Mehr Staub hätte Prezident schwer aufwirbeln können. Sein Album "Du Hast Mich Schon Verstanden" liefert reichlich Anlässe für ein ausuferndes Gespräch.

Manchmal versteh' ich die Welt nicht mehr: Da sagt ein Künstler ein falsches Wort, die Emotionen kochen über, und ruckzuck ist er bei denen, …

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  • Vor 8 Monaten

    Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

  • Vor 8 Monaten

    Mhh, hab mich jetzt durchs ganze Interview gekämpft (sind das jetzt die 88.000 oder ist das die gekürzte Fassung?) und muss sagen, dass ich da nicht so viel zu zu sagen habe.
    Den ersten Teil bis zum #metoo-Part würde ich nach eretem Lesen mehr oder weniger so durchwinken, bis auf Kleinigkeiten. Den #metoo-Teil sicher nicht, aber da haben Dani und Degenhart (3D) ja schon gut Kontra gegeben.

    Was mir nur allgemein auffällt, dass fast alle Sachen, wo ich Prezidents Meinung für daneben halte, Sachen sind, die etwas mehr ins emotional(-subtiler)e gehen. Die Komponente scheint er irgendwie oft genug komplett zu übersehen und überfährt sie dann in seiner Analyse entsprechend auch komplett. Was dann halt zu so Situationen wie im Interview führt wenn 3D nicht blicken können, warum President #metoo nur schlecht redet und Prezident #metoo halt nur für dumm hält, weil er meint viele Dinge um, die sich #metoo dreht, gibt es eigentlich gar nicht, nur weil sie für ihn in seinem analytischen Rahmen nicht so leicht fassbar sind. Schon 'n bisschen frustrierend das Ganze.

    Trotzdem props an Dani für das gut geführte Interview!

    • Vor 8 Monaten

      das ist fast ungekürzt. ihr seid ganz tapfer.

    • Vor 8 Monaten

      Um nochmal kurz ein Beispiel nachzuschieben, was ich damit genau meine:
      Zum Beispiel die Geschichte mit Louis CK und der Sekretärin. Natürlich hat Prezident da erst einmal recht, dass Louis CK, zumindest auf faktisch und/oder legaler Ebene keinerlei große Macht (über die Sekretärin) besitzt. Menschliche Entscheidungen spielen sich aber nicht auf der faktischen, sondern der psychologischen Ebene ab. Und da kann es dann trotzdem dazu kommen, dass sich eine Person psychologisch mehr oder weniger genötigt oder "unter Druck gesetzt" fühlt und da in dem Moment gar nicht viel unternehmen kann oder zumindest nicht gänzlich rational handelt und sich das auch nicht (so einfach) abschalten lässt.

      Und um solche psychologischen "Druckfaktoren" erklären zu können, haben wir halt Hilfsbegriffe wie "Status", "Macht", "Geschlechterrollen" wasweißich, die halt alle tatsächlich sehr vage und wenig konkret sind, weil sie sich halt auch auf die eher vage oft unkonkrete gefühls- oder psychologische Ebene beziehen.
      Ich habe manchmal das Gefühl, dass Prezident diese vage Gefühlsebene etwas fehlt und das nicht immer so gut nachvollziehen kann und dann auch entsprechend die Begriffe, die sich aus dieser Ebene ableiten kategorisch als nichtig ansieht. Und das führt dann halt zu genau solchen Fehlschüssen.

    • Vor 8 Monaten

      Merkt man auch bei dem Noisey-Interview, wo er sagt, dass eine sexuelle Misshandlung ja nicht so schlimm sein kann, wenn man sie nicht zur Anklage bringt. Wenn man die gesamte emotionale Komponente ausblendet, dann mag das wohl tatsächlich paradox wirken, jedoch verstehe ich seinen rationalen Gedankengang daran nicht, da er ja auch selbst immer wieder mal über Selbstdestruktivität und Handlungsohnmacht in Songs sinniert. Gerade im speziellen bei dem Thema scheint er jegliche Empathie auszublenden, was mir sauer aufstößt, da es immer so pauschalisiert, ohne einen konkreten Einzelfall als Bezugspunkt, rausposaunt wird. Man kann ja nicht von einer Tat auf die nächste schließen.

    • Vor 8 Monaten

      Irgendwo hat er auch gesagt, "kann ja nicht so schlimm sein, wenn man danach den Job behalten will", was halt ein totaler Fehlschluss ist.

  • Vor 8 Monaten

    bisschen viel input, aber gutes interview.

  • Vor 8 Monaten

    Alter, längstes Laut-Interview ever? :D

  • Vor 8 Monaten

    wow, unfassbare länge, die sich aber von a bis z lohnt. was für ein gespräch!

    womöglich bin ich von allen, die das lasen und je lesen werden, der einzige, der weder den künstler, noch das album und die anscheinend zahlreichen zankäpfel kannte. aber genau das ist hier evtl. ein vorteil. denn losgelöst von seiner musk, den texten und der möglichkeit, dass die inszenierung wahrscheinlich weit hinter seiner gedanklichen tiefe herhinkt, ist der mann ja wirklich ein hochinteressanter gesprächspartner.

    interessant ist, dass seine kritik anscheinen tatsächlich strukturelle verhaltensmuster, mechanismen sowie deren philosophische wie ethische schwachstellen und doppelmoral dort angreift, wo es sich tatsächlich lohnt, hin zu schauen. dies aber anscheinend nicht halb so plausibel und vielschichtig in seiner kunst rüberbringt, wie es ihm im kontroversen gespräch teilweise gelingt.

    ich mag diese streitbaren grantler, bei denen es null darauf ankommt, ob man sich einig ist, die aber auch im totalen dissens dem jeweiligen thema interessante facetten abringen können, wenn sie gerade mal den schalk des agent provocateur beiseite lassen. wirkt auf mich in seiner verqueren komplexität ein wenig wie ein tommi stumpff des hip hop. und ich glaube, mit crowley, de sade oder heidegger hätte er sich auch gut unterhalten, was die skepsis betrifft.

