laut.de-Kritik

Altbewährtes von der Klassik-Crossover-Pionierin.

Review von

Bereits beim ersten Hören wird klar: Sarah Brightman spielt auf "Hymn" ihre Stärken voll und ganz aus. Die orientalischen Anwandlungen auf "Harem" (2003) sind vergessen. Stattdessen besinnt sich die Sängerin auf ihre Wurzeln. Orchestrierte und chor-basierte Stücke, geschickte Pop-Cover und Langzeitproduzent Frank Peterson lassen die Drei-Oktaven-Stimme der preisgekrönten Sopranistin glänzen.

Das gleichnamige Lied eröffnet "Hymn" gemeinsam mit einer Ouvertüre. Sanfter, aber dennoch kraftvoller Gesang haucht Sarah Brightmans gewohntem Klassik-Pop Leben ein. Bei "Better Is One Day" liefert sie einen poppigeren Sound, der ihr erstaunlich gut zu Gesicht steht. Mit "Sogni" geht es an der Seite des französischen Tenors Vincent Niclo wieder stärker Richtung unverfälschte Klassik.

"Miracle" beginnt mit anschwellenden Streichern und Chorgesängen und wächst zum epischsten Song des Albums heran. Für die Komposition ist der japanische Künstler Yoshiki verantwortlich, den Sarah seit "Repo! The Genetic Opera" (2008) kennt und schätzt.

"Tu Che M'Hai Preso Il Cuor" (dt.: Dein ist mein ganzes Herz) verbindet man ebenfalls mit einer Klassikgröße. Ursprünglich vom italienischen Tenor Luciano Pavarotti gesungen, war sich Sarah Brightman zunächst nicht sicher, ob sie das Lied in ihr Album aufnehmen will. Zu groß könnten die Fußstapfen sein, in die sie tritt. Gemeinsam mit Produzent Frank Peterson entscheidet sie sich für einen Twist: Sie steigt sanfter in den Song ein, so als würde sie ihn jemandem ins Ohr flüstern, bevor sich das gesamte Volumen ihrer Stimme entfaltet.

Der Spagat zwischen Klassik und Pop gelingt der Sopranistin einmal mehr. Auf dem schmalen Grad zwischen Experimentierfreude und Altbekanntem kippt sie auf "Hymn" allerdings häufiger in letztere Richtung. Die Ausnahme: Mit "Sky And Sand" covert die Sängerin Paul Kalkbrenner. Um das zu merken, muss man allerdings ganz genau hinhören. Der elektronische Beat ist verschwunden, dafür trägt das Orchester Sarahs Gesang. Ungewöhnlich, aber gelungen.

Sarah Brightman legt ein durchdachtes und ausgewogenes Album vor, das an ihre bisherigen Erfolge anknüpft. Dabei wagt sie kleinere Experimente, hat aber in Sachen Innovation noch Luft nach oben. Mit welchem Song beendet man ein solches Album? Richtig, mit einer Neuinterpretation des obligatorischen "Time To Say Goodbye".

Trackliste

  1. 1. Hymn Overture
  2. 2. Hymn
  3. 3. Sogni (ft. Vincent Niclo)
  4. 4. Sky And Sand
  5. 5. Canto Per Noi
  6. 6. Fly To Paradise (ft. Eric Whitacre Singers)
  7. 7. Gia Nel Seno (La Storia Di Lucrezia)
  8. 8. Follow Me
  9. 9. You
  10. 10. Better Is One Day
  11. 11. Tu Che M'Hai Preso Il Cuor
  12. 12. Miracle (ft. Yoshiki)
  13. 13. Time To Say Goodbye

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