Porträt

laut.de-Biographie

RMR

Lemmy Kilmister antwortete einmal einem Brief eines schwarzen Motörhead-Fans, der in seiner Community für seine Liebe zur Metal-Musik gemobbt wurde. Ganz ähnlich könnte sich auch RMR in seiner Kindheit gefühlt haben, dessen Vorliebe eher einem von Weißen dominierten Genre galt. "I grew up on country and rap music", erzählt der 23-jährige Sänger 2019 dem Musikmagazin Fader.

RMR - Drug Dealing Is A Lost Art Aktuelles Album
RMR Drug Dealing Is A Lost Art
Gelungener Balance-Akt zwischen Shania Twain und Young Thug.

So könnte dem Sänger, dessen bürgerlicher Name im Verborgenen bleibt, die musikalische Entwicklung des Frühjahrs 2019 nicht besser gelegen kommen. "Old Town Road" stellt die Musikwelt auf den Kopf und ebnet den staubigen Weg für das erste eigene musikalische Outing des Amerikaners. Fast exakt ein Jahr später geht sein skurriles Musikvideo zu "Rascal" viral. Maskierte Männer, bewaffnet bis an die Zähne, tanzen in ihren Hinterhöfen zu einer Trap-Ballade, die Rascal Flatts "Bless The Broken Road" interpoliert. "Fuck 12, fuck 12" singt RMR mit Engelsstimme und hievt gleichzeitig den von Lil Nas X popularisierten Mix aus Country und Hip Hop auf ein neues Level. Er wandert "further down the old town road", wie es Musikkritiker Anthony Fantano formuliert, verdrängt den Sprechgesang fast vollständig aus seiner Musik.

Der Clip findet rasanten Anklang und verschafft dem Sänger nicht nur Connections zu Produzenten wie Timbaland, sondern auch einen Record-Deal mit dem Majorlabel Warner, das ihn als "widely talented" und "immensely creative" bezeichnet. Die Maske, die der Sänger im "Rascal"-Video trägt, dient nicht als reines Gimmick. "I want people to listen with their ears not with their eyes", erzählt er Warner-CEO Aaron Bay-Schuck. Sein Alter und seine Heimat, "irgendwo zwischen Atlanta und Los Angeles", sind die einzigen privaten Details, die er preis gibt. Den Talk-Show-Hosts Desus & Mero erzählt er, er hätte es sogar vermieden, bei einem Treffen mit den Label-Bossen am Empfang seinen Ausweis zu zeigen. Gleichzeitig sagt er aber auch, dass er sich zukünftig mehr öffnen und mehr von seinem Leben mit der Öffentlichkeit teilen wolle.

Seine zweite Single "Dealer" schlägt eine etwas andere Richtung ein und orientiert sich eher an RMRs Liebe zum Sprechgesang. Seine Garth-Brooks-esken Vocals unterscheiden den Song, trotz seines Pop-Rap-Appeals jedoch von so ziemlich allem anderen, was das Genre 2020 so hergibt. Schnell mausert sich der mysteriöse Rapper zu einem der einzigartigsten und interessantesten Newcomer des jungen Jahres.

Diesen Status verwässert zwar sein erstes Projekt "Drug Dealing Is A Lost Art", da er sich an manchen Stellen zu sehr an seinen Zeitgenossen orientiert, aber seine artistische Vision zeichnet ihn weiterhin als Grenzgänger aus, der Genre-Grenzen sprengen will. "I'm in Jazz, I'm in R'n'B, I'm in Country", erzählt er Desus & Mero. Und damit nicht genug: Gemessen an seinen Tweets lässt er sich gleichermaßen von Künstlern wie Drake als auch Avril Lavigne inspirieren. "Tell them to shove it" gab Motörhead-Sänger Lemmy damals seinem Fan als Ratschlag mit auf den Weg. RMR beherzigte dies mit seinem bisherigen musikalischen Output außerordentlich eindrucksvoll.

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