    ....nur im polanski-fall irrt er ein wenig. das ändert zwar nichts an den interessanten ausführugen zum thema. dennoch sind die rechtlichen details hier ebenso interessant wie pikant:

    polanski war entgegen der legende tatsächlich bereit, sich schuldig zu bekennen, sofern die anklage in einigen punkten entschärft würde. typisches dealverhalten in den usa, das im dortigen justizsystem nicht als anstößig gilt. im gegenzug willigte polanski zu einer dreimonatigen psychologischen untersuchung in gefängnis ein. der ausgehandelte deal zwischen staatsanwalt, anwalt und richter wurde jedoch von letzterem aufgekündigt.

    somit drohte trotz kooperation wider erwarten eine mehrere jahrzehnte lange haftstrafe. die willkürliche kündigung des kuhandels (womöglich aus eigennützigen, wahltaktischen gründen des richters) ließ polanski und seinen anwalt befürchten, kein faires urteil erwarten zu können. deshalb die flucht.

    • Vor 8 Monaten

      Ich kenne den Polanski Fall nicht gänzlich, bzw. auch nur in dem Umrissen die Prezident beschrieben hat.
      Aber ganz ehrlich, Polanski hätte dafür schon ein paar Jahre sitzen müssen.

    • Vor 8 Monaten

      Natürlich stellt Prezident den Fall juristisch unsauber dar, in der hier ja als relevant angeführten moralischen/doppelmoralischen Argumentationskette meiner Meinung nach aber genau treffend.

    • Vor 8 Monaten

      ....dass die inszenierung wahrscheinlich weit hinter seiner gedanklichen tiefe herhinkt...

      Nein!

    • Vor 8 Monaten

      Mhh, finde ehrlich gesagt, er wirft mit dem Begriff "Doppelmoral" etwas zu schnell um sich. Es soll ja durchaus auch Menschen geben, die mit der Zeit einen Gewissenswandel durchmachen oder denen bestimmte Sachen einfach nicht bewusst sind oder nur irgendwann bewusst werdn. Und nur weil man etwas vorher verpennt hat, kann es doch trotzdem sein dass man es inzwischen ernst meint.Wirkt auf mich nicht so, dass er der Möglichkeit für so etwas so riesig großen Raum gibt.
      Kenne den Fall, vom dem er da spricht nicht genau genug, aber so wie das da z.B. steht klingt das schon arg überheblich zynisch:

      "Wobei man dazusagen muss, dass der das mittlerweile leid tut. Sie sagt, das habe ihr jemand hingehalten und bla."

    • Vor 8 Monaten

      Hmmm... Zwischen 2009 und 2017 is halt einiges passiert (mal abgesehen davon dass - und ich will die Unterschriftenaktion net verteidigen - kam die petition zustande da dass Opfer wiederholt geäußert hat kein Interesse an einer strafvetfolgung zu haben da se abschließen will und zeitgleich ne Doku rauskam die dem Gericht Befangenheit unterstellte)...

      Und in wie weit ist man selbst von Doppelmoral befreit wenn man jetzt denjenigen eben diese vorwirft weil sie 2018 die Verurteilung von Polanski fordern während man selber damals die Klappe gehalten hat als die gleichen Leute die Einstellung des Verfahrens gefordert haben...

      Moral ist ja kein festgemeißeltes Konstrukt sondern eine sich mit der Gesellschaft/Zeitgeist entwickelte Begleiterscheinung.....

      Ich bin mir da noch nicht so sicher was ich von halten soll, sehe prezi aber nach wie vor nicht in der Nähe der afd oä

    • Vor 8 Monaten

      courou, ja, stellt er in der tat treffend dar. der gesamte polanski-fall ist übrigens insgesamt hochinteressant. wäre es zur psychologischen untersuchung gekommen, hätte eventuell auch die schuldfähigkeit auf dem prüfstand gestanden.

      da der mann als musterbeispiel der resozialisierung gelten kann (hat sich 40 jahre nichts zuschulden kommen lassen) und in verbindung mit der vorgeschichte, gibt es auch stimmen, die glauben, dass der kein arschloch istm, sondern ein paar jahre lang eher durchgelötet. erst die schlimmen holocausterlebnisse der kindheit, dann die bestialische ermordung seiner großen liebe....das ist auf alle fälle insgesamt eine biografie, aus der man ne tragödie shakespearschen ausmaßes stricken kann, ohne dessen eigenverantwortung für sein handeln zu marginalisieren.

    • Vor 8 Monaten

      @Anwalt: Falls du dir was von Prezi anhören willst, ich empfehle "Neuigkeiten vom absteigenden Ast" oder "Kunst ist eine besitzergreifende Geliebte", um Längen besser als das aktuelle Album und gehört mit zum Besten, was deutscher Rap zu bieten hat.

    • Vor 8 Monaten

      ok, danke.checke ich dann zuerst an.

    • Vor 8 Monaten

      @anwalt
      Nicht kennen stimmt ja nicht, du scheinst ja zmdst sein 2008er Album gehört zu haben, wenn man deinem Kommentar unter der Rezension Glauben schenken darf.

    • Vor 8 Monaten

      jetzt, wo du es sagst... stimmt. hatte ich aber total vergessen jene platte und den ganzen künstler. 10 jahre sind ja schon ne zeit für nen genrefremdling. das liegt hier bestimmt noch irgendwo rum.

  • Vor 8 Monaten

    Bestes Interview zum Album bis jetzt (das ich gelesen/gehört habe). Degenhardt bester Mann. Kann Prezi jetzt ein bisschen besser nachvollziehen. Bei #metoo bin ich bei Degenhardt.

  • Vor 8 Monaten

    Prezident ist wirklich bemüht, sämtliche Fragen und Kritik ernst zu nehmen und darauf einzugehen. Dege als der warme, menschliche Konterpart passt perfekt.

    Ich finds ein wenig lustig, dass Prezident nicht recht daran zu glauben scheint, dass Diskurse wie metoo etwas bewegen können, nur weil die teilnehmenden Akteure nicht alle ultra meta sind und nicht jede Struktur und jeden Mechanismus dahinter durchschauen. Würden Diskurse nur Wirkung entfalten, wenn sie nur hochreflektiert geführt würden, eine Gesellschaft würde ewig stagnieren. Und wie ich schon sagte, dieser geisteswissenschaftliche Konstruktivismus ist sicherlich ein sinnvolles methodisches Instrument, um historische Forschung leisten zu können... diese ständige foucaultsche Meta-Denke aber auf seine eigene Gegenwart zu beziehen führt zu nichts. Man muss auch ein wenig im Zeitgeist zu Hause sein, um mitreden zu können. Den Diskurs eben nicht nur dechiffrieren, sondern ihn auch mitgestalten.

    Insgesamt ein gutes Ding. Und Dani muss zum Glück nicht zwei Wochen kalt duschen.

