laut.de-Kritik

Noise-Collage mit einfachen Akkorden und pseudo-lasziver Bitch-Attitude.

Review von

Können Frösche furzen? Können Elche reihern? Setzt sich der Papst zum Pinkeln hin? Fragen über Fragen, die mich beim Hören von "Drink Me" beschäftigen. Nicht, dass solche Fragen hier aufgeworfen, geschweige denn beantwortet werden, ich langweile mich hier nur dermaßen, dass sie einfach enorm an Relevanz gewinnen.

Eines mal vorweg: Wenn man als Promo-Photo eine Tussy ablichtet, die mit durchsichtigem Oberteil, Titten von der Größe von Mäusefäusten und nem Aussehen, wie gerade aus dem Entzug geflogen, ablichtet und das dann erotisch sein soll, dann geh ich doch lieber Schafe hüten in Neuseeland. Auch die Bestätigung von Courtney Love, dass eben genannte Dame und Sängerin Katie Jane Garside anno dazumal das Riot Grrrl Image erfunden habe, lässt mir nicht gerade die Socken rotieren. Schließlich hätte ich auch nicht viel davon, wenn mir Harald Juhnke nach zweiwöchigem Dauerkoma bescheinigt, vollkommen nüchtern zu sein.

Wahrscheinlich bin ich auch als Drogenverweigerer der Falsche, um dieses Werk gebührend zu besprechen, da ich mich im nüchternen Zustand doch ziemlich schwer tue, auch nur einem der Stücke etwas abzugewinnen. Letztere Aussage stimmt nur bedingt, da sich doch zumindest leichte, dafür hartnäckige Kopfschmerzen beim wiederholten Genuss der Scheibe einstellen. Geht der rockige Ansatz vom Opener "Pretty Like Drugs" und "Siames Almeida" noch in Ordnung, so wäre ein zweites Riff bei "Kitty Collar Tight" doch echt nicht zu viel verlangt.

Die Bezeichnung "Kate Bush auf Crack" kommt nicht von ungefähr, dürfte Kate Bush nur nicht unbedingt schmeicheln. So eine pseudo-laszive Bitch-Attitude wie in den gehauchten Worten "Please fuck me, Baby" am Ende von "Desert Lullaby" gehen beim Betrachten oben genannter Fotos derart in die Hose, dass nicht mal der Notarzt und alles Viagra der Welt noch helfen können. Auch "Hotel After Show" möchte ich nicht direkt als wertvollen Beitrag zur Musikgeschichte werten, da die Noise-Collage mit durchgehend gespieltem einfachem Klavierakkord schon nach einer von drei Minuten auf die Nüsse geht.

Erinnerungen an Fisherman's Friend werden wach: Sind sie zu hart, ist deine Birne zu weich! Oder so ähnlich... "Drink Me"? Nicht mal für Geld, Baby!

Trackliste

  1. 1. Pretty Like Drugs
  2. 2. Kitty Collar Tight
  3. 3. Siamese Almeida
  4. 4. Razorblade Sky
  5. 5. Sleeping Pill
  6. 6. A Bed Of Roses
  7. 7. My Silent Undoing
  8. 8. Desert Lullaby
  9. 9. Under A Floorboard World
  10. 10. Hotel After Show
  11. 11. For I Am The Way

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2 Kommentare

  • Vor 10 Jahren

    Nein - nicht wirklich. Entweder man hat Geschmack oder nicht. Dieser "Kritiker" jedenfalls scheint sich an Aüsserlichkeiten mehr aufzuhalten als an dem was eine Musik-CD ausmacht: Musik. Und so muss eine Frau bei ihm wohl auch Brüste mindestens in der Grösse gängiger Hochglanzmagazine besitzen und vermutlich ebenso glatt und anschmiegsam sein wie die Musik die Kritiker üblicherweise hört. Sei "Geschmack" scheint sowohl bei der Erotik als auch bei der Musik über ein pubertäres Stadium kaum hinausgekommen zu sein. Ich empfehlen diesem Kritiker es vielleicht doch einmal mit dem Genuss von Drogen zu probieren. Etwas Bewusstseinserweiterung könnte bei dieser Art Beschränkung durchaus hilfreich sein.