laut.de-Kritik

Plumper Balkan-House für's Oktoberfest.

Review von

Sein Aufstieg ist bilderbuchhaft: 2007 veröffentlicht Riva Starr auf Claude VonStrokes Dirtybird Label seine erste Maxi-Single. Danach geht es Schlag auf Schlag. In den nächsten zwölf Monaten gastiert er mit Releases auf dem von Jesse Rose betriebenen Label Front Room Recordings, auf Southern Fried Records mit Norman Cook alias Fatboy Slim als prominentem Inhaber und schließlich auch auf dem Get Physical Sublabel Kindisch in Berlin. Klar, dass bei einem solchen Lauf auch der erste Longplayer nicht lange auf sich warten lässt.

Jetzt erscheint "If atLive Gives You Lemons, Make Lemonade". Jesse Rose nimmt sich auf seinem zweiten Label Made To Play den Tracks des italienischen Produzenten an. Bei derlei viel Vorschusslorbeeren wächst natürlich die Erwartungshaltung, mit der man an das Release rangeht. Mit "I Was Drunk", dem ersten Track des Longplayers erlebt man gleich die erste Überraschung. Wer angesichts klangvoller Namen wie VonStroke, Fatboy Slim und Rose ein hochklassiges Album erwartet hat, der sieht sich arg getäuscht.

Die Beats des Openers stehen auf einen Schlag im Raum. Das wäre nicht so schlimm, ein schöner Spannungsaufbau ist schließlich nicht alles. Die plumpe Bierzelt-Art mit der sie auf die zwölf hauen, löst jedoch unvermeidbare Abwehrreflexe aus. Ein solcher Track mag vielleicht auf dem Oktoberfest für Stimmung sorgen, was er auf einem House-Label wie Made To Play zu suchen hat, erschließt sich jedoch nicht. Leider gibt "I Was Drunk" die Marschrichtung für beinahe alle Tracks des Albums vor.

Alle überschreiten ein ums andere Mal die Grenze zum Kirmes-Techno. Billilge Samples, uninteressante Beats und Breaks, die einer vorhersehaben Zwangsläufigkeit folgen, gehören zu den Standards. Will man den Stücken unbedingt etwas zugute halten, dann ist es ihre Leichtigkeit, die es jedem leicht macht, zu ihnen im Kreis zu hüpfen. Gleichzeitig muss man sich fragen, welcher DJ derart verzweifelt sein kann, dass er auf derlei Stücke für sein Set zurückgreift.

Der einzige Lichtblick des Albums ist der letzte Track "Tribute". Hier gefällt zumindest der oldschoolige Acid-House-Charme. Insgesamt kann er den enttäuschenden Auftritt von Riva Starr aber nicht auffangen.

Trackliste

  1. 1. I Was Drunk
  2. 2. China Gum
  3. 3. Bulgarian Chicks
  4. 4. Dance Me
  5. 5. Black Mama
  6. 6. Black Cat, White Cat
  7. 7. Once Upon a Time in Naples
  8. 8. Maria
  9. 9. Caballeros
  10. 10. Riva's Boogaloo
  11. 11. Tribute

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