  • Vor 8 Monaten

    Kenne seine Musi nicht, wenn letztens nicht dieser lustige Thread (Gleep du böser Löscher) hier entstanden wäre, wüsste ich nicht mal das es den überhaupt gibt. Hab also das Interview, vorerst, nur überflogen. Das man das bei 80000 Wörtern, nicht tun sollte, ist mir klar. Trotzdem habe ich eine Meinung mir bilden können.

    Auffällig ist, das der Typ von "Belanglosigkeit" spricht und hackt freddy mal nach, mit einen Satz oft, dann verliert er sich in fast endlosen Monologen. So wird das eigentliche Ziel, nämlich das er irgendwas Wichtiges mitteilen möchte, konterkariert.

    „Wenn einer viele Dinge anspricht, aber überall so unkonkret bleibt, dass man alles so oder so verstehen kann, dann hat er am Ende halt gar nichts angesprochen.“

    Mit dem Satz, hatte freddy ihn am Wickel, eine wirklich interessante Antwort, konnte er ab da nicht mehr geben. Die Antwort, das es doch letztlich alles der Kunst geschuldet ist, ist mir zu dünn. Durch die Monolog-antworten, stellt er sich doch unter den einzig vorhanden Scheinwerfer und fast im Sekundentakt knipste er den wieder aus und an und aus und an. Man geh doch wo du wohnst, was ist mit Fokus, Lichtbrechung, Kreisläufen u. nicht Kreisläufern, wie dich selbst? Hört er sich selbst eigentlich zu, beim Monolog? Ich vermute nicht.

    Aus meiner Sicht und ich denke halt wie viele, sind 80000 Worte, um viel zu viel gemacht, Fleißarbeit und nicht mehr. Vor längerer Zeit versprach ich mal irgendwem in Zukunft etwas fleißiger zu sein, hiermit verspreche ich, in Zukunft das komplette Interview zu lesen.

    Eine Frage an freddy, habt ihr keine Kamera mehr bei Laut? Denke 80000 Worte per Video, wirken nochmal ganz anders und erreichen in solchen Fällen eventuell mehr. Und keine Sorge, kein Hintergedanke. :P

    Gruß Speedi

    • Vor 8 Monaten

      Sehe ich im Grunde genauso, obwohl mich dieses Interview 1 1/2 Stunden meines Lebens gekostet hat. Viel Vages, kaum etwas Konkretes. Ein in Schriftform verewigtes Selbstgespräch letzten Endes.

    • Vor 8 Monaten

      Aus psychologischer Sicht ist das Interview ein regelrechter Schatz, der aber noch gehoben werden möchte (Wirklich?). Verallgemeinert kann man auch sagen, der Typ faselt dummes Zeug. Dumm erscheint er mir aber nicht. Widerspruch, reiht sich an Widerspruch, die ich nichtmal richtig verorten kann, weil zugekleistert mit Text. Das nur so ein Gefühl, was einen beschleicht, steigt man drauf ein.

      Irgendwo fällt die Zahl,17 Alben schon gemacht. Das unterstreicht, das er sich im Monolog verliert.

      Hab einige Zeit überlegt, ob ich tatsächlich Monolog schreibe, da ich damit auch freddys Arbeit ein wenig diskreditiere. Das möchte ich auf keinen Fall. Keine Ahnung, wie lang sie da in Wuppertal, zuhören musste/wollte? Tage, Wochen? Dann sowas wie einen roten Faden bei zu behalten, ist brutale Arbeit. Alle Achtung!

      Das zu sortieren und in Schriftform zu bringen, oh mein Gott, kann man nur hoffen das wenigstens gescheite Mucke dabei lief.

    • Vor 8 Monaten

      Bist du dir sicher, dass ausgerechnet du andere Menschen bezichtigen solltest dummes Zeug zu faseln? Ich meine, klar, du bist seit Jahren eine Instanz, wenn es darum geht dummes Zeug zu faseln. Aber mit solchen Urteilen solltest du dich vielleicht doch lieber zurückhalten.

    • Vor 8 Monaten

      @Molten du übersiehst, das ich ihn nicht als dummen Menschen verunglimpfe.

      "Dumm erscheint er mir aber nicht."

      Das war ein Hilfsargument, um auf den Widerspruch zu kommen.

      Genau das gleiche machst du doch auch, du bezeichnest mich als Instanz (in der Hoffnung mich zu triggern?), um mir zu unterstellen das ich dummes Zeug labere, überwiegend. Meinen Schabernack, hab ich auch auf ein Minimum reduziert.

      Ich nehme nicht an, das du mich als dumm empfindest. Wütend oder enttäuscht, über das was ich so sage ja, aber nicht dumm. Eventuell empört, ja und? Hab ich einen Helden deiner Musiwelt vom Sockel gehauen? Oben steht das auch, 17 Alben gemacht, der weiß also ganz genau was er tut bzw. was er kann.

      Übrigens nicht jeder ist eine Instanz, dadurch das er eine klare Meinung vormulieren kann und das ich recht habe nehme ich auch nicht Anspruch. Ich sehe dein Problem nicht @Molten?

    • Vor 8 Monaten

      kann nicht finden, dass das "dummes zeug" ist. wenn man bedenkt, dass das gespräch spontan ist, bleiben sogar etliche druckreife passagen übrig.

      ich glaube, die schieflage kommt eher daher, dass interviewerin und interviewter teilweise auf unterschiedlichen metaebenen rangieren. fargt sie konkret, antwortet er oft strukturell und umgekehrt. aber das macht es für den leser mitunter gerade so interessant.

    • Vor 8 Monaten

      "es für den leser mitunter"

      So schwer?

      Erstmal danke, das hier zwei Leute mir an die Seite springen, deren Mund berufen ist für solcher Art Interview. Warum sich freddy dazu nicht äussert, weiß ich nicht (nach dem Interview hätte wohl jeder ein bisschen Erholung nötig), schließlich hat sie das alles ertragen? Sie könnte am ehesten das zurückweisen, falls ich völlig daneben liege. Nur glaube ich das nicht.

      Konkret, es bringt doch niemanden was, wenn ich "druckreife passagen" streue in einem elenlangen Text und dann damit sie sich jemand merken kann, nicht mit Inhalt/Content/Fakten hinter fütter. Sondern von "Höckschen auf Stöckchen" komme.

      Gut das ein Interview, das kein Text für eine Rapsaison oder eine Rede an die Nation soll es auch nicht sein. Ein bisschen mehr Klarheit und Struktur im Bezug auf was weiß ich schon, erwarte ich als Endkunde dann aber schon.

