laut.de-Kritik

Funke funkt mal wieder. Da hört man gerne zu.

Review von

Der Berliner Club Watergate hat im Frühjahr den erfolgreichen Startschuss für seine eigene Mix-Compilation-Reihe gegeben. Der türkische Vakant-Act Onur Özer hat sich für die Premiere an den Mixer gestellt.

Jetzt legen die Watergate-Macher mit der Verpflichtung von Sascha Funke einen dicken Scheit nach. "Watergate 02" unterstreicht den Anspruch des Clubs, eine der besten Adressen des Berliner Nachtlebens zu sein, eindrücklich.

Mit gewohnt viel Feingefühl macht sich Funke auf ans Werk. Wer den Berliner noch nicht live gesehen hat, der bekommt auf der 2006er Mix-CD "Boogy Beats Vol. 2" einen ganz guten Eindruck von dessen Soundverständnis. Minimal, House und Detroit sind drei Konstanten, die sich häufig in den Sets von Funke wiederfinden lassen. Auch auf "Watergate 02" vertraut er auf diese Zutaten, wenngleich er ihnen hier zudem noch ein wenig Dub beimischt.

Den sphärischen Einstieg in das Set bereiten zwei namhafte Acts. Als Opener darf der Brite Nathan Fake mit seinem aktuellen Track "You Are Here" ran. Ihm folgt Berlins weiblicher Vorzeige-DJ Ellen Allien auf dem Fuße, bevor Funke mit der Maus & Stolle-Nummer "Taxi" knappe zehn Jahre in die Vergangenheit reist. Dies bleibt nicht der einzige geschichtsträchtige Ausflug von Funke. Zur Mitte des Sets bringt das Woody McBride-Projekt Modal einen Hauch Acid ins Spiel, genauso wie das letzte Stück "Housefrau" von Milch.

Die überwiegende Zeit jedoch gibt sich Sascha Funke sehr zurückhaltend, was den Groove seines Sets angeht. Der Mix schlägt nicht den einfachen Weg in Richtung Tanzfläche ein, sondern baut mit Sachen von Zander VT, Minilogue und Sten nach und nach ein fülliges Gerüst aus bassigen Sounds auf. Genau in diesem bewussten Spiel mit den Erwartungen der Zuhörer liegt die große Kraft von "Watergate 02" begründet.

Es ist eine entspannte Interpretation von Techno, die Sascha Funke mit den 14 Tracks des Longplayers in Form gießt. Die Akzente sind, wie gewohnt, fein gesetzt, die Nuancen mit Voraussicht kalkuliert. Ein insgesamt gelungener Mix, den Patrice Scott mit seiner Nummer "Visions Of Mantada" kurz vor Schluss krönt. Da darf man jetzt schon gespannt sein, wer sich für "Watergate 03" an den Mixer stellen wird.

Trackliste

  1. 1. Nathan Fake - You Are Here (Four Tet Remix)
  2. 2. Ellen Allien - Alles Sehen (Miss Kittin Remix)
  3. 3. Maus & Stolle - Taxi
  4. 4. Zander VT - Get Down
  5. 5. Minilogue & Kab - That’s A Nice Way To Give Me Feedback (Wighnomy Brothers Quintenzirkel Remikks)
  6. 6. Dave Aju - Crazy Place
  7. 7. Sten - More Stash
  8. 8. Modal - Boy Girl Boy Girl
  9. 9. The Mole - Smiling And Running
  10. 10. Sascha Funke - Mango (Tobias Thomas & Superpitcher’s Como Mango Version)
  11. 11. DJ Koze - I Want To Sleep
  12. 12. Closer Musik - Giganten
  13. 13. Patrice Scott - Visions Of Mantada
  14. 14. Milch - Housefrau (Acid Jesus’ Pure Sex Remix)

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