laut.de-Kritik

Rockmusik voller Schönheit, Harmonie und Energie.

Review von

Mein Gott, wie sehnlich habe ich dieses Album erwartet! Wo die Gorilla Biscuits dem Straight Edge-Hardcore neues Leben eingehaucht und Quicksand durch das Einläuten des Post Hardcore die Musikwelt revolutioniert haben, haben sich auch Rival Schools ihre eigene Nische in der facettenreichen Welt der modernen Rockmusik eingerichtet. Neben Sänger und Kreativkopf Walter Schreifels bedient Ian Love die Gitarre, der zuvor bei Burn und Die 116 die New York Hardcore-Szene unsicher machte. Bassist Cache Tolman und Sam Siegler waren zuvor bei CIV aktiv, der Band um den Sänger der Gorilla Biscuits.

"United By Fate" ist herrlich unspektakulär und trotzdem beeindruckend geraten. Perfektes Spiel trifft auf eine raue Produktion und kombiniert auf genretypische Weise durchdachte Arrangements mit spielerischen Feinheiten, die es ermöglichen, dass sich bei jedem Hören ein neues Türchen öffnet. Dabei ist neben dem typischen musikalischen Stil von Schreifels zum einen der erfrischende Input der anderen Bandmitglieder zu erkennen.

Zum anderen hat sich Schreifels vor allem gesanglich enorm weiter entwickelt. Die Vocals wirken weniger aufgeblasen und poliert als es bei Quicksand der Fall war. Steht ihm gut, da muss nichts poliert werden. Das Spektrum des Songwritings von Schreifels ist ebenfalls ausgeweitet worden. Da hört man nach wie vor eine gewaltige Prise Quicksand heraus, gleichzeitig ist man erwachsener geworden und getraut sich, auch mal die Westerngitarre mit ins Studio zu nehmen. Sei es, um rockenden Riffs ein Fundament zu ermöglichen oder auch um ruhigere Töne anzustimmen.

Der ungeschliffene Sound verleiht dem Album eine gesunde Härte, unterstreicht zudem aber auch die Qualität der Songs. Bereits der Opener zeigt, wo der Hammer hängt: "Travel By Telephone" verbindet Schönheit mit einer Rohheit, dass es eine Freude ist. Jeder folgende Song weiß ebenso auf seine eigene Art zu beeindrucken. "Undercovers On" besticht durch eine melancholische Grundstimmung und wunderbare Melodielinien, "Holding Sand" zeigt quasi im Vorbeisausen, wie die Deftones gerne klingen würden, "Used For Glue" lässt die Freundschaft zu Helmet erkennen, "The Switch" schickt den so genannten Emocore zurück in den Kindergarten, bei "High Acetate" hat man das Gefühl, dass Kurt Cobain eigentlich doch gar nicht so gut war, und und und.

Dem Hörer präsentieren sich auf "United By Fate" 13 Songs voller Schönheit, Harmonie und Energie. Schlussendlich sitze ich, wie damals beim ersten Hören von Quicksand, mal wieder vollkommen erledigt vor meinem CD-Spieler und stelle fest, meine Aufmerksamkeit in den vergangenen 42 Minuten nichts und niemandem als diesem Album gewidmet zu haben. Lediglich ein Wunsch bleibt offen: Noch einmal hören, bitte.

Trackliste

  1. 1. Travel By Telephone
  2. 2. Everything Has Its Point
  3. 3. High Acetate
  4. 4. Undercovers On
  5. 5. Good Things
  6. 6. Used For Glue
  7. 7. World Invitational
  8. 8. The Switch
  9. 9. Holding Sand
  10. 10. My Echo
  11. 11. Favourite Star
  12. 12. So Down On
  13. 13. Hooligans For Life

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