindrucksvolle Aufnahmen von Mensch und Natur verbinden sich auf "Koyaanisqatsi" mit Glass' minimalistisch repetitiven Kompositionen zu einem eindringlichen politischen Appell.

Schiller wählte vor allem Bilder von Menschen des indischen Subkontinents für die filmische Ebene von "Leben " aus. Die Natur spielt dabei allenfalls eine Nebenrolle. "Leben" erzählt die Geschichten von Menschen, liest sie in ihren Gesichtern ab. Rhythmisch orientiert sich der Bilderfluss an den sphärischen Klangwelten von "Leben". Locker gleiten die Bilder ineinander, überlagern sich ein um's andere Mal, reflektieren die Musik in ihrer fließenden Montage. Schiller Mastermind Christoph von Deylen verzichtet auf einen Auftritt im "Leben"-Film, lediglich die vier immer wieder im Bild verarbeiteten Ikons "Feuer", "Wasser", "Erde" und "Luft" lassen "Leben" als Schiller-Produktion erkennbar werden.

Weniger gelungen ist hingegen die Berliner Live-Performance. Der schlichte monochrome, schwarze Hintergrund und die sich kaum bewegenden Musiker überzeugen auf DVD nicht und schaffen es nicht, das Intime der Konzerterfahrung zu transportieren. Viel eindrucksvoller kommt da schon der Auftritt auf der Frankfurter IAA daher. Drei große Videowände unterteilen die Bühne und geben dem statischen Auftritt von Schiller die nötige visuelle Lebendigkeit, vor der sich die Sängerinnen Kim Sanders, Maya Saban und Mila Mar umso besser in Szene setzen können. Die Videos zu "Liebe" und "Leben...I Feel You" sowie einige Extra-Features runden den gelungenen DVD-Auftritt von Schiller ab.

Trackliste

Der Film

  1. 1. Willkommen
  2. 2. Sommerregen
  3. 3. I've Seen It All
  4. 4. Zukunft
  5. 5. Liebe
  6. 6. Einklang
  7. 7. I Miss You
  8. 8. Leben...I Feel You
  9. 9. Mittelerde
  10. 10. The Smile
  11. 11. Dreiklang
  12. 12. Babel
  13. 13. Desire
  14. 14. Stille
  15. 15. Vergangenheit
  16. 16. Delicately Yours
  17. 17. Ausklang

Live

  1. 18. Live in Berlin
  2. 19. Willkommen
  3. 20. Schiller
  4. 21. I've Seen It All
  5. 22. Liebe
  6. 23. Desire
  7. 24. Einklang
  8. 25. Distance
  9. 26. Delicately Yours
  10. 27. Ruhe
  11. 28. Dream Of You
  12. 29. Leben...I Feel You
  13. 30. Das Glockenspiel
  14. 31. The Smile
  15. 32. Live in Frankfurt
  16. 33. Leben
  17. 34. I Miss You
  18. 35. Liebe
  19. 36. Babel
  20. 37. Delicately Yours
  21. 38. I've Seen It All
  22. 39. Ruhe
  23. 40. Photos
  24. 41. Musikalische Gäste

Video

  1. 42. Liebe
  2. 43. Leben...I Feel You

Extra

  1. 44. Live beim Grand Prix
  2. 45. Making of "Leben...I Feel You"
  3. 46. Photogalerie

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Nein, hier geht es nicht um den guten alten Friedrich, sondern um das Trance-Projekt der Herren Mirko von Schlieffen und Christopher von Deylen aus Hamburg.

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