Porträt

laut.de-Biographie

Sam Sillah

"Es gibt vor allem heutzutage leider sehr viel negative Energie in der Musik und ich möchte den Menschen wieder etwas Positives geben. Wir sind alle gleich und sollten einander unterstützen und helfen." Sam Sillah legt großen Wert auf eine optimistische Grundhaltung in seiner Musik: "Schatten oder Licht, deine Seite wählst du selbst. Pessimist, Optimist, sag mir, wer du bist." Um seine Ziele zu erreichen, verlässt er sich deswegen aber keineswegs auf sein Glück, sondern arbeitet fokussiert an ihnen.

1991 wird Sam als Sohn eines Gambiers und einer Deutschen in Düsseldorf geboren. Um ihm von klein auf einen Bezug zur Heimat seines Vaters zu vermitteln, reist seine Mutter regelmäßig mit ihm in die westafrikanische Republik. Mit fünf Jahren verlängert er den gemeinsamen Afrika-Aufenthalt, um eine dortige Vorschule zu besuchen. Während seines zweijährigen Verbleibs lernt er Englisch und Wolof zu sprechen sowie die Eigenarten der dortigen Lebensweise. Für diese Erfahrung zeigt er sich auch rückblickend gegenüber seiner Mutter "unendlich dankbar". Es habe ihm "sehr geholfen zwei komplett verschiedene Welten zu verstehen", um so seinen "eigenen Platz im Leben besser finden zu können".

Neben seiner Fußballbegeisterung, der er seit seinem sechsten Lebensjahr in Vereinen frönt, nimmt die Musik einen immer größeren Teil seines Lebens ein. Auf seine familiär geprägte Vorliebe für rhythmische Musik folgt im Teenageralter die Leidenschaft für Hip-Hop. 50 Cents "Get Rich Or Die Tryin'" findet als erstes Album seinen Weg in Sillahs CD-Regal. Weitere Inspiration bezieht der junge Düsseldorfer aus den Werken von Bob Marley, Tupac Shakur, Samy Deluxe, Youssou N'Dour, Jonesmann, Tone, Megaloh, RAF Camora und J. Cole.

In Sillah reift die Idee, selbst zum Mikrofon zu greifen. Mit dem ersparten Geld aus ersten Minijobs legt er sich mit vierzehn Jahren das nötige Equipment zu, um zunächst auf Hobby-Basis Musik zu produzieren. Ausgehend von seiner Reiseleidenschaft tauft er sich selbst auf den Künstlernamen Big Trip. Doch da der Name zu starke Assoziationen zum amerikanischen Markt weckt, besinnt er sich auf seinen bürgerlichen Namen. Unter diesem absolviert er 2011 auch sein Abitur, bevor er sich zum Studium zum Technischen Tonmeister und Mastering Engineer an die Akademie Deutsche POP in Köln begibt.

2013 lernt Sam Sillah den Sänger und Rapper Steve Jackson kennen, mit dem ihn fortan eine Freundschaft verbindet. Sie veröffentlichen ihren ersten gemeinsamen Song und nehmen gleich darauf ein Mixtape auf, das jedoch unveröffentlicht bleibt. Erst im Sommer 2016 wagen sie sich mit der Kollabo-EP "SSSJ" an die Öffentlichkeit, die sie selbst als "Weiterentwicklung" des Mixtapes definieren. Im Video "Hand Hoch" geben sich die beiden afrikanisch-stämmigen Rapper betont selbstbewusst: "Die Men in Black sind back, nur mit 'nem fresheren Mischling."

Parallel arbeitet Sam Sillah weiter an seiner Fußballkarriere, die ihn bis in die Oberliga führt. Doch die Unwägbarkeiten des Sports lassen auch Zweifel aufkommen: "Ein Fußballprofi ist maximal bis 35 interessant, danach muss man sein Geld auf andere Weise verdienen. Diese kurze Zeitspanne, der extreme Druck und die ständige Ungewissheit haben mir auch mit der Zeit den Spaß am Spiel genommen." Die Kunst fungiert da als reizvolles Gegenmodell: "Die Musik ist unendlich und sehr mächtig. Sie lebt von Emotionen und kann die Menschen tief in ihren Herzen treffen."

2015 löst sich dieses Spannungsverhältnis durch einen Meniskusriss auf, der seine sportliche Laufbahn beendet. Gleichzeitig lernt er über den Videoproduzenten IMUN DJ Eule kennen, womit seine musikalische Karriere ihren Wendepunkt zum Positiven erfährt. Als Cr7z und DJ Eule Anfang 2017 ihr eigenes Label Arjuna gründen, erhält Sam Sillah als erster Rapper einen Künstlervertrag. Für seine neuen geschäftlichen Partner findet er ausschließlich Lob. Bei Cr7z und DJ Eule handele es sich um "sehr positive, respektvolle Jungs, die einfach nur unglaublich gerne Musik machen" und "das Herz am rechten Fleck" tragen.

Die folgenden acht Monate arbeitet Sillah intensiv an seiner ersten Soloveröffentlichung, die unter dem Titel "Kreis" im Januar 2018 erscheint. Seine "biografischen Texte" sowie "Rap- und Gesangsfähigkeiten" überzeugen den Kulturausschuss von Düsseldorf, der Sam Sillah mit einem Förderpreis auszeichnet. Als feste Instanz an der Seite von Cr7z und DJ Eule tritt er im Folgenden auf der "Newline"-Releaseparty auf und begleitet die "Ult7ma"- und "Pandora"-Tourneen, wo er dem Publikum seine positiven Vibes zukommen lässt.

Neben diesen zeichnet sich Sillahs Musik seiner Ansicht nach durch "sympathische Authentizität, ausgefeilte Skills und melodisches Feingefühl" aus. Dazu geselle sich der "konsequente Ehrgeiz" als entscheidender Faktor: "Ich meine, wenn du wirklich etwas willst, dann musst du selber ran. Blender reden groß, doch erreichen nicht mal den Tellerrand."

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