      Am Interviewer möchte ich das nicht fest machen, die Gute hat über die Massen geduldig zugehört und immer wieder versucht, den in die Spur zu bringen.

      Selbst als Degenhardt dazu stieß und mit seiner unnachamlichen Art und Weise das Wort erhob, wurde es nicht besser, es blieb beim ungefähren, es blieb ungenau. Dafür steht dann Dani mit "Ich bin raus."! Viel zu spät, viel zu geduldig, den "Schaumschläger" viel zu viel erzählen lassen.

      In meinen Kreisen, sagt man zu derart Geschwätz, gequirlte Scheiße. Kann man ja noch richtig froh sein, das er mit "dummes Zeug" relativ günstig weg gekommen ist, bei mir. :P

    • Vor 8 Monaten

      Hab da noch was gefunden in meinem Dickschädel, was meine These unterstützt: https://www.youtube.com/watch?v=JUDppdVXeMw :)

  • Vor 8 Monaten

    Wie man hier von "faselt dummes Zeug" reden kann, erschließt sich mir null. Allein durch seinen Scharfsinn und seinen intellektuellen Rahmen vermag es der Typ Sichtweisen aufzuzeigen, die zumindest mir nicht völlig offen liegen. Ob er Recht oder Unrecht hat, sollte gar nicht die primäre Frage sein, aber das Angebot, sich an Denkinhalten abzuarbeiten, die den eigenen eher unähnlich sind, ist doch erstmal gut und genau das, was Diskurs eben leisten sollte. Deshalb gutes Interview. Und um inhaltlich etwas abzugewinnen, ist es auch nicht relevant, ob jemand "vage" bleibt, Lösungen aufzuzeigen vermag oder teils widersprüchlich ist. Es gibt keinen Wettbewerb zur Verteidigung der eigenen Meinung, und auch keinen Grund für persönliche Unterstellungen. Aber vlt ne nette Inspiration für den einen oder anderen.

    • Vor 8 Monaten

      Dieser Kommentar wurde vor 8 Monaten durch den Autor entfernt.

    • Vor 8 Monaten

      Wollte es nicht unbedingt ganz so hart formulieren, aber für mich zeigt Prezi oftmals die Tendenz zum Rumeiern, obwohl ich ihm zu Gute halte, dass er sich durchaus mit den Themen intensiv beschäftigt. Außerdem verliert er beim Gespräch nicht unbedingt den Faden, aber er tritt, wie im Fall Weinstein, oftmals auf der selben Stelle, was das Interview an einigen Stellen anstrengend zu lesen macht. Das liegt aber keineswegs an Dani, die sich eine Menge Arbeit gemacht hat und an den richtigen Stellen nachhakt. Das verdient mindestens ein :klatbier: beim nächsten Mal.

    • Vor 8 Monaten

      empfinde ich wie marzyporn.

    • Vor 8 Monaten

      Vielleicht müsste man es tatsächlich mal über Video sehen. In schriftlicher Form ist das immer schwer zu beurteilen. Unter vier Augen vermittelt er eventuell schon anhand der Körpersprache einen völlig anderen Eindruck.

    • Vor 8 Monaten

      ich glaube, die schieflage kommt eher daher, dass interviewerin und interviewter teilweise auf unterschiedlichen metaebenen rangieren. fragt sie konkret, antwortet er oft strukturell und umgekehrt. aber das macht es für den leser mitunter gerade so reizvoll.

    • Vor 8 Monaten

      Warum so einschränken, Anwalt bzw. Toni? Versetzt ich mich in eure Rolle/Lage habt ihr beide es nicht nötig, sich von wem auch immer, irgend einen Bären aufbinden zu lassen. Das gleiche nehme ich für mich in Anspruch, auch wenn ich zu dem einem oder anderen Thema etwas anderer Auffassung bin bzw. mir schlicht es an Wissen mangelt. Na und? Teile mit dem Prezidenz das selbe Land und die gleiche Sprache. Wissen steht mir, uneingeschränkt, jederzeit, überall zur Verfügung und ist mir gerade danach, eigne ich es mir an.

      Da muss ich mich doch nicht einlullen lassen und vom vermeidlich großen Künstler erzählen lassen, du unwürdiger Kulturbanause, ich verlange dir garnix ab mit meiner Musik, alles die übermächtige Geisel des eigenen Willens und eigentlich interessiert mich das überhaupt nicht! Das ist keine Metaebene, das ist überhaupt keine Ebene, mit der ich die Hand die mich füttert auch noch weg schlage. Da sage ich doch, fick dich und ich hoffe, dir geht es morgen richtig schlecht.

      Das insbesondere der Anwalt mit so Worten wie "mitunter" irgend ein ungutes Gefühl bei dem Interview hat oder hatte, das kann er mir nicht erzählen und ich bitte ihn das auch nicht weiter zu tun. Über Polanski rede ich z.b. nur wenn ich lästern will oder so tief in dem Fall betraut bin, das ich einfach alles weiß. Das schließe ich bei dir nicht aus, aber es ist mir nicht egal. Und nichts anderes kommuniziert Presidenz, in dem Interview.

      Jetzt werde ich doch nicht irgendeine Metaebene als Entschuldigung für den bauen, nein mach Musik, eigne dir Wissen an und ansonsten gehe deines Weges. Ach und ein Album kauf ich dir mit Sicherheit nicht ab, da schmeiße ich mein Geld lieber zum Fenster raus.

      So was macht mich langsam echt wütend. In einer Welt wo es drunter und drüber geht, stellt sich ein Künstler der schon 17 Alben raus hat, als Leuchtturm des Wissens dar, aber eigentlich will er nur seinen Fun haben (die Aussage dazu kann ich gern raus suchen, vergebene Liebesmühe) u. das hat er mit 17 Alben auch schon alles erreicht. Ohne mich, was aber so und so egal ist!

      Da las ich auch die Entschuldigung nicht gelten, das das so viele Themen sind im Interview, das allein das sie angedeutet werden und jetzt ein Diskurs stattfindet, Rechtfertigung genug sind. Na toll, ich komme zum Anfang, selbe Land, selbe Wissen steht uns allen zur Verfügung. Also schwaffel ich nicht.

  • Vor 8 Monaten

    deswegen muss auch yo mama fromm (:kiss: :kiss: ♥ ♥) ein derartiges inti führen. und nicht eine lisa ludwig

  • Vor 8 Monaten

    Mich nervt dieses intellektuelle Gehabe von dem Typen. Ein Satz wie "Das Problem ist, dass man für eine Argumentation, warum #meetoo eine Kollektivpsychose ist, halt ewig ausholen muss." ist doch wirklich nur eine verklausulierte Form zu sagen "Lass mich einfach sagen was ich will, ich kann eh für alles argumentieren, ich bin nämlich verdammt klug". Generell ist mir seine Argumentation in allen Interviews, die ich von ihm gesehen/gelesen habe, aber schon etwas zu dünn, um dann mit solch grossen Worten zu kommen. Seine Strategie besteht darin, konkrete Fragen nicht zu beantworten und stattdessen alles zu Tode zu differenzieren und/oder abzuschweifen. Sieht man auch hier, oft genug gibt es keine Antwort, nur grosse Theorien darüber, was das alles mit Aufklärung und Gott zu tun hat usw. Prezident hat, denke ich, recht, dass man sich nicht immer positionieren und distanzieren muss. Man kann sogar einfach mal ein Album lang triggern, wieso denn auch nicht. Aber dann ist man halt ein Troll und muss sich dann nicht irgendwie in geisteswissenschaftlichen Jargon verfallen und ständig ausweichen. Das sieht dann tatsächlich nach verkapptem Wutbürgertum aus.

    Schade, ich mochte seine Musik immer. Auch nicht schlimm, wenn das thematisch mal nach rechts abdriftet (oderwasauchimmer), Freiheit der Rede der Kunst usw. usf. Seit dem Toxik-Interview fällt aber auf, dass da eine unangenehme akademische Arroganz und ein Theoriengewichse hinter steckt, das Prezident nur dazu dient, sich selbst in seiner scheinbar nicht allzu selbstkritisch durchdachten Meinung zu gefallen.

    • Vor 8 Monaten

      Ich find's ja immer wieder schön, wie sich oft Leute sicher sind, dass Leute einfach nur zu viel rumlabern und auf klug machen und das alles eigentlich alles keinen Hand und Fuß hat, in den allerwenigsten Fällen dann aber Beweise dafür liefern, dass oder wo es tatsächlich nicht Hand und Fuß hat.

      Du bezichtigst Prezident mehr oder weniger des konkreten Rumlaberns, machst aber im Endeffekt genau das selber. Wäre ja schön wenn du zumindest ein Beispiel dafür mitliefern könntest, wo dir seine Argumentation "zu dünn" ist.

    • Vor 8 Monaten

      Gleep racker dich an mir ab, beim Rocky lohnt es nicht, da das oben sein erstes und vermutlich letztes Post. Und wenn du dich in deiner Musikhörerseele gekänkt fühlst, durch negative Kritik an deinem vermeidlichen Hero, dann erst recht abrackern. Übrigens, hab noch nie unter einem Stein gehaust! ;)

    • Vor 8 Monaten

      Musikalisch/persönlich/sonstwie gibt mir Prezident jetzt nicht so sonderlich viel, von daher gekränkt sowieso nicht.

      Und wenn du die Kommentare hier nochmal durchliest, sollte dir auch auffallen, dass ich ihm durchaus in einigen Punkten direkt wiederspreche. Finde diesen "viel Gelaber, nix dahinter"-Kritikpunkt nur oft etwas billig, kann man ja immer sagen, wenn man nicht mehr hinterherkommt. Von daher finde ich schon, dass man dann da auch schon etwas mehr ins Konkrete gehen sollte.

    • Vor 8 Monaten

      Und dass du unter keinem Stein lebst oder schläfst freut mich natürlich. Ist eh nicht so gut für'n Rücken.

    • Vor 8 Monaten

      Gleep, seien wir doch einfach ehrlich. In einem Forum, hier die Kommentarzeile, etwas Stiefmütterlich abgehandelt, steht niemand vor Gericht. Man kann also, einfach etwas texten und muss das nicht beweisen. Wen man halbwegs geschickt im Umgang mit der Sprache sich anstellt, ist da ein schönes Stück Unterhaltung/Entertainment drin, für alle Beteiligten. Entertainment ist immer Lustbefriedigung, also ein Gefühl. Und da schließt sich der Kreis, die Argumentation bei nicht nur Presidenz "viel Gelaber, nix dahinter" kommt meist aus dem Bauch, find ich voll in Ordnung.

      Kommen wir zu denen, die hier ebenfalls umtriebig sind in der Kommentarzeile, die nicht nur ihre Gefühle auf tönernen Füssen präsentieren. Sich dann so dazustellen, als wenn man Gefühle ausblendet und sich rein auf irgendwelche Geisteswissenschaften beruft, das etwas fade und langweilt doch arg. Dazu kommt oft genug, heiße Luft wird oft mit heißer Luft bekämpft. Also der vermeidliche Intelektuelle, gibt vor einer zu sein.

      Mein Gefühl sagt mir der letzte Abschnitt gerade, klingt etwas gestelzt/hölzern. Macht das Problem aber genau deutlich.

    • Vor 8 Monaten

      @speedi Abgesehen davon, dass man deinen gedanklichen Ausführungen nur schwerlich folgen kann (weil ziemlich wirr und konfus formuliert), benutzt du das Wort "vermeidlich" einige male. Meinst du "vermeintlich"? ;-) ziemlich irritierend das ganze...

    • Vor 8 Monaten

      mitunter ist der versuch, speedies "ausführungen" zu verstehen, vergleichbar mit dem versuch, die farbe Neun zu riechen.

    • Vor 8 Monaten

      Liegt halt daran, dass er seit Jahren schon morgens berauscht vom PET ist. Er ist ein schlimmes Beispiel dafür, was Langzeitsarbeitslosigkeit mit einem Menschen anrichtet.

    • Vor 8 Monaten

      ich tippe eher auf pinselreiniger im kaffee.

    • Vor 8 Monaten

      @Brudi & Android Danke für die info, ich hatte kurzzeitig schon an mir selbst gezweifelt, weil einige Leute sich tatsächlich auf ne Diskussion mit dem Speedi eingelassen haben - klang so, als hätten die tatsächlich gecheckt, was genau der Junge will, haha.

    • Vor 8 Monaten

      Also ich fand das jetzt ganz ehrlich weder so unverständlich (nach dem zweiten Lesen), noch besonders dumm, was der Speedi in diesem Faden abgefeuert hat. Da hat der Meurione an anderer Stelle schon wesentlich dickere Braten abgeliefert finde ich.

    • Vor 8 Monaten

      Noch nicht ganz letzter Kommentar
      Speediconzal, hoffe ausserdem nicht, dass sich jemand an mir abrackern muss :) Das war von mir alles auch nicht präzis formuliert. Gleep, ich spreche vor allem von Aussagen wie "Im schlimmsten Fall wird er dann noch Tierschützer [...] Weil er dann seine eigenen Bedürfnisse auf die projizieren kann." (hier nervt mich die mit Küchentischpsychologie gebackte doofe Unterstellung) und "Davon haben die Leute auf Gott vertraut und überhaupt nicht geglaubt [...] Die Moderne lebt von diesem Mythos, dass das Reich Gottes auf Erden herstellbar wäre." (grosse Geste, erklärt nichts, Gott ins Spiel zu bringen ist Rhetorik um subtil Unvernunft zu unterstellen) oder auch "Du hast bei Augustin, oder sogar zuvor schon bei Paulus, die Vorstellung der Ehe als 'Asyl der Lust'" (die ganze folgende Abhandlung bringt in der Diskussion einfach nichts, was soll das mit der Ehe? Frauen fühlen sich belästigt und wollen das Kundtun, da braucht es keine Anthropologische Studie um darüber zu reden!). Das ist es was ich mit "grossen Theorien" meine. Wenn man so diskutiert kann man halt wirklich alles vertreten, insbesondere wenn man der einzige im Raum ist, der soundsoviel Semester Geschichte und Germanistik studiert hat. Überzeugt mich nicht.

      Zweiter Punkt war die "dünne Argumentation", damit meine ich vor allem, die ganze #metoo-Diskussion für Quatsch zu erklären, weil die aus Hollywood kommt und dort Menschen dabei sind mit zweierlei Massstäben. Die Argumentation geht an dieser Stelle gegen einzelne Probanden der #metoo-Debatte und egal wie doff die sein mögen, daraus folgt nicht, dass die ganze Diskussion schlecht wäre. Ebenso die Ablehnung gegen Menschen, die sich politisch engagieren. Da gibt es weissgott einige sehr selbstgerechte "Gutmenschen" darunter, das rechtfertigt doch noch nicht undifferenziert alle als Utopisten abzufertigen. Wie gesagt, So wie das auf "Du hast mich schon verstanden" gemacht wird macht das Spass. Mich hat in erster Linie genervt, dass P in den Interviews derart grossspurig auftritt und ständigt versucht seine frustrierte Weltsicht intellektuell zu rechtfertigen.

    • Vor 8 Monaten

      *da sollte natürlich statt "doff" "doof" stehen und "kundtun" schreibt man klein.

    • Vor 8 Monaten

      Okay, da wurde ich wohl eiskalt eines besseren belehrt. Danke für die Ausführung. Alles sehr gute und scharfsinnige Argumente, würde ich auch komplett so unterschreiben. Möchte also nix gesagt haben. :-x

    • Vor 8 Monaten

      "die farbe Neun zu riechen"

      Wie jetzt, kannst du nicht? Na ja sich mit dem Brudi, dem Steuersünder. in eine Reihe zu stellen, verhindet so manche Lebensfreude halt. :P

      Gleep u. rocky erst jetzt den Faden wieder gesehen, für mich ist der Drops gelutscht. Danke für die Antworten und weiter so.

    • Vor 8 Monaten

      Du kannst dich echt voll geschickt im Umgang mit der Sprache anstellen und tust eh besser denken als wir alle hier zusammen Speedi. Chapó

    • Vor 8 Monaten

      Das ist ein Fakt, endlich läßt du es zu Molten, freu mich! :D

    • Vor 8 Monaten

      Molten, kann doch auch sein, wenn du und die üblichen Verdächtigen (um die mal wieder zu beleben), nahezu in schamanische Lobhudellei wegen dem neuesten Rapalbum verfallt, versteht doch auch jeder "Normalo" nur Bahnhof?

  • Vor 8 Monaten

    Danke an alle Beteiligten für das Inti!

  • Vor 8 Monaten

    Was genau ist eigentlich so verwerflich an Prezidents Standpunkten zu #metoo?

    Ich sehe ihn auf 2 wichtige Punkte hinweisen:
    (1) Von Vergewaltigung, über "Mäuschen" sagen bis hin zu Lohnungleichheiten wird viel zu stark verallgemeinert und alles in einen Topf geworfen
    (2) Die bestehenden Strukturen, die diese Ungerechtigkeiten möglich machen, werden kaum genannt, geschweige denn analysiert. Wenn aber der Kontext nicht erläutert wird, bleibt nur ein Verweisen auf diffuse "Strukturen", was das völlig dumme Bild des starken Mannes/der machtlosen Frau als einzige Erklärung reproduziert.

    Genau das fehlt in der Debatte: das Benennen dieser tatsächlich existierenden Strukturen um diese dann auch tatsächlich "bearbeiten" zu können. Und unter diesem Gesichtspunkt erscheint ein Zweifeln an der Produktivität der Debatte absolut angemessen. Oder?

    • Vor 8 Monaten

      Naja, wenn's denn nur ein reines "auf zwei Punkte hinweisen" wäre, wäre das ja noch eine andere Sachen. Aber dann gleich zu sagen #metoo hätte etwas krass verlogenes geht da ja noch hinüber hinaus. Und das lässt jetzt noch die Stellen aus, die mMn schwer als etwas anderes als Verharmlosung von sexueller Übergriffigkeit und/oder als victim-blaming zu lesen sind.

      Die beiden spezifischen Punkte, die du genannt hast, halte ich tatsächlich aber auch beide für hinfällig oder zumindest nur bedingt haltbar. Weiß ich nicht, ob du meine Darstellung dazu auch hören möchtest. Wenn ja, gib nochmal kurz bescheid, sonst spare ich mir die Mühe.

    • Vor 8 Monaten

      Klar doch, hau raus!
      Waren jedenfalls die beiden Punkte, die mir im Kopf geblieben waren, hatte jetzt nicht die Lust, mich nochmal durch den gesamten Wortschwall durchzukämpfen.

    • Vor 8 Monaten

      "(1) Von Vergewaltigung, über "Mäuschen" sagen bis hin zu Lohnungleichheiten wird viel zu stark verallgemeinert und alles in einen Topf geworfen"

      Mhh, die Lohnungleichheit haue ich dir da mal raus, die gehört da mMn auch nicht rein, beziehe mich also stattdessen auf President direkt:

      "Deswegen muss dieser Diskurs es leisten, von der schwersten Vergewaltigung bis zum Mausi-Sagen eine stufenlose Linie zu bilden."

      Und das halte ich für genau den Punkt. Mit anderen Worten, ich halte es für keinen Kritikpunkt, dass das alles in einen Topf geworfen wird, sondern glaube, dass es gerade darum geht, dass alles in einen Topf zu werfen. Um zu zeigen, dass alle diese Fälle eine gemeinsame Basis haben. Weil es in allen Fällen ein Ausnutzen der eigenen priviligierten Position ist, um eine (sexuelle) Grenze des Anderen gegen dessen Willen zu überschreiten. Und das dies von uns als Gesellschaft zu einem großen Teil sogar geduldet oder als normal angesehen wird. Und das wenn wir als Gesellschaft es im Kleinen, beim ungewollten Flirt im Büro, nicht lernen, Grenzen zu akzeptieren, es dann vielleicht auch gar nicht so verwunderlich ist, wenn manche Menschen mit mehr Machtmitteln diese dann auch im Großen, bei der Vergewaltigung oder Nötigung zum Sex, dann auch nicht mehr akzeptieren.

    • Vor 8 Monaten

      (2) Die bestehenden Strukturen, die diese Ungerechtigkeiten möglich machen, werden kaum genannt, geschweige denn analysiert. Wenn aber der Kontext nicht erläutert wird, bleibt nur ein Verweisen auf diffuse "Strukturen", was das völlig dumme Bild des starken Mannes/der machtlosen Frau als einzige Erklärung reproduziert.

      Halte ich so erstens für falsch, weil ja durchaus so Konzepte wie Geschlechter- und berufliche Hierarchien oder das Auge-zu-Drücken der Mitmenschen als strukturelle Elemente genannt werden, die solche Geschehnisse begünstigen.
      Zum zweiten halte ich es aber auch für gar nicht mal so notwendig, diese Strukturen konkret zu benennen. Es reicht doch, uns vor Augen zu führen, wie wir uns bisher auch nichts gedacht haben, wenn die Kollegen die Mitarbeiterin dumm anmacht oder der Chef der Sekretärin ans Hinterteil fasst oder wie wir selber uns nicht immer ganz astrein verhalten ode eine Person nicht ernst genommen haben, um unser Verhalten und unsere Sichtweise zu ändern und so etwas zum Positiven zu bewegen. Dafür braucht es doch nicht einmal unbedingt ein tiefschweifendes Analysieren der "unterliegenden systemischen Strukturen" und blabla.

    • Vor 8 Monaten

      ich finde ja, dass man metoo und jede andere ähnliche, sozialmediale bewegung nicht unbedingt so bipolar sehen muss, wie es die meisten (nicht jhr) tun. man kann durchaus grundsätzlich pro sein, ohne die schwächen zu negieren. im derzeitigen klima ist es allerdinghs nicht leicht, eine differenzierte haltung ein zu fordern, da die diskussion hochgradig emotionalisiert geführt, in teilen sogar eher ideologisch statt ethisch.

      aus rechtsphilosophischer sicht jedenfalls gibt es durchaus ein paar unschöne klippen.
      https://diekolumnisten.de/2018/03/19/metoo…

    • Vor 8 Monaten

      Bring da auch mal meine 5 Cent ein und wie oft kurz und schmerzlos. Aus meiner Sicht, ist die gesamte Debatte um/über #metoo in weiten Teilen, in reinem Gossip versackt. Bis auf wenige (Weinstein), die wirklich sich als Täter heraus kristallisierten, bleibt dadurch nicht viel über und schon gar nicht irgend eine Lösung bzw. es wird bei Übergriffen/Missbrauch bleiben, in wahrscheinlich noch perfiderer Form.

      Für die Mehrheit an „Normalos“, zeichnet sich das Bild, da der alltägliche Missbrauch/Manipulation nicht aufhört, das es da ganz viele „neue“ Wege gibt, um das noch aus zu bauen. Willkommen in der neuen schönen Welt, ach ja die Hitze ist es. ;)

  • Vor 8 Monaten

    fand das gespräch anregend.

  • Vor 8 Monaten

    Ich empfinde das Interview auch als sehr spannend. Schon auf der Ebene, dass hier nicht, wie im Deutschrap-Interview-Kosmos üblich, durchgewunken, sondern mit unterschiedlichen Standpunkten debattiert wurde. Dass bei dieser Form eines Diskurses auch immer wieder mal Dinge gesagt werden, mit denen irgendein Teilnehmer nicht konform gehen kann, liegt in der Natur der Sache, aber solche Situationen und der weitestgehend sachliche Umgang lassen sich auch dazu nutzen, dass man daraus lernt. Heutzutage werden solche Diskussion leider gerne im Keim erstickt, weil irgendjemand einen vermeintlich untragbaren Standpunkt vertritt, was durchaus sein kann; aber deswegen muss er vermutlich trotzdem ausgesprochen werden, um ihn vernünftig widerlegen zu können. Mich nervt auch bei nahezu allen Talkshows, dass es keine sachliche Auseinandersetzung mit Rechtspopulisten, Nationalisten und dergleichen gibt. Anstatt dass man sie einlädt, spricht man über sie. Dabei erscheint mir eine andere Lösung naheliegender: Die Leute einladen, anhören, was sie zu sagen haben, sachlich gegenargumentieren - so könnte man auch Schritt für Schritt den Opferrollen-Duktus negieren, in dem sich viele nur allzu gerne verlieren.

    • Vor 8 Monaten

      hm, den eindruck, dass rechtspopulisten unterdurchschnittlich viel in talkshows eingeladen werden, teile ich jetzt nicht. da hockt doch ein afd-heini in jedem format. wär' halt cool, wenn sie sich von dem dann nicht überall deren scheinbar einziges thema - "die flüchtlinge sind an allem schuld!" - diktieren ließen.

    • Vor 8 Monaten

      Ich glaube, dass ich das falsch formuliert habe: Man lädt die Herrschaften schon ein, aber geht falsch mit ihnen um, wodurch sie ihr Opferrollen-Spielchen erst aufziehen können.

    • Vor 8 Monaten

      das seh ich schon eher, ja.

    • Vor 8 Monaten

      Entscheidend in Hmm :D's Beitrag war der Absatz von wegen "über sie sprechen, statt mit ihnen" (oder gegen sie) und das geht ja auch in ne Richtung, die der Präsi vorgeben will: Der AfD-Fritze hockt zwar im Studio, aber statt sich sachlich und faktenorientiert mit ihm/ihr auseinanderzusetzen tun alle die Äußerungen beleidigt ab oder formen eine gemeinsame Fraktion, die sich dann abgrenzt von den schlimmen Sachen, die er/sie sagt. --> Masturbation für das eigene moralische Empfinden.
      Sehe das ähnlich wie Hmm :D
      @freddy Danke und Props übrigens auch von mir für das großartige Interview, hauptsächlich für deine Arbeit komm ich seit Jahren auf diese Seite!

  • Vor 8 Monaten

    Ich empfehle Prezident zu allererst, das Saufen sein zu lassen. Alkohol schmälert nachweislich die Fähigkeit, Dinge um sich herum (die Realität) in ihrer Gänze wahrnehmen und einordnen zu können. Alkohol senkt die Frustrationstoleranz, erhöht das Risiko emotionaler Labilität und irrationaler Affektbeurteilungen. Ich kenne keinen depressiv-gehässigen Alkoholiker, dem solch eine Aufmerksamkeit geschenkt wird. Ein übermüdetes Kind schickt man auch einfach irgendwann mal ins Bett, anstatt jeden Dreck mit ihm auszudiskutieren...
    Komplexe Themen nur mit Menschen diskutieren, die ausreichend geistige Kapazität besitzen, diese auch zu begreifen! LG

  • Vor 8 Monaten

    Bin jetzt grade erst bei dem Abschnitt mit #metoo angekommen, aber muss jetzt mal kurz was posten, bevor ich da bei der Unmenge an Worten den Faden verliere. Erstmal Danke an Dani für das (bis jetzt) gute Interview und das kritische Nachhaken. Die Musik von Prezident fand ich eigentlich immer ganz gut und er schien auch n cooler Dude zu sein. Aber jetzt nach dem Interview...uff! Das liegt nicht einmal zwingend an dem was er sagt, sondern wie er es sagt. Schon lange nicht mehr so (pseudo-)intellektuelles Geschwafel gelesen. Für mich richtig nervig und unsympathisch. Einigen geht ja einer dabei ab, wenn möglichst viele Fremd- und Fachwörter in einem Satz vorkommen. Für mich an dieser Stelle einfach unnötig und deplatziert. Schön für ihn, dass er ein so schlaues Kerlchen ist und zig Theorien zu X von den Autoren Y und Z kennt. Who cares? Der soll einfach nicht mal verständlich erklären, was er meint, und nicht Sätze formulieren, die am Ende keiner mehr versteht. Aber sein Ziel scheint ja ohnehin zu sein, sich von der masse/den anderen durch sowas abzugrenzen, indem man seinen Intellekt zur Schau stellt.

    Alleine sein Antwort auf die Aussage von Dani zu postmoderne: "Wobei DAS bestimmt nicht neu ist. Das war auch alles schon da, als wir 14 waren. Wir haben es halt nicht gekannt.

    Letzten Endes ist das alles schwer abzugrenzen und zu bestimmen. Sicherlich kann man da globale, im Sinne von allumfassende Tendenzen ausmachen, im Konsumverhalten, im Produktionsverhalten, und dann verändert sich natürlich, wie Musik wahrgenommen wird. Oder jede Kunst." Nein, das ist nicht schwer abzugrenzen. Ein einfaches "ja, stimmt" hätte hier vollkommen genügt, aber das muss natürlich wieder super schlau in einen viel größeren Kontext gesetzt werden. Demnächst vielleicht mal mit Timer und der Auflage, dass er pro Antwort nur 30-60 Sekunden Zeit hat. :D

    Und jetzt genug aufgeregt. So weit erstmal zur ersten Hälfte des Interviews.

  • Vor 8 Monaten

    danke für das ganze lob, allerseits. (auch wenn mir das bestenfalls zu einem drittel zusteht, hab' diesen job ja nicht alleine gemacht.) das geb ich zurück: ihr seid ganz tapfer, dass ihr das alles durchhaltet. :D

    weil das aber offenbar doch bei einigen anders ankommt, sag' ich es hier nochmal extradeutlich:

    prezident ist nicht nur ein wunderbarer gastgeber, sondern auch ein traum von einem gesprächspartner, mit dem ich zwar nicht überall einer (und manchmal komplett anderer) meinung bin, von dem ich mich aber zu keinem zeitpunkt irgendwie unangenehm von oben herab behandelt oder mit inhaltsleerem gequassele über den haufen geredet gefühlt habe, wie manche jetzt rauszulesen glauben. deswegen gabs da (abgesehen von der sisyphosaufgabe, das alles in schriftform zu prügeln) auch gar nix "auszuhalten". es war mir ein schützenfest.

    • Vor 8 Monaten

      Sehr schön und löblich, dass von dir auch nochmal Feedback zum Interview und den hiesigen Kommentaren kommt. Du bist, scheint mir, ohnehin die umtriebigste in der Laut-Redaktion. Bei dir merkt man das Herzblut für die Sache, egal ob in der Doubletime oder bei den Gesprächen mit Degenhardt oder Prezident. Journalistisch echt richtig gut. :)

      Dass du auch noch einmal klar stellst, wie Prezident als Gesprächspartner war, ist bei der Einordnung des Interviews und der getroffenen Aussagen auf jeden Fall hilfreich.

    • Vor 8 Monaten

      Schließ ich mich nahtlos an, thumbs up!

    • Vor 8 Monaten

      "mit inhaltsleerem gequassele über den haufen geredet gefühlt habe"

      Fühle mich mal angesprochen, da ich mich mit sowas ähnlichen, am weitesten aus dem Fenster gelehnt habe. Das du dich nicht über den Haufen reden lässt, wollte ich nie implizieren, wenn das so rüber kam, tut mir das leid.

      Grundaussage von meiner Seite ist eher, das ich MICH über den Haufen geredet fühle. Bei zu vielen Worten, zu vielen Themen, so rein vom Gefühl bei mir schnell der Verdacht keimt, das ist ein Selbstdarsteller vor dem Herrn. Kann sowas nur sehr schwer ertragen, wenn jemand nicht auf den Punkt kommt und es nichtmal versucht, obwohl er auf der sicheren Seite eigentlich steht.

      Ausserdem fühlt man sich dann so allein gelassen, mit eigentlich wichtigen Themen. Jedes nimmt einen irren Raum ein, die sich teils überlagern. Da fällt einem irgendwas auf, was einen Fehler beinhalten könnte und schon stülpt sich das nächste wichtige Thema da rüber. Problem verschwunden?

      Wenn man dann z.b. als Endkunde solch eines Interviews einzelne Themen vor nahm, siehe #meeto, Polanski, artete das in Fachdiskussionen aus, die dann wirkliche Experten nur noch verstanden. To Much bleibt To Much, so stellt sich das für mich